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Vortrag von Jonas Völker: Doing Ethnicity – Ethnische Differenzkonstruktionen im interkulturell orientierten Musikunterricht

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Welche Wissensbestände aktualisieren Schüler*innen, wenn sie (zunächst) unvertraute Musik hören? Wie manifestiert sich dieses Wissen auf der Hinterbühne des (Musik-)Unterrichts in peerkulturellen Aushandlungsprozessen? Welche Schlüsse lassen sich hieraus für die Planung und Gestaltung von (Musik-)Unterricht ziehen?

Im Zentrum des Vortrages stehen rekonstruktive Forschungsergebnisse meiner Studie (Völker, 2023) zu den Orientierungen von Schüler*innen im interkulturell orientierten Musikunterricht (Barth, 2008). Anhand ausgewählter Audio- und Videographien von Gruppenarbeitsphasen des beforschten Unterrichts werden Einblicke in den peerkulturellen Austausch der Schüler*innen auf der (vermeintlichen) Hinterbühne des Unterrichts (Nolda, 2014) im Anschluss an das erste Hören des arabischen Liedes Bint el Shalabiya gewährt. Die qualitativ-rekonstruktiven Analysen (Bohnsack, 2014) schaffen einen Zugang zum handlungsleitenden Erfahrungswissen und den damit einhergehenden Konstruktions- und Distinktionsprozesse der Schüler*innen bei der unterrichtlichen Auseinandersetzung mit dem gewählten Lerngegenstand. Davon lassen sich didaktische Konsequenzen bzw. Gestaltungsprinzipien für einen prinzipiell interkulturellen (Musik-)Unterricht (Jünger, 2003) ableiten, die im Rahmen der Vorlesung diskutiert werden sollen.

Literatur:

Barth, D. (2008). Ethnie, Bildung oder Bedeutung? Zum Kulturbegriff in der interkulturell orientierten Musikpädagogik. Wißner.

Bohnsack, R. (2014). Rekonstruktive Sozialforschung. Einführung in qualitative Methoden (9., überarb. und erweiterte Aufl.). Barbara Budrich.

Jünger, H. (2003). Prinzipiell interkulturell! Plädoyer für einen kulturübergreifenden Musikunterricht. Diskussion Musikpädagogik, 17, 15–21.

Nolda, S. (2014). Hinterbühne – Vorderbühne. In J. Kade, S. Nolda, J. Dinkelaker & M. Herrle (Hrsg.), Videographische Kursforschung. Empirie des Lehrens und Lernens Erwachsener (S. 283–299). Kohlhammer.

Völker, J. (2023). „Als ob ein Deutscher sowas hört?!“ Orientierungen von Schülerinnen und Schülern im interkulturellen Musikunterricht (Schriften der Hochschule für Musik Freiburg, Band 10). Olms.

Dr. Jonas Völker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department Kunst und Musik der Universität zu Köln und Lehrer für Musik und Sozialwissenschaften am Alexander-von-Humboldt Gymnasium Neuss. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen digital gestützte, kreative Umgangsformen mit Musik, Fragen zum interkulturell orientierten Lernen im Musikunterricht sowie zum musikpädagogischen Umgang mit der Klimakrise.

Bildcredits: Jonas Völker

Veranstaltungsort

Hörsaal 123 Block A (3.OG)
Gronewaldstr. 2
Köln, 50931 Deutschland
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Veranstalter

Department Kunst und Musik