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Vortrag von Stefanie Rinaldi: In-der-Welt-sein – Zukünfte gestalten: Ästhetische Zugänge auf der Sekundarstufe I

Das Anthropozän als Krisendiagnose, vielfach gar als „Apokalypse“ (Danowski/Viveiros de Castro 2016) umschrieben, verlangt nach einer Rekonzeptualisierung der Mensch-Natur-Verhältnisse. So wandelt sich die Epoche der Menschheit gewissermaßen in eine Epoche sans-humains – der Mensch ist nun einer von vielen Akteur*innen im Mensch-Natur-Verhältnis. Diese Vorstellung weckt dystopische Zukunftsvisionen, wie sie in Kunst, Literatur und Medien porträtiert werden (Baysal 2021; Dehr 2020). Gleichzeitig drohen angesichts des Ausmaßes und der Intensität der Krisen im Anthropozän Resignation und Ohnmacht die Oberhand zu gewinnen. Wie begegnet Bildung diesen apokalyptischen Vorstellungen und der Dezentrierung des Menschen?
Im Vortrag werden Einblicke in ein Bildungsprojekt auf der Sekundarstufe I gegeben. Das auf dem Ansatz der Design-based Research beruhende Projekt hat zum Ziel, (dystopische) Zukunftszenarien zu rekonfigurieren und den Menschen als relationales, verleiblichtes, affektives und eingebettetes Wesen zu verstehen. Mit Hilfe von ästhetischen Impulsen (Illeris 2022) werden „normative Erwartungen“ (Baxi 2015) aufgebrochen, Räume geschaffen sowie „imäginäre Pro-jektionen“ (jagodzinski 2022) entwickelt und es wird neues Wissen co-kreiert. Dieser Ansatz spekulativer ästhetischer Bildung ermöglicht neue Perspektiven auf das zukünftige In-der-Welt-Sein.

 

Stefanie Rinaldi ist Professorin am Institut für Fachdidaktik Natur, Mensch, Gesellschaft der Pädagogischen Hochschule Luzern. Sie leitet das den Schwerpunkt «Global Issues Teaching» sowie das gleichnamige Spezialisierungsstudium an der PH Luzern. Sie forscht zu interdisziplinären Ansatz im Umgang mit globalen Belangen im Unterricht. Ein Fokus liegt dabei auf Mensch-Natur-Beziehungen aus neu-materialistischer Perspektive sowie auf dem Umgang mit Komplexität und Kontroversität. Sie verfügt über einen MA in internationalen Beziehungen, einen LL.M. in Menschenrechten und einen Dr. phil. in Politikwissenschaften.

 

Bildcredits: Florina Stuppan

Veranstaltungsort

THEATER (Raum 2.212)
Gronewaldstr. 2
Köln, 50931 Deutschland
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Webseite:
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Veranstalter

Department Kunst und Musik