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Gastvortrag von Max Linz: Von Qualm und Flugblättern und ihrem Verschwinden in Welt 3

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1967 fragt Herbert Marcuse im Vorwort von Der eindimensionale Mensch: „Dient nicht die Bedrohung durch eine atomare Katastrophe, die das Menschengeschlecht auslöschen könnte, ebenso sehr dazu, gerade diejenigen Kräfte zu schützen, die diese Gefahr verewigen?“ Eine dialektische Denkfigur, wie sie für die Kritische Theorie der Frankfurter Schule typisch und die öffentlichkeitswirksame universitäre Philosophie um 1968 charakteristisch ist. Vergangenheit, könnte man sagen, lange tot. Doch auf seinem Grabstein hat Marcuse den lesenden Lebenden die Aufforderung „Weitermachen hinterlassen, die meinem Film eine Hälfte seines Namens gegeben hat. Noch aus dem Grab heraus appelliert der Autor, sich von Ende, Abbruch und Verlust nicht hindern zu lassen. Der Anspruch scheint seltsam und befremdlich, geradezu grotesk – und zugleich erinnert er daran, dass die Utopie eines von Vernichtungsdrohungen befreiten Lebens, das schon im Diesseits „Sanssouci“ wäre, nicht realisiert ist.

Max Linz ist Autor und Regisseur u.a. der Kinofilme Weitermachen Sanssouci (2019), Ich will mich nicht künstlich aufregen (2014) sowie der Web-Serie Das Oberhausener Gefühl (2012). Studium an der FU Berlin, der Sorbonne Nouvelle Paris 3 sowie der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). 2019–2021 Gastprofessor für Bühnenraum/Filmbühne an der UdK Berlin.

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe ›Studio, Art and Research‹ und findet via Zoom statt. Bitte melden Sie sich bei Interesse bei mareen.mueller@uni-koeln.de, Sie bekommen dann Zoom Link und Passwort zur Teilnahme zugeschickt.

Details

Datum:
4. November
Zeit:
16:00 - 17:30
Format:

Veranstaltungsort

online

Veranstalter

Institut für Kunst & Kunsttheorie
Webseite:
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