Category Archives: Lernen

„Happy-Go-Lucky“ in der Reihe „Lehrer-Performances“

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In der Reihe “Lehrer-Performances. Spiel/Filmbeispiele” zeige ich im Januar den Film „Happy-Go-Lucky“ von Mike Leigh (GB 2008). Im Dialog mit einigen Sequenzen des Films werden Prof. Karl-Josef Pazzini und ich mit dem anwesenden Publikum diskutieren.

Zeit: Montag, 13. Januar 2014, 18.00 Uhr
Ort: Rm 404, VMP 8

Der Titel des Films lässt sich ins Deutsche mit den Adjektiven „unbeschwert“, „sorglos“ oder „leichtlebig“ übersetzen. Das scheint auch die Grundstimmung von Pauline, Grundschullehrerin und Protagonistin des Films, zu sein. Mike Leigh zeigt uns die Lehrerin in mehreren Unterrichtsszenen. Zugleich wird Pauline als Schülerin vorgestellt: sie besucht einen Flamenco-Tanzkurs und sie nimmt – nachdem ihr das Fahrrad gestohlen wurde – Stunden in einer Fahrschule, um ihren Führerschein zu machen.
Insbesondere aus den Fahrstunden bei ihrem Fahrlehrer Scott, erfahren wir nicht nur viel über die unterschiedlichen Lehrperformances und die ihnen zugrunde liegenden Pädagogiken, darüberhinaus werden einige imaginative und erotische Facetten der pädagogischen Beziehung thematisiert. Dem möchten wir im Gespräch nachgehen und fragen, ob sich daraus etwas zum Verständnis der Struktur pädagogischer Beziehungen gewinnen lässt.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Coming soon: »Lehr-Performances. Filmische Inszenierungen des Lehrens«

Die Druckvorlage ist beim Verlag, nun kann es nicht mehr lang dauern, bis es wirklich da ist. Der Erscheinungstermin ist nach letztem Planungstand der 9. September 2011:

Zahn, Manuel; Pazzini, Karl-Josef (Hg.): Lehr-Performances. Filmische Inszenierungen des Lehrens (Medienbildung und Gesellschaft), Wiesbaden: VS-Verlag 2011

»Lassen sich in der Analyse von Lehrer-Filmen Teile bestimmter bildungspolitischer, gesellschaftlicher oder kultureller Diskurse freilegen? Ist der Film ein archäologisches Instrument, das durch audiovisuelle Bilder Imaginationsschichten des Lehrens abträgt? Die AutorInnen dieses Bandes betrachten und analysieren aus unterschiedlichen – nicht nur erziehungswissenschaftlichen – Perspektiven die Lehr- und Lehrerdarstellungen in internationalen Spielfilmen, in Fernsehfilmen und TV-Serien. Dabei erschließen sie eine Form der Empirie, die der Film in seiner fiktionalen Verdichtung gegenwärtiger Realität des Lehrens bietet. Durch den konsequenten und theoretisch vielfältigen Bezug auf das filmische Material entsteht ein methodisch interessanter und breiter Einstieg in die andauernde Diskussion um den Lehrerberuf, in historische Betrachtungen und systematische Fragen des Lehrens, des Lernens und ihrer Institutionen.« (Klappentext)

Mit Beiträgen von Sönke Ahrens, Adrienne Crommelin, Hanna Kiper, Gundel Mattenklott, Winfried Pauleit, Karl-Josef Pazzini, Andrea Sabisch, Olaf Sanders, Maarten Simons und Jan Masschelein, Eva Sturm, Jürgen Vogt, Michael Wimmer und Manuel Zahn.

Zur Vorschau gibt es hier noch das Inhaltsverzeichnis des Buchs.

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Perspektiven der Verknüpfung von Kunst, Medien und Bildung

Die Sozietät für Kunst, Medien und Bildung veranstaltet am 25./26.2.2011 in Hamburg ihre zweite Tagung zum Thema „Perspektiven der Verknüpfung von Kunst, Medien und Bildung“. Sie wird sich vor allem dem (zuletzt im medienpädagogischen Diskurs) breit diskutierten Begriff der „Medienbildung“ zuwenden.

Tagungsort ist die Universität Hamburg, Fakultät EPB, Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg, Räume 205-207.

Die Veranstalter laden alle an dem Thema und/oder an der Sozietät Interessierte herzlich ein:

„Sympathisierende der Sozietät – z.B. Kunstpädagog/innen, aber auch Kunsttheoretiker/innen und Medienpädagog/innen, Kunstvermittler/innen – sowie neu Interessierte sollen für die Idee der Sozietät und als potentielle neue Mitglieder gewonnen werden und sind zur Teilnahme an der Tagung, sowohl Freitag, als auch Samstag herzlich eingeladen.“

Tagungskosten: Nicht-Mitglieder 10 € (Studenten 5€) pro Tag, Mitglieder kostenfrei

Nachfragen und Anmeldungen sowie Vorschläge für Beiträge in Wort, Bild oder als Performance bis zum 1.2.2011 an: andrea.sabisch@uni-hamburg.de

Tagungsprogramm:

Freitag, den 25.02.11, 15 Uhr:

Perspektiven der Verknüpfung von Kunst, Medien und Bildung 1: Medienbildung

Die wissenschaftliche Sozietät Kunst, Medien, Bildung stellt sich die Aufgabe, existierende und denkbare Verknüpfungen von Kunst, Medien und Bildung zu erforschen, darzustellen und deren Ergebnisse zu publizieren. Unter dem Stichwort „Medienbildung“ soll mit der geplanten Tagung eine erste Perspektive auf das Feld dieser Verknüpfungen beleuchtet werden.
Dass der Begriff der „Medienbildung“ sich in den letzten Jahren über einen rein medienpädagogischen Diskurs hinaus bis in öffentliche bildungspolitische Diskussionen etabliert hat, kann als Zeichen für das enorme Ausmaß des globalen medienkulturellen Wandels und seiner gesellschaftlichen Folgen gelten. Traditionelle bewahrpädagogische und kulturkritische Positionen scheinen dem nicht mehr angemessen. Vielmehr impliziert der Begriff komplexere Reaktionen auf das Neue der neuen Medienkulturen.
Eine Frage an die Sozietät wäre, welche Rolle die Auseinandersetzung mit Kunst in diesem Kontext spielt und spielen könnte. Kann zum Beispiel der Kunstunterricht einen Beitrag zu einer schulischen Medienbildung liefern? Muss schulische Kunstpädagogik sich dafür an neuen Medienkulturen orientieren? Oder liefert die pädagogisch motiviert Auseinandersetzung mit Kunst grundsätzlich einen Beitrag zu einer „Medienbildung“?
Als Gastreferent wird Benjamin Jörissen, der gemeinsam mit Winfried Marotzki das Konzept der „strukturalen Medienbildung“ entwickelt hat, einen Beitrag aus Perspektive medienpädagogischer und bildungstheoretischer Perspektive leisten.

Samstag, den 26.02.2011 von 10-16 Uhr:

Gemeinsame Entwicklung neuer Perspektiven für die Arbeit in der Sozietät, die Frage weiterer Tagungen und Publikationen, sowie Mitgliederversammlung.

PS: Die oben verwendet Illu gehört zu einem (insb. vor dem Hintergrund des Tagungsthemas „Medienbildung“) äußerst lesenswerten Text von Florian Cramer, „Basteln ist die beste Bildung“, der in der Serie „Selbstbestimmt lernen? 50 Stimmen zu der Zukunft von Bildung“ der Berliner Gazette erschien.

»Monsieur Mathieu und seine Brüder« – Ein Vortrag von Prof. Jürgen Vogt zum Film »Die Kinder des Monsieur Mathieu«

Prof. Jürgen Vogt wird am Mittwoch, den 07. Juli 2010 in Rm 504 (VMP8) im Rahmen der Ringvorlesung »Filmische Inszenierungen des Lehrens und des Lehrers. Lehr-Performances“ seine Überlegungen zum Lehren am Beispiel von Christophe Barratiers Film »Die Kinder des Monsieur Mathieu« (Les Choristes, F 2004) vortragen.

Beachten Sie dazu bitte folgende Terminänderung: Der Vortrag beginnt schon um 18 Uhr!

Der Titel seines Vortrags lautet: »Monsieur Mathieu und seine Brüder« und er wird ausgehend von dem Spielfilm »Die Kinder des Monsieur Mathieu« auf Parallelen anderer Inszenierung des Musiklehrers in populären Filmen der jüngeren Vergangenheit hinweisen. Die Musiklehrer werden dort als paradoxe in Szene gesetzt, die in der Institution Schule zwar wie »Fremdkörper« erscheinen, aber zugleich, ohne eigentliche pädagogische Qualifikation, dasjenige realisieren, was von Schule offenbar erhofft und gewünscht wird.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

»Lehren heisst, individuelle Grenzen überschreiten!« – Ein Vortrag von Prof. Karl-Josef Pazzini zum Film »Die Klasse«

Prof. Karl-Josef Pazzini wird am Mittwoch, den 23. Juni 2010 in Rm 504 (VMP8) im Rahmen der Ringvorlesung »Filmische Inszenierungen des Lehrens und des Lehrers. Lehr-Performances“ seine Überlegungen zum Lehren am Beispiel von Laurent Cantents Film »Die Klasse« (Entre les murs, F 2008) vortragen.

Beachten Sie dazu bitte folgende Terminänderung: Der Vortrag beginnt ausnahmsweise schon um 18 Uhr!

Zum Vortrag: Nachdem Olaf Sanders zuletzt Cantents Film in eine historische Linie mit anderen französischen »Lehrer-Filmen«, wie Truffaults »Sie küßten und sie schlugen ihn« (Les quatre cents coups, F 1959) oder »Der Wolfsjunge« (L’enfant sauvage, F 1969), stellte und kritisch diskutierte, wird sich Karl-Josef Pazzini einem anderen Diskussionsstrang der laufenden Ringvorlesung zuwenden und mit ausgewählten Szenen des Films »Die Klasse« die besondere Beziehung zwischen Lehrer und Schüler, die beim und durch das Lehren entsteht, thematisieren.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

PS: Ich nutze die Gelegenheit, auf eine in Kürze erscheinende Publikation von Karl-Josef Pazzini hinzuweisen. Das Buch wird voraussichtlich im August diesen Jahres in der Reihe „Theorie bilden« des Transcript-Verlags erscheinen: Karl-Josef Pazzini, Marianne Schuller, Michael Wimmer (Hg.): Lehren bildet? Vom Rätsel unserer Lehranstalten. Bielefeld: Transcript 2010.

In der Ankündigung des Verlags heißt es: „Bildung, so wird behauptet, sei zu einer zentralen Ressource geworden, die besser gefördert werden müsse. Der tief greifende Umbau von Schule und Universität gehorcht diesem ökonomischen Imperativ und verkehrt die Bildungsinstitutionen in berufspragmatisch ausgerichtete Lernanstalten. Der Lehrer wird zum apparativ-instrumentellen Faktor – als »Coach«, »Moderator« oder »Lernarrangeur«.
Jedoch: Lehren und Lernen sind nicht auf den apparativ geregelten Austausch von Daten reduzierbar. Bildung ist auf Beziehungen zwischen Subjekten, auf Affekte, Wünsche und Erfahrungen angewiesen. »Lehren bildet?« nimmt dieses Geflecht in seiner Rätselhaftigkeit aus verschiedenen Perspektiven in den Blick, um der »Bildungsreform« kritisch und produktiv zu begegnen.“

„Zwischen schöpferischer Gewalt und aggressivem Pathos“ – Ein Vortrag von Prof. Michael Wimmer zum Film „Der Club der toten Dichter“

Prof. Michael Wimmer wird morgen, Mittwoch, den 9. Juni 2010 um 19 Uhr in Rm 504 (VMP8) im Rahmen der Ringvorlesung »Filmische Inszenierungen des Lehrens und des Lehrers. Lehr-Performances“ zu den Phantasmen des Lehrens im Film »Club der toten Dichter« sprechen.

Sein Vortrag wird die bisher in der Ringvorlesung geführte Diskussion bezüglich der spannungsreichen und von Paradoxien durchsetzten Aufgabe des Lehrens aufnehmen und an Peter Weirs »Klassiker« unter den Lehrer-Filmen diskutieren.

Dabei wird er, so schreibt er zu seinem Vortrag, die These vertreten, „dass der Film »Club der toten Dichter« als eine Inszenierung des pädagogischen Traumes verstanden werden kann, der bis in die Antike zurück reicht: dass es nämlich möglich wäre, Anderen das Leben zu lehren. Zwar werden die kategorialen Grund-Risse und paradoxalen Spaltungen des Pädagogischen keineswegs verleugnet, wie z.B. die zwischen Qualifikationswissen und existentiellem Verstehen, Lernen und Bildung, gesellschaftlicher Brauchbarkeit und individuellem Glück, institutionellem Zwang und subjektiver Freiheit. Doch inszeniert der Film die Lösbarkeit dieser insbesondere in den Lehrern und ihrem Lehren sich manifestierenden widerstreitenden Probleme, allerdings nicht ohne Tragik. So fällt in der filmischen Wunscherfüllung des pädagogischen Traums der Erfolg zusammen mit einem desaströsen Scheitern, das aber ebenso ungewollt wie strukturell unvermeidlich zum Phantasma pädagogischen Gelingens gehört.“

Ich freue mich sehr auf den Vortrag und lade alle Interessierten herzlich ein, zu kommen und mit uns zu diskutieren.

3. Vortrag der Ringvorlesung „Filmische Inszenierungen des Lehrens und des Lehrers“

Die im Zusammenhang mit Fragen nach den Bedingungen individueller Bildung geführte Kontroverse zwischen Milieu- und Subjekttheoretikern ist alt und oft als unfruchtbar markiert worden. Trotzdem scheint die Diskussion immer wieder zu den Punkten der Trägheit des Milieus und der Frage der Veränderung biographischer Entwürfe zurückzukehren. Dafür gibt es auch in der Filmgeschichte vielfältige audio-visuelle Thematisierungen.

Der Vortrag von Winfried Marotzki wird anhand der Filme »Die Vergessenen« (Luis Buñuel, 1950) und »How green was my valley« (John Ford, 1941) zwei dieser audio-visuellen Thematisierungsmuster herausarbeiten. Er wird sich dabei am Beispiel der Institution Schule auf das Verhältnis von sozialer Reproduktion und biographischen Entwürfen konzentrieren.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Ken Loach-Tube

Der britische Filmemacher Ken Loach hat einen Youtube-Sender aufgemacht. Dort sind bislang sieben seiner Filme kostenlos und in völliger Unterbrechungslosigkeit zu sehen, nämlich: POOR COW, CATHY COME HOME, HIDDEN AGENDA, RIFF-RAFF, THE NAVIGATORS, AE FOND KISS und sein vielleicht bester Film KES – den ich auch zu der (mittlerweilen recht langen) Liste von Spielfilmen zähle, die das Lehren oder Lernen in Szene setzen. Viel Spass beim reinschauen! (via cargo)

Filmische Forschung zu den »Grenzen der Lehre«

Andrea Sabisch schreibt in der Ankündigung ihres Vortrags:

»Hanekes Film Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte ist mehr als eine filmische Fiktion in dokumentarischer Manier mit Relevanz für die Gegenwart. Aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive stellt sich in diesem Film die Frage nach Bedingungen und Grenzen der Lehre neu. Unter dem Deckmantel der Fürsorge geschieht etwas, was der Geschichte vorgelagert wurde und zugleich immer wieder vorgeführt wird: ein Verrat am Subjekt. Ist dies der Grund, warum der Lehrer schließlich Schneider wird?«

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!