Re-Education Videowettbewerb

¬†Das HAU/Hebbel-am-Ufer Berlin veranstaltet im Rahmen des thematischen Wochenendes „RE-EDUCATION“ einen Online- Videowettbewerb.
Wie kann man eine gesamte Nation, deren Diagnose „Paranoia“ lautet, wieder zur Vernunft bringen? Wie bringt man an Faschismus Glaubende zur Konversion zu demokratischem Grundverständnis? Diese Frage beantworteten die Alliierten noch während des zweiten Weltkrieges mit der Entwicklung eines umfassenden Programms der Re-Education. In Kriegsgefangenenlagern übte man zu diskutieren und bereits kurz nach Kriegsende wurden die ersten Atrocity Pictures gezeigt. Filme, die mit hauptsächlich dokumentarischem Material ein Schuldbewußtsein bei der deutschen Bevölkerung über ihre Verbrechen in den Konzentrationslagern erzeugen sollten. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges erklärte George C. Marshall im Jahre 1947 den Wiederaufbau Europas zu einer Angelegenheit der amerikanischen Politik. Der Marshallplan, als umfangreiches Hilfsprogramm zum ökonomischen Aufschwung der westeuropäischen Länder, wurde dabei begleitet von einer gigantischen Informationskampagne, die einerseits die Aufbauarbeit der Amerikaner würdigen und andererseits demokratische Konzepte in den Köpfen der Bürger ehemals faschistischer Staaten verankern sollte. Das entscheidende Werkzeug bei diesem Programm war das Medium Film. Der Besuch der Wochenschau konnte zum probaten Gegenmittel gegen den Faschismus und zur Pflicht erklärt werden. Mit Filmen wie „Mr. Marshall und ich“ und „Frischer Wind in alten Gassen“ sollte Demokratie anschaulich und ein positives Weltbild geschaffen werden. You too can be like us!
Im Vorfeld des thematischen Wochenendes „Re-Education“, welches vom 18.-19. Januar anlässlich es 100. Geburtstages des Hebbel Theaters stattfinden wird, veranstaltet das HAU daher ganz im Sinne des Themas einen Videowettbewerb, in dem jede/r Interessierte dazu aufgefordert ist, sich mit dem Medium des Re-Education-Films auseinanderzusetzen.
Möglich sind z.B.:

  • künstlerische Auseinandersetzungen mit früheren (Marshallplan, Japan) oder heutigen (Irak, Afghanistan) Formen von Re-Education.: Von Analyse und Kritik bis hin zu Parodie, Reinszenisierung und Performance.
  • das Arbeiten mit Archivmaterial und Found Footage. Spürt besonders obskure, interessante, fragwürdige oder überzeugende Beispiele für filmische Propaganda auf und macht sie einem breiten Publikum zugänglich.
  • Re-Education-Filme heute: Dreht einen kleinen Film und zeigt uns, für welche (gute) Sache Ihr heute gerne mit filmischen Mitteln Aufmerksamkeit erzeugen würdet.
  • Das Format in dem Ihr dreht ist uns egal: von Super 8 bis zum Handyvideo ist alles möglich. Was zählt ist die originelle Idee.¬†

    Teilnahme
    Um teilzunehmen müsst ihr nur euer fertiges Video bei Youtube hochladen, dem Re-Education-Medium für das 21. Jahrhundert. Werdet Mitglied in unserer Gruppe: http://youtube.com/group/reeducation und veröffentlicht euer Video dann auf dieser Gruppenseite. Teilnahmeschluss ist Freitag der 11.01.2008. Die drei besten Beiträge werden zusätzlich zu ihrer Internetveröffentlichung im Rahmen des Re-Education-Themenwochenendes dem HAU-Publikum im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung am Samstag abend vorgeführt. Als Preis für das beste Video winkt ein NOKIA Fotohandy N 95 (im Wert von 700 Euro).¬†¬†

    Kontakt
    Bei Fragen wendet Euch bitte an: videowettbewerb@hebbel-am-ufer.de www.youtube.com/HAU100REEDUCATION
    www.myspace.com/re_education