Abstract

Kunststudium und -unterricht zwischen Praxistheorien, künstlerischen Praktiken, Begriffen, Institutions- und Machtkritik, Kontingenz und kollektiver Erfahrung.

Kunstpädagogische Praxis ist wie jede Praxis situativ, an Erfahrungen gebunden, vielperspektivisch und immer ein wenig anders und doch vergleichbar. Sie findet in institutionellen Rahmungen statt, wird empirisch erforscht, vielfältig theoretisiert und durch Regierungstechniken strukturiert (u.a. durch Praktiken des Übens und Prüfens und Ressourcenverteilungen). Auffassungen von Kunst, Subjektivität und Wissen oder Perspektiven der kritischen Kunstvermittlung prägen ebenso unsere Vorstellungen von Kunstunterricht und kunstpädagogischer Professionalität wie die je eigene Schulbiografie. Aktuell gibt die documenta fifteen Impulse zum Shift von der Repräsentation hin zur Handlung. Wissen entsteht im Prozess des Teilens, weshalb eine Bibliothek ein Ort der Zusammenkunft sein kann. Vielleicht entstehen durch die Praktiken der künstlerischen Kollektive des globalen Südens neue Diskurse, was auf weitere wandelbare Deutungszusammenhänge von Kunstunterricht hoffen lässt.

Info

Christine Heil, Dr. phil., ist Professorin für Kunstdidaktik und Bildungswissenschaften an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Raum und Bildung sowie forschendes Lernen in kollaborativen und fächerübergreifenden Kontexten, neue Formen des Wissens und diskriminierungskritische Perspektiven. Sie ist Autorin und engagiert sich in der Veränderung von Bildungsinstitutionen.