Abstract

Soziale Medien ermöglichen es Nutzer*innen eigene Inhalte zu generieren und miteinander zu teilen. Die Plattformen befördern dabei über ihre technisch-gestalterische Verfasstheit spezifische Handlungs- und Kommunikationsmuster, die sich in die Beiträge der Nutzenden einschreiben. TikTok ist im Vergleich zu anderen Social Media Plattformen stärker auf die Bereiche Kreativität, Fiktion und Performance ausgerichtet. Im Zentrum der App stehen nutzer*innengenerierte Videoclips, die maximal eine Minute umfassen und über gemeinsame Sounds, identische Choreografien und thematische Kategorisierungen miteinander in Verbindung gesetzt werden. Der sogenannten #ForYou-Feed spielt Tanzperformances, Bildungsinhalte und politische Meinungsmache scheinbar gleichberechtigt nebeneinander aus und präsentiert sie den Nutzer*innen als mehrdimensionale Endlosschleife. Der Vortrag zeigt in diesem Kontext Affordanzen, Limitationen und kreative Aneignungsphänomene von TikTok auf und bildet diese auf die Produktions- und Rezeptionsgewohnheiten sowie die Erwartungshaltungen in Bezug auf die (ästhetische) Ausgestaltung der Inhalte ab.

Info

Judith Ackermann ist Forschungsprofessorin für Digitale und vernetzte Medien in der Sozialen Arbeit an der FH Potsdam. Seit 2017 leitet sie anteilig das BMBF-Projekt „Postdigitale Kunstpraktiken in der Kulturellen Bildung“ (PKKB) und seit 2019 anteilig das Projekt „Digitale Inklusion im Kontext Sozialer Angststörungen“ (DISA). In ihrer Forschung befasst sie sich mit den Potenzialen der Digitalisierung für Gesellschaft und Kultur. Ackermann ist wissenschaftlicher Beirat der Akademie für Theater und Digitalität Dortmund und betreibt seit August 2020 als @dieprofessorin Wissenschaftskommunikation auf TikTok.