Abstract

Bezogen auf den Internet-Kontext meint Trolling das Eingreifen anonymer User auf digitalen Plattformen mit dem Ziel, emotionale Überreaktionen zu provozieren. Über eine spezifische Art der Verwendung massenmedialer Rhetoriken können auch „künstlerische Trolle“ eine auf „criticality“ bedachte Kunstwelt provozieren, um dieser ihre Voreinstellungen anhand kontrovers dargebotener Themen vorzuführen. Durch offensichtliche Verkürzung und Verzerrung können sie für lebendige Diskussionen sorgen, sowohl über die von ihnen aufbereiteten Themen als auch über die Angemessenheit der Aufbereitung. Anhand der Arbeit „New Eelam“ von Christopher Kulendran Thomas und Annika Kuhlmann geht der Vortrag dem Potential solcher ideologisch zweischneidiger Arbeiten nach, uns dazu zu bringen, zu medialen, auch künstlerischen Zusammenstellungen des Politischen Stellung zu beziehen.

Info

Ellen Wagner ist freie Autorin und Kuratorin. Texte von ihr erschienen u. a. auf dem Artblog Cologne und in der Springerin. Nach ihrem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg schrieb Ellen Wagner ihre Dissertation zu Strategien der Mimikry in der Post-Internet Art an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach a. M.