Foto: © Franz Fanon, Black Sin, White Masks 1967 & healthline

 

WORKSHOPBESCHREIBUNG

Rassismus ist allgegenwärtig. Egal ob Arbeitsmarkt, Wohnungssuche, Kunstproduktion, Bildungssystem oder Freizeit: es gibt keinen öffentlichen oder privaten Bereich der Gesellschaft, der nicht von strukturellem Rassismus, rassistischem Denken oder Handeln durchzogen ist. Aber Rassismus ist kein isoliertes Phänomen, sondern findet in konkreten politischen, ökonomischen und kulturellen Konstellationen statt. Er ist nicht losgelöst von den sozialen Verhältnissen und muss in Beziehung zu diesen untersucht werden. In den Worten des Soziologen Stuart Hall lässt sich sagen, dass „Race“ die Modalität ist, in welcher Klassenverhältnisse erfahren, angeeignet und erkämpft werden.

Wie lässt sich also Rassismus in der Analyse nicht als kolonialer Fetisch essentialisieren? Wie können wir Praktiken, Policies, Diskurse oder Affekte als rassistisch identifizieren, obwohl keine expliziten Bezugnahmen auf kolonial-rassistische Tropen stattfinden?

Wie können wir aus rassismuskritischer Perspektive gleichermaßen psychoanalytisch über eigene Internalisierungen sowie materialistisch über die Ausbeutung von Arbeitsmigrant*innen und Geflüchteten bei der Ernte sprechen?

Welche Objekte und Symbole können wir freilegen, um diese Analysen zu erzählen?

In diesem Workshop werden wir gemeinsam im Sinne einer künstlerischen Forschung Theorie-Lektüre betreiben, Archivmaterial sichten und daraus eigene künstlerische Skizzen entwerfen.

 

Julian Warner leitet den Workshop mit der Nummer 3.