Carolin Jakob, Anna Sprenger: Thinking beyond AI4ArtsEd – Künstlerische Praktiken mit und über generative KI für die Bildungspraxis (06.05.2026)
Abstract
Die rasante Entwicklung von (generativer) KI transformiert nicht nur gesellschaftliche und politische Strukturen, sondern auch Bildungstheorie und -praxis. In der kunstpädagogischen Bildung entsteht daraus ein komplexes Spannungsfeld: Einerseits prägen kommerzielle generative KI-Anwendungen zunehmend Bildkulturen und riskieren eine funktional verkürzte Nutzung, andererseits eröffnen KI-gestützte künstlerische Praktiken neue kreative und ästhetisch-explorative Gestaltungsmöglichkeiten.
Das Projekt Artificial Intelligence for Arts Education (AI4ArtsEd) adressiert dieses Spannungsfeld aus interdisziplinärer Forschungsperspektive. Im Zentrum stehen kunstpädagogisch fundierte Nutzungskonzepte sowie offene technologische Infrastrukturen, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit algorithmischen Logiken, ästhetischen Bedingungen und ethischen Implikationen ermöglichen. Der Vortrag präsentiert Erkenntnisse aus Fallstudien, Experteninterviews und Situationsanalysen und beleuchtet die Entwicklung und Erprobung eines generativen Open-Source-KI-Systems für kunstpädagogische Bildungsprozesse.
Info
Anna Sprenger ist Doktorandin am Institut für Kunst der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. In ihrer Forschung untersucht sie anhand dekolonialer Theorien die kolonialen Fortführungsmechanismen in algorithmischen Technologien. Sie ist Teil des BMBF-Projekts “Artificial Intelligence for Arts Education” sowie des Grimme Forschungskollegs geförderten Projekts “Algorithmic Literacy Lab”. Ihr Beitrag “Un(be-)rechenbare Geschichten – zwischen den Zeilen des technologischen Solutionismus lesen” ist kürzlich im Sammelband Bildung des Narrativen. Transdisziplinäre Perspektiven auf intermediales Erzählen [in] der Postdigitalität erschienen.
Carolin Jakob ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Department für Kunst und Musik an der Universität zu Köln. Im Rahmen des vom BMBF geförderten interdisziplinären Forschungsprojekts Artificial Intelligence for Arts Educationwirkt sie an der Entwicklung einer KI-Technologie für die Kulturelle Bildung mit. In ihrer Promotion untersucht sie ko-kreative Praktiken mit und über generative KI an der Schnittstelle von Kunst, KI und Bildung. Zudem ist sie ausgebildete Kunstlehrerin und hat ihr Referendariat an einer integrativen Gesamtschule absolviert.
