Abstract

Selbermachen – oder ‚do it yourself‘ (kurz: diy) – ist ein Trend, der sich seit kurz nach der Jahrtausendwende nachvollziehen lässt und der, insbesondere während der Corona-Pandemie, nochmal enormen Aufwind erfuhr. Ob in Knit-Graffiti-Zirkeln, Maker Spaces oder beim Urban Gardening, Selbermachen ist vielgestaltig und zeigt sich aktuell eingewoben in spezifische sozial-mediale Praktiken. Der Vortrag „Selbste und Selbstgemachtes: Theoretische und empirische Verortungen von Subjekten, ihren Identitäten und Artefakten am Beispiel einer DIY-Bloggerinnen-Community“ vollzieht anhand einer Studie in einer Nähbloggerinnen-Community nach, welche Funktion das Nähbloggen für die Selbstbildungsprozesse der Bloggerinnen erfüllt und ordnet vor diesem Hintergrund ein, welche Möglichkeiten wir aktuell in der Medienpädagogik diskutieren, um Subjektivierungs- und Selbstbildungsprozesse abzubilden und zu erforschen. Dazu werden zunächst die die medienpädagogischen Theoriediskurse der Subjektivierung und Identitätsbildung nachvollzogen und kritisch befragt, um schließlich zu reflektieren, welche methodischen Implikationen und Herausforderungen sich damit für die Erforschung von Subjekt(ivierung) und Identität in sozial-medialen Zusammenhängen ergeben.

Info

Stefanie Henke, Diplom-Pädagogin, vertritt aktuell an der Universität zu Köln die Juniorprofessur für Erziehungswissenschaftliche Medienforschung. Sie promoviert an der Universität zu Köln mit einer Arbeit zu Subjektivierungs- und Selbstbildungsprozessen von DIY-Bloggerinnen. Darüber hinaus lehrt sie zu den Themenspektren Qualitative Sozialforschung und Medienpädagogik. In vergangenen Jahren forschte sie insbesondere zu Fragen sozialer und digitaler Teilhabe.