Michael Lüthy: Sehen/Denken/Wissen/Verstehen: Prozesse der Selbst- und Weltbildung im Umgang mit Kunst (21.05.2025)
Abstract
Sehen/Denken/Wissen/Verstehen: Prozesse der Selbst- und Weltbildung im Umgang mit Kunst
Dass es gewinnbringend ist, sich mit Kunstwerken auseinanderzusetzen – gerade auch in pädagogischen Zusammenhängen -, ist allgemein akzeptiert. Doch um welchen Gewinn geht es? Um starke subjektive Erfahrungen? Um die Vermehrung des Objektwissens? Um Einsichten in historische oder gesellschaftliche Kontexte? Sicherlich um all dies. Doch wie hängen diese Sinndimensionen von Kunstwerken zusammen? Schließen sich subjektive Erfahrung und objektive Erkenntnis nicht sogar wechselseitig aus? Der Vortrag entwirft ein relationales Modell des Kunstverstehens, das den inneren Zusammenhang dieser unterschiedlichen Erfahrungs- und Wissensorientierungen aufzeigt. Zentral ist dabei der Begriff des „Passens“, den Ludwig Wittgenstein in den ästhetischen Reflexionen seines Spätwerks entwickelt.
Info
Michael Lüthy, geb. 1966, ist seit 2020 Professor für Kunstgeschichte der Moderne und der Gegenwart an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Basel und der Freien Universität Berlin, im Jahr 2000 Promotion über Édouard Manet, im Jahr 2010 Habilitation über die Produktivität moderner Kunst im Anschluss an Ludwig Wittgenstein. 2010-2014 war er Professor für Neuere und Neueste Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin, 2014-2020 Professor für Geschichte und Theorie der Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar. Arbeitsschwerpunkte sind die französische Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die US-amerikanische Kunst nach 1945 sowie Ästhetik und Kunsttheorie der Moderne.
