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Ulrike Gerhardt (Oldenburg): Ko-Kreation vor dem Horizont des Former West: Ein ästhetisch-didaktisches Prinzip

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Der Begriff Ko-Kreation ist in kunstpädagogischen, kulturellen und bildungspolitischen Diskursen präsent und wird meist mit KI und Innovation in Verbindung gebracht. Doch was bedeutet er in Bezug auf alternative edukative Methoden und zeitgenössische Positionen der kulturellen Bildung? Welche theoretischen, historischen und praktischen Entwicklungen haben zu seiner Popularität beigetragen – und welches transformative Potenzial birgt er für Bildungsprozesse, die sich anderen, translokalen Biografien und Geschichten öffnen?

Der Beitrag verortet Ko-Kreation als ästhetisch-didaktisches Prinzip im Spannungsfeld von partizipativer Ästhetik, (post-)digitaler Medienkultur und geopolitischen Konstruktionen. Zum einen wird anhand ausgewählter Kunstwerke – etwa Khtobtogone (2021) von Sara Sadik – gezeigt, wie beispielsweise interpersonelles und audiovisuelles Geschichtenerzählen in der Spielwelt von Grand Theft Auto als Form der ko-kreativen künstlerischen Forschung zum Einsatz kommt, um muslimisch-migrantische Lebenswelten von Jugendlichen an der südfranzösischen Mittelmeerküste erfahrbar zu machen. Zum anderen soll anhand einiger transdisziplinärer Beispiele aus Lehre und Forschung erörtert werden, inwiefern ko-kreative, community-übergreifende Praxen soziale Teilhabe und Empathie stärken und wie durch sie differenzsensible, postwestliche Wissens- und Bildungsräume zugänglich gemacht werden können. Hieran anschließend stellt sich die Frage, ob ko-kreative Ansätze Anregungen für ein Neudenken institutioneller Machtrelationen, Hegemonien und Beziehungen bieten.

 

Dr. Ulrike Gerhardt forscht und lehrt als Kunst- und Kulturwissenschaftlerin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und ist seit 2010 kuratorisches Mitglied von District * Schule ohne Zentrum. Sie wurde 2021 an der Leuphana Universität Lüneburg promoviert mit einer Studie zur „Generation Transformation“: zu europäischen Kunstschaffenden, die den Umbruch nach 1989/91 in ihrer Kindheit erlebten und in videokünstlerischen Arbeiten reflektieren (De Gruyter Brill, 2024). Derzeit arbeitet sie im Projektverbund DigiProSMK (BMFTR, 2023–26) am Lehrstuhl von Prof. Dr. Michaela Kaiser zu Methoden postdigitaler, ökologischer und geschichtsbewusster Bildung. Sie ist Mitherausgeberin der 6. INSERT. Artistic Practices as Cultural Inquiries-Ausgabe „Troubled Matter – Denken mit sedimentierten Geschichten (ZHdK, 2024) und (ko-)realisierte Projekte wie Ökologische Beunruhigung (VR-Raum, UOL, 2024), das Sensing Peat Art & Research Network (seit 2023) und die seit 2016 bestehende multikuratorische Videokunstplattform D‘EST (mit Suza Husse).

Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Studierenden, Lehrenden, Mitarbeitenden, externen Interessierten etc. sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie in Ilias. (Externe Interessierte melden sich bitte per mail bei Nabi Wenke: Nwenke@smail.uni-Koeln.de

Das Semesterprogramm der Ringvorlesung Kunstpädagogische Positionen findet sich hier.

 

Hinweise zur Barrierefreiheit:
Die Veranstaltung findet in der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, Gebäude 216, in der Gronewaldstr. 2 statt. Die Eingänge liegen zur Herbert-Lewin-Str. Das gesamte Gebäude ist ebenerdig gelegen und weitere Etagen sind mit Aufzügen erreichbar. Die Eingänge sind für die meisten Rollstühle, Kinderwagen und Gehhilfen breit genug. Die Türen können elektronisch geöffnet werden.
Die Veranstaltungsräume THEATER, MBR und LAB befinden sich im 2. Obergeschoss des BT2 (Bauteil 2), das am besten über den nördlichen Eingang an der Ostseite in Richtung des Kanals zu erreichen ist. Ein Aufzug ist vorhanden, allerdings müssen Zwischentüren durchquert werden, welche nur teilweise elektrisch zu öffnen sind, sodass zusätzliche Unterstützung notwendig sein kann. 
In diesem Gebäudeteil gibt es keine Toiletten. Die nächsten Toiletten befinden sich im BT1 (Hauptgebäude), das mit dem Fahrstuhl und teilweise elektrischen Türen erreichbar ist. Im BT1 befinden sich binär getrennte Toiletten, welche rollstuhlgerecht erreicht werden können. Das behindertengerechte WC befindet sich im Erdgeschoss. Das WC ist ausgestattet mit einer Toilette und einer Dusche. Zugänglich ist das WC mit dem Euro-Behinderten-WC-Schlüssel, der auch beim Hausmeister dieses Gebäudes zu entleihen ist. Die nächsten Toiletten für alle Geschlechter befinden sich im Untergeschoss im BT2 und ist ebenfalls mit Fahrstuhl zu erreichen. Der Zugang zu diesen Toiletten ist während der regulären Öffnungszeiten gewährleistet.

Bildcredits:

Sara Sadik, Khtobtogone (2021), 16:08 min., mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin

Veranstaltungsort

THEATER (Raum 2.212)
Gronewaldstr. 2
Köln, 50931 Deutschland
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Veranstalter

Institut für Kunst & Kunsttheorie
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