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[DANK TALKS] Verena Straub: Make-up Proteste auf TikTok. Die Memefizierung des Widerstands

Der Vortrag gibt Einblick in das DFG-Forschungsprojekt „Bildproteste in den Sozialen Medien“ und untersucht eine spezifische Form visuellen Aktivismus auf TikTok. Make-up-Videos sind hier zu einer weit verbreiteten Form feministischen Widerstands geworden. Scheinbar harmlose Beauty-Routinen werden zu affizierenden und anklagenden Performances verdichtet, die als Memes vielfach re-enacted und global zirkuliert werden: von sogenannten „Fake“-Tutorials, die die algorithmische Sichtbarkeit von Beauty-Content gezielt kapern, bis hin zu künstlerisch versierten Transition-Videos, die durch aufgeschminkte Verletzungen gegen geschlechtsspezifische Gewalt protestieren. Der Vortrag untersucht diese „Memefizierung“ von Protest im Kontext unterschiedlicher Bewegungen, darunter die iranische Frau, Leben, Freiheit-Bewegung sowie die transnationalen #NiUnaMenos-Proteste gegen Femizide. Im Zentrum steht die Frage, wie sich das ambivalente und teils widersprüchliche Verhältnis zwischen Make-up-Praktiken, plattformbasiertem Feminismus und kollektiven politischen Bewegungen fassen lässt. Zugleich will der Vortrag untersuchen, inwiefern diese Formen des Aktivismus mit künstlerischen Praktiken zeitgenössischer Make-up-Artists resonieren, die Make-up ebenfalls als kritisches und politisches Medium einsetzen.

 

Dr. Verena Straub ist Kunst- und Bildhistorikerin an der Technischen Universität Dresden. Ihre Forschung konzentriert sich auf Bilder im Kontext politischer Agitation sowie auf populäre Bildpraktiken in den Sozialen Medien. Seit 2022 ist sie Principal Investigator des DFG-Projekts „Bildproteste in den Sozialen Medien“ an der TU Dresden und arbeitet im Rahmen ihres Postdoc-Projekts zu Memes als politischer Bildpraxis. 2019 promovierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin zur Aktualität und Geschichte audiovisueller Märtyrerzeugnisse von Selbstmordattentäter*innen (erschienen 2021 bei transcript).

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts DANK TALKS des DANK IMAGES Research Networks statt. Alle Interessierten sind herzlich Willkommen!

 

Organisation: Christina Vollmert (Universität zu Köln), Konstanze Schütze (PH Karlsruhe), Jan Grünwald (Mozarteum Salzburg/Innsbruck)

Veranstaltungsort: Zoom via Universität zu Köln | Zoom-Zugang 

 

 

Bildcredits:  Zoë Roth, Disaster Girl / Bildbearbeitung: Sarah Wölker

Details

Datum:
13. April
Zeit:
17:30 - 18:30
Format:
Website:
https://kunst.uni-koeln.de/dankimages/welcome/

Veranstaltungsort

online

Veranstalter

Dank Images Research Network
Website:
Veranstalter-Website anzeigen