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Vortrag von Laura Benetschik: White Noise und andere Störungen – Verschieben, Verlernen, Verbinden

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Wie lässt sich künstlerische Forschung als gemeinsamer Denk- und Handlungsraum gestalten – jenseits institutioneller Vorgaben, produktionsgetriebener Logiken und disziplinärer Zuschreibungen?

Laura Benetschik versteht ihre künstlerisch-forschende Praxis als ein „Ausstrecken nach Entanglements“, als bewusste Ver- und Entflechtungen zwischen Menschen, More-than-Human-Evidenzen, Technologien, Geschichten, Materialien und Perspektiven.

Forschung wird dabei nicht als Produktion von Ergebnissen verstanden, sondern als Öffnung für das Ungewisse, für Reibung, Zärtlichkeit und Widerspruch. Diese Öffnung gegenüber dem Ungewissen, dem Unauflösbaren, vollzieht sich am besten gemeinsam: Daher widmet sich der Beitrag der Frage, wie Kompliz*innenschaft entstehen kann – nicht als harmonisches Miteinander, sondern als ein kontinuierliches Aushandeln, ein aufmerksames Zuhören im Konflikt, ein kollektives Infragestellen und als Praxis der Störung. Dabei wir Störung zur Methode: Sie macht Ausschlüsse sichtbar, destabilisiert Gewissheiten – und schafft Raum für neue Allianzen, Praktiken und Zukunftsentwürfe.

Laura Benetschik baut in ihrem Beitrag auf ihre Masterarbeit zum Begriff des glitch und glitch feminism (Legacy Russell) auf, um digital-analoge Störmomente des Forschungsprozess sichtbar zu machen. Diese Perspektive lädt ein, methodische Pluralität als ein „Labor“ der Wissenschaft zu verstehen, in dem künstlerisch-forschend neu und vielschichtig miteinander verflochten wird – stets in selbstreflexiver Einbindung aller Beteiligten im jeweiligen Forschungsfeld.

Laura Benetschik (M.A. Theaterwissenschaft, B.A. Kultur- und Bildungswissenschaft) arbeitet als künstlerische Forscherin zwischen analogen und digitalen Tools. Sie ist DJ, Soundkünstlerin, Co-Kuratorin bei Al Forno (Mainz) und Co-Produzentin mit dieAnstoß e.V. (Karlsruhe). Seit Oktober 2024 ist sie wissenschaftliche Volontärin am ZKM | Hertzlab, wo sie an der Schnittstelle von Klang, Technologie und künstlerischer Forschung arbeitet. Ihr Interesse gilt institutionskritischen und Methoden pluralisierenden Perspektiven, im Rahmen kritischer weißseinsForschung.

 

Bildcredits: Laura Benetschik

 

Die Ringvorlesung findet im Wintersemester 2025/26 erneut in Kooperation mit Prof. Dr. Konstanze Schütze der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (Studiengang Kulturvermittlung) statt. Dieser Vortrag findet in Karlsruhe statt und wird via Zoom gestreamt. Bitte senden Sie eine E-Mail an Emilia Terodde, um den Zugangslink zu erhalten.

Details

Datum:
9. Dezember
Zeit:
18:00 - 19:30
Format:

Veranstaltungsort

online

Veranstalter

PH Karlsruhe
Website:
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