
CARE RESEARCH FELLOWSHIP
Artificial Intimacies
(fellow: jessie beier, 2025)

jessie beier. Artificial Intimacies - Figuring Care in the Age of AI [Vortrag], 21. Oktober 2025, Pädagogische Hochschule Karlsruhe.
Zum Fellowship:
Welche neuen Intimitäten entstehen in der wachsenden Ökonomisierung von Begehren, Affekt und Beziehungen? Was bedeutet es, wenn immer mehr Care und emotionale Arbeit auf Maschinen verlagert wird? Wie muss eine Pädagogik im Zeitalter Künstlicher Intimitäten (Artificial Intimacies) aussehen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Fellowship Artificial Intimacies von jessie beier, das im Oktober 2025 an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe stattfand. In einem Vortrag und einem Workshop stellte beier ihre Forschung zu Künstlicher Intelligenz, Care und Art Education vor und lud dazu ein, alternative pädagogische Strategien zur Erforschung algorithmischer Prozesse zu erproben.
In ihrem Vortrag Artificial Intimacies — Figuring Care in the Age of AI untersuchte beier anhand von fünf experimentellen Begegnungen mit verschiedenen Chatbots bzw. sog. Companion AIs, die Funktionsweisen und Mechanismen Künstlicher Intimitäten. Dabei reflektierte sie sowohl Intimität als auch Künstliche Intelligenz als miteinander verschränkte Infrastrukturen und lieferte einen dichten Einblick in aktuelle Phänomene und Debatten, der auf theoretischen Untersuchungen, künstlerischen Experimenten und pädagogischen Reflexionen basiert. Schließlich stellte beier anhand ihres Projekts Learning Machines: Live from the Black Box! ihre eigene Praxis der research-creation vor. Im anschließenden Workshop Tender Circuits – Scores for Artificial Intimacies bekamen die Teilnehmenden die Möglichkeit, kunstpädagogische Strategien zu erproben, welche sich dem Prinzip schulischer Verwertbarkeit widersetzen. In Anlehnung an Strategien aus der Instructional Art wurden algorithmische Konzepte in einem Kreislauf aus analogen und digitalen Tools untersucht, was Praktiken der Performance, des Schreibens und der Reflexion umfasste.
Das Care Research Fellowship ist eine Arbeitsform des Care Research Lab (CRL), das von der Universität zu Köln und der PH Karlsruhe gemeinsam betrieben wird, um spezifische Fragestellungen und Fallbeispiele im Themenfeld Care (dt.: Für/Sorge) zu fokussieren. Die regelmäßigen Fellowships stellen internationale Expert*innen in den Kontext der Forschung des Care Research Lab, und bereichern die Untersuchung an Formen und Verhältnissen einer „Global Care Education“ im transnationalen Global Care Lab. Das Global Care Lab besteht seit 2023 als Kooperation zwischen der Universität zu Köln (Lehrstuhlvertretung Ästhetische Theorie und Praxis, Kunst und Kunsttheorie, Martina Leeker), der PH Karlsruhe (Lehrstuhl für Ästhetische Bildung und Kunstvermittlung, Konstanze Schütze) sowie der Chinese University of Hong Kong (School of Communication and Journalism und Digital Narratvies Lab, Nishant Shah).
BIO/CV:
jessie beier (fellow) ist Lehrerin, Künstlerin, Forscherin und bezeichnet sich selbst als „conjurer of weird pedagogies for unthought futures“ (https://www.jessiebeier.com/). Mit experimentellen Konzepten und Methoden an der Schnittstelle von Pädagogik, Philosophie und zeitgenössischer Kunst versucht sie, Pädagogik neu zu verorten. Derzeit ist sie Assistenzprofessorin am Department of Art Education der Concordia University in Montreal, wo sie in ihrer Lehre und Forschung unterschiedliche Themenfelder der Forschungs- und künstlerischen Praxis, Theorie sowie spekulativer Philosophie für eine „weird pedagogy“ mobilisiert.
„When machines are trained to care –
Engage in weird pedagogies!“
Exploration:
Wie sehen neue Narrative der Für/Sorge aus, die auf Responsivität und Reziprozität beruhen?
Wie kann eine Pädagogik der Für/Sorge aussehen, die sich gegen eine Hierarchie zwischen Für/Sorge-Gebenden und -Nehmenden wendet?
Welche Art von Infrastrukturen und Ressourcen brauchen wir, um Care-Arbeit als Prävention und nicht als Heilung zu begreifen?
...
Das Dossier zum Fellowship Artificial Intimacies versammelt Reflexionen, Einordnungen und Materialien, wie inhaltliche Zusammenfassungen, Literaturlisten, Aufgabenstellungen und Fotoimpressionen zu den beiden Inputs von jessie beier. Ebenso wird durch Fragen und Impulse dazu eingeladen, die Inhalte zu vertiefen und Zusammenhänge mit anderen Forschungsschwerpunkten des Care Research Lab herzustellen.
Material und Inputs:

Dossier: Care Research Fellowship. ARTIFICIAL INTIMACIES (Fellow: jessie beier, 2025), In: Care Research Lab, 2025. https://kunst.uni-koeln.de/careresearchlab/ >> PDF-Version

Vortrag: jessie beier. Artificial Intimacies - Figuring Care in the Age of AI, 21. Oktober 2025, Pädagogische Hochschule Karlsruhe & online. >> Aufzeichnung
In diesem Vortrag stellte jessie beier fünf Begegnungen bzw. Experimente mit verschiedenen AI Chatbots vor, die Intimität, Aufmerksamkeit und Unterstützung versprechen. Anhand dessen untersuchte sie die pädagogischen Implikationen solcher Intimitäten, d. h. wie Care in der neuen Intimitätsökonomie automatisiert, ge- und verlernt wird. Als Gegen-Modelle präsentierte sie Konzepte wie „weird intimacies“ und „black box pedagogy“, die sie mit Mitteln der research-creation entwickelt hat.

Workshop: jessie beier. Tender Circuits–Scores for Artificial Intimacies, 22. Oktober 2025, Pädagogische Hochschule Karlsruhe. [undokumentiert]
In diesem Workshop wurden anhand diverser objektorientierter und performativer Übungen algorithmische Prozesse untersucht und Pädagogik im Kontext von KI und Care neu gedacht. In Anlehnung an Strategien der Konzeptkunst wurden verschiedene Arten der Instruktionen, Anweisungen und Prompts erprobt, reflektiert und diskutiert. Der Workshop endete mit einer gemeinsamen Gruppenperformance, welche die Idee des Kreislaufs zugrunde legte.
CARE RESEARCH FELLOWSHIP
Community Care
(fellow: Daisy Tam, guest: Nishant Shah, 2023)

jessie beier. Artificial Intimacies - Figuring Care in the Age of AI [Vortrag], 21. Oktober 2025, Pädagogische Hochschule Karlsruhe.
Zum Fellowship:
Welche neuen Intimitäten entstehen in der wachsenden Ökonomisierung von Begehren, Affekt und Beziehungen? Was bedeutet es, wenn immer mehr Care und emotionale Arbeit auf Maschinen verlagert wird? Wie muss eine Pädagogik im Zeitalter Künstlicher Intimitäten (Artificial Intimacies) aussehen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Fellowship Artificial Intimacies von jessie beier, das im Oktober 2025 an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe stattfand. In einem Vortrag und einem Workshop stellte beier ihre Forschung zu Künstlicher Intelligenz, Care und Art Education vor und lud dazu ein, alternative pädagogische Strategien zur Erforschung algorithmischer Prozesse zu erproben.
In ihrem Vortrag Artificial Intimacies — Figuring Care in the Age of AI untersuchte beier anhand von fünf experimentellen Begegnungen mit verschiedenen Chatbots bzw. sog. Companion AIs, die Funktionsweisen und Mechanismen Künstlicher Intimitäten. Dabei reflektierte sie sowohl Intimität als auch Künstliche Intelligenz als miteinander verschränkte Infrastrukturen und lieferte einen dichten Einblick in aktuelle Phänomene und Debatten, der auf theoretischen Untersuchungen, künstlerischen Experimenten und pädagogischen Reflexionen basiert. Schließlich stellte beier anhand ihres Projekts Learning Machines: Live from the Black Box! ihre eigene Praxis der research-creation vor. Im anschließenden Workshop Tender Circuits – Scores for Artificial Intimacies bekamen die Teilnehmenden die Möglichkeit, kunstpädagogische Strategien zu erproben, welche sich dem Prinzip schulischer Verwertbarkeit widersetzen. In Anlehnung an Strategien aus der Instructional Art wurden algorithmische Konzepte in einem Kreislauf aus analogen und digitalen Tools untersucht, was Praktiken der Performance, des Schreibens und der Reflexion umfasste.
Das Care Research Fellowship ist eine Arbeitsform des Care Research Lab (CRL), das von der Universität zu Köln und der PH Karlsruhe gemeinsam betrieben wird, um spezifische Fragestellungen und Fallbeispiele im Themenfeld Care (dt.: Für/Sorge) zu fokussieren. Die regelmäßigen Fellowships stellen internationale Expert*innen in den Kontext der Forschung des Care Research Lab, und bereichern die Untersuchung an Formen und Verhältnissen einer „Global Care Education“ im transnationalen Global Care Lab. Das Global Care Lab besteht seit 2023 als Kooperation zwischen der Universität zu Köln (Lehrstuhlvertretung Ästhetische Theorie und Praxis, Kunst und Kunsttheorie, Martina Leeker), der PH Karlsruhe (Lehrstuhl für Ästhetische Bildung und Kunstvermittlung, Konstanze Schütze) sowie der Chinese University of Hong Kong (School of Communication and Journalism und Digital Narratvies Lab, Nishant Shah).
BIO/CV:
jessie beier (fellow) ist Lehrerin, Künstlerin, Forscherin und bezeichnet sich selbst als „conjurer of weird pedagogies for unthought futures“ (https://www.jessiebeier.com/). Mit experimentellen Konzepten und Methoden an der Schnittstelle von Pädagogik, Philosophie und zeitgenössischer Kunst versucht sie, Pädagogik neu zu verorten. Derzeit ist sie Assistenzprofessorin am Department of Art Education der Concordia University in Montreal, wo sie in ihrer Lehre und Forschung unterschiedliche Themenfelder der Forschungs- und künstlerischen Praxis, Theorie sowie spekulativer Philosophie für eine „weird pedagogy“ mobilisiert.
„When machines are trained to care –
Engage in weird pedagogies!“
Exploration:
Wie sehen neue Narrative der Für/Sorge aus, die auf Responsivität und Reziprozität beruhen?
Wie kann eine Pädagogik der Für/Sorge aussehen, die sich gegen eine Hierarchie zwischen Für/Sorge-Gebenden und -Nehmenden wendet?
Welche Art von Infrastrukturen und Ressourcen brauchen wir, um Care-Arbeit als Prävention und nicht als Heilung zu begreifen?
...
Das Dossier zum Fellowship Artificial Intimacies versammelt Reflexionen, Einordnungen und Materialien, wie inhaltliche Zusammenfassungen, Literaturlisten, Aufgabenstellungen und Fotoimpressionen zu den beiden Inputs von jessie beier. Ebenso wird durch Fragen und Impulse dazu eingeladen, die Inhalte zu vertiefen und Zusammenhänge mit anderen Forschungsschwerpunkten des Care Research Lab herzustellen.
Material und Inputs:

Dossier: Care Research Fellowship. ARTIFICIAL INTIMACIES (Fellow: jessie beier, 2025), In: Care Research Lab, 2025. https://kunst.uni-koeln.de/careresearchlab/ >> PDF-Version

Vortrag: jessie beier. Artificial Intimacies - Figuring Care in the Age of AI, 21. Oktober 2025, Pädagogische Hochschule Karlsruhe & online. >> Aufzeichnung
In diesem Vortrag stellte jessie beier fünf Begegnungen bzw. Experimente mit verschiedenen AI Chatbots vor, die Intimität, Aufmerksamkeit und Unterstützung versprechen. Anhand dessen untersuchte sie die pädagogischen Implikationen solcher Intimitäten, d. h. wie Care in der neuen Intimitätsökonomie automatisiert, ge- und verlernt wird. Als Gegen-Modelle präsentierte sie Konzepte wie „weird intimacies“ und „black box pedagogy“, die sie mit Mitteln der research-creation entwickelt hat.

Workshop: jessie beier. Tender Circuits–Scores for Artificial Intimacies, 22. Oktober 2025, Pädagogische Hochschule Karlsruhe. [undokumentiert]
In diesem Workshop wurden anhand diverser objektorientierter und performativer Übungen algorithmische Prozesse untersucht und Pädagogik im Kontext von KI und Care neu gedacht. In Anlehnung an Strategien der Konzeptkunst wurden verschiedene Arten der Instruktionen, Anweisungen und Prompts erprobt, reflektiert und diskutiert. Der Workshop endete mit einer gemeinsamen Gruppenperformance, welche die Idee des Kreislaufs zugrunde legte.