Kunst, KI und Kreativität – AI4ArtsEd Summer Reading
Wie verändert sich künstlerisches Schaffen, wenn Künstliche Intelligenz nicht nur Werkzeug, sondern Partner:in im kreativen Prozess wird? Welche Auswirkungen hat dies auf unser Verständnis von Autor:innenschaft, Kreativität und Bildungspraxis? Und wie wirken diese in künstlerischen und pädagogischen Kontexten?
Das Forschungsprojekt AI4ArtsEd – Artificial Intelligence for Arts Education empfiehlt drei spannende Perspektiven zwischen Theorie, Praxis und Kulturgeschichte aus den monthly lectures, um maschinelle Mitautor:innenschaft kritisch zu untersuchen.
Juliane Ahlborn forscht und lehrt im Bereich Medienpädagogik mit Schwerpunkt auf Bildungs- und Subjektivierungsprozessen im Kontext von Digitalität. Im Vortrag „Artificiality: Zum Verhältnis von KI-Kunst und Subjektivierung“ gibt sie einen Überblick über die noch junge Geschichte der KI-Kunst, um anschließend zentrale Fragen nach Intentionalität, Autor:innenschaft und Kreativität zu stellen.
Was bedeutet es für unser Verständnis von Kunst, wenn datengetriebene Systeme an der Gestaltung beteiligt sind? Und wie verändert sich die Selbstexpression, wenn Mensch und Maschine gemeinsam kreativ werden?
Merzmensch’ (Vladimir Alexeev) ist Kulturwissenschaftler, Publizist und Künstler, inspiriert von der historischen Avantgarde und dem Dadaismus. Sein Vortrag „Technobilder und KI: Aufbruch in die neue Kulturepoche“ zeichnet eine kulturhistorische Linie von den „New Tendencies“ der 1960er-Jahre bis zu aktuellen Entwicklungen der Generativen KI.
Wie verschiebt sich das Verständnis von Kreativität, wenn neuronale Netze eigene Bildwelten hervorbringen? Und welche Bedeutung haben Kunst und Autor:innenschaft, wenn KI zum gleichberechtigten Partner in einer kollaborativen Praxis wird?
Als international anerkannter Fotograf, Konzeptkünstler und Experte für KI-generierte Bilder zeigt Boris Eldagsen in seinem Vortrag „Will it blend? Die Zukunft der kreativen Zusammenarbeit von Mensch und KI“, wie komplex die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine tatsächlich ist.
Wie lassen sich künstlerische Prozesse zwischen Mensch und Maschine sinnvoll aufteilen? Welche neuen Rollen und Fähigkeiten braucht es, damit Künstler:innen künftig produktiv mit KI zusammenarbeiten können?
Das Forschungsprojekt bietet in diesem Wintersemester ebenfalls das Seminar AI4ArtsEd – Künstlerische Praktiken mit und über generative KI in Kunstpädagogik und kultureller Bildung an. Im Zentrum stehen drei Workshops mit eingeladenen Kunstschaffenden, die generative KI in künstlerischen Praktiken über Promptlogiken hinaus erkunden – als Medium, Werkzeug, Sparringpartner:in, Kollaborateur:in oder eigensinnige:r Akteur:in.
Die Workshops finden teilweise in englischer Sprache statt. Erste Vorerfahrungen sind willkommen, aber keine Voraussetzung.
Die Plätze im Seminar sind stark begrenzt. Bei Interesse an der Mitarbeit melden Sie sich bis zum 30.09.2025 bei Thiemo Malorny [tmalorn1@uni-koeln.de] an. Fügen Sie ein kurzes Motivationsschreiben bei, in dem Sie Ihre Interessen, eventuellen Vorerfahrungen und mögliche Fragestellungen im Hinblick auf das Seminar skizzieren (max. 1 Seite).