KI verstehen, verorten, gestalten: Kritische Perspektiven auf Technik, Gesellschaft und Kunst
Welche diskursive Narrative liegen der Funktionsweise Künstlicher Intelligenz zugrunde, und wie prägen sie das Verständnis von Technik und Gesellschaft? Wie können wir uns diesem komplexen Feld nähern, um nicht nur Konsument:innen, sondern kritische Gestalter:innen im Umgang mit KI zu werden? Welche neuen Bild- und Erfahrungsräume entstehen, wenn KI in Kunst und Pädagogik einzieht und damit Fragen nach Wahrnehmung, Kreativität und Verantwortung neu verhandelt werden?
Das Forschungsprojekt AI4ArtsEd – Artificial Intelligence for Arts Education empfiehlt drei spannende Perspektiven zwischen Theorie, Praxis und Kulturgeschichte, um Künstliche Intelligenz kritisch zu untersuchen.

Kate Crawford & Vladan Joler legen mit Anatomy of an AI System (2018) eine kritische Infrastruktur-Analyse vor, die zeigt, dass KI nicht bloß ein immaterielles Phänomen ist, sondern in Ressourcengewinnung, Arbeitsprozesse und globale Machtverhältnisse eingebettet ist.
Welche materiellen Voraussetzungen sind notwendig, damit ein KI-System betrieben werden kann? Und inwiefern spiegeln diese Prozesse bestehende globale Ungleichheiten und Machtstrukturen wider?
Mit ihrem Handbuch A People’s Guide to Artificial Intelligence (2024) vermitteln Mimi Onuoha & Diana Nucera niedrigschwelliges Grundwissen über KI, um Menschen zu befähigen, diese Technologien partizipativ mitzugestalten.
Welche Strategien eignen sich, um die komplexen Funktionsweisen von Künstlicher Intelligenz für ein breites Publikum verständlich zu machen? Und wie können Menschen befähigt werden, KI nicht nur passiv zu konsumieren, sondern aktiv und kritisch in ihren Alltag einzubinden?
Anna-Maria Schirmer & Lars Zumbansen nehmen in KI, Bild und Kunst. Mensch-Technologie-Relationen in Veränderung (2023) einen kunstpädagogischen Blick auf den Einfluss Künstlicher Intelligenz ein, indem sie die Transformationen der Mensch-Technologie-Beziehungen im Kontext von Bild und Kunst erörtern und KI sowohl als ästhetische Instanz als auch als gesellschaftlich wirkmächtige Größe fassen.
Wie verändern KI-Systeme unsere Vorstellungen von Bildproduktion und künstlerischer Praxis? Und welche neuen Fragen entstehen dadurch für die kunstpädagogische Auseinandersetzung mit Technik, Kreativität und gesellschaftlicher Verantwortung?
Das Forschungsprojekt bietet in diesem Wintersemester ebenfalls das Seminar AI4ArtsEd – Künstlerische Praktiken mit und über generative KI in Kunstpädagogik und kultureller Bildung an. Im Zentrum stehen drei Workshops mit eingeladenen Kunstschaffenden, die generative KI in künstlerischen Praktiken über Promptlogiken hinaus erkunden – als Medium, Werkzeug, Sparringpartner:in, Kollaborateur:in oder eigensinnige:r Akteur:in.