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Sammelband »Visuelle Assoziationen« ist erschienen!

Ich freue mich sehr, dass ein neuer Sammelband zum Forschungsfeld visueller Bildung erschienen ist, an dem ich seit Anfang 2017 zusammen mit meiner Hamburger Kollegin Andrea Sabisch gearbeitet habe:

Andrea Sabisch, Manuel Zahn (Hg.) Visuelle Assoziationen. Bildkonstellationen und Denkbewegungen in Kunst, Philosophie und Wissenschaft. Hamburg: Textem 2018.

Ich möchte hier allen von Herzen danken, die das Zustandekommen dieses Buchs möglich gemacht haben: Zuerst den Autorinnen und Autoren für ihre Mitwirkung, ihre Bilder und Texte, die uns viele überraschende Einsichten in das Feld visueller Assoziationen beschert haben. Zudem allen, die uns bei der Erstellung des Buches unterstützt haben. Allen voran Stefan Fuchs für seinen grafischen Entwurf, das Layout des Buchs und umsichtige Absprachen. Ein herzlicher Dank gebührt ebenso Nora Sdun und Gustav Mechlenburg vom Textem-Verlag für die gute und jederzeit unterstützende Zusammenarbeit.

Das Buch interessiert sich angesichts der fortschreitenden Digitalisierung und der damit einhergehenden quantitativen Zunahme an Bildern sowie der Formierung einer bildlichen Infrastruktur für das Bild im Plural und seine Verknüpfungsweisen. Praktiken der Bildverknüpfung, so eine unserer Ausgangsthesen, sind basale Kulturtechniken, die Aufmerksamkeit stiften, unsere Blicke lenken und uns miteinander wie auch mit der Welt verbinden. Sie bestimmen unser Leben und durchdringen unsere Forschungen zunehmend. Vor diesem Hintergrund befragt der interdisziplinäre Sammelband den systematischen Ort der Assoziation im Umgang mit Bildern. Dazu stellt er der Assoziation als sprachlicher Verknüpfung und narrativer Bildverkettung die Ordnungen und Verbindungen visueller Assoziationen an die Seite. Letztere offenbaren eine andere, vielschichtige Weise medial gebahnter bildlicher Anschlüsse und Übergänge, die sich zum Imaginären hin öffnen. In dieser Perspektive widmen sich die Autor*innen und Künstler*innen den visuellen Assoziationen aus unterschiedlichen Feldern und institutionellen Kontexten der Kunst und ihrer Vermittlung, der Philosophie und der Wissenschaft. Visuelle Assoziationen kommen dabei in ihrer Medialität und Performanz in den Blick, die sich zum einen als die je spezifischen Verfahren und Praktiken der Sichtbarmachung und Konstellation von Bildern und zum anderen als Movens eines visuellen Denkens zeigen.

Mit Beiträgen von Natascha Adamowsky, Alejandro Bachmann, Andrea Becker-Weimann, Utz Biesemann, Astrid Böger, Georges Didi-Huberman, Jennifer Eckert, Mira Fliescher, Gerrit Frohne-Brinkmann, Gregor Hildebrandt, Simone Kesting, Alexander Kluge, Paula Loeding, Jan Masschelein, Michaela Melián, Dieter Mersch, Julia Metropolit, Nanne Meyer, Volkmar Mühleis, Michaela Ott, Karl-Josef Pazzini, Peter Piller, Andrea Sabisch, Michael Sailstorfer, Olaf Sanders, Caspar Sänger, Lukas Sonnemann, Stefanie Schlüter, Rebekka Seubert, Dilek Tas, Elena Weit, Susanne Witzgall, Manuel Zahn und Lena Ziese.

Bericht zur Tagung »Visuelle Assoziation« im Warburg-Haus Hamburg

Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016

Vom 15.-17.September 2016 fand die interdisziplinäre Tagung »Visuelle Assoziation« (VA) im Warburg-Haus Hamburg statt, die vom Arbeitsbereich Ästhetische Bildung der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg, unter der Leitung von Andrea Sabisch und mir durchgeführt wurde. Die Resonanz auf die Tagung war schon im Vorfeld überwältigend, sodass wir etlichen Personen aus Platzgründen leider absagen mussten.

Das Programm war thematisch in drei Blöcke aufgeteilt, die sich wiederum auf die drei Tage der Veranstaltung verteilten. Nach einer kurzen Begrüßung der Veranstalter, leitete Dieter Mersch den ersten Themenschwerpunkt der philosophischen, kunsthistorischen und künstlerischen Forschungen zur VA ein, indem er konjunktionale Anordnungen von propositionalen unterschied und im Kontext eines Visuellen Denkens verortete. Im Anschluss daran zeigte der Kunsthistoriker und Kurator Roberto Ohrt an der rekonstruierten 48. Tafel Aby Warburgs, inwiefern die Anordnung der Bildensembles bei Warburg als Visuelle Assoziation bezeichnet werden können. Zum Abschluss des ersten Tages beschrieb und reflektierte der Hamburger Künstler Peter Piller seine fotografische Arbeit als zeitgenössische Perspektive auf die VA, die sich nicht nur durch die Anordnung im Medium des Buches und der Ausstellung, sondern auch im Prozess der Bildauswahl aus umfangreichen Bildersammlungen und -archiven ergibt.

Der zweite thematische Block umfasste verschiedene Beiträge, die die medienspezifischen Artikulationen der VA thematisierten. Während Kathrin Peters von UdK Berlin die VA als filmisches Verfahren in Agnes Vardas Film Les glaneurs et les glaneuse darstellte, rekonstruierte Alejandro Bachmann aus dem Österreichischen Filmmuseum in Wien die Faktur von Gustav Deutschs ›Film ist.‹ 1-6 von 1998, um daran das assoziative Bilddenken als Konzept darzulegen. Inwiefern visuelle Assoziationen als performative Praktiken der Verknüpfungen im Medium des Künstlerbuchs immer neu aktualisiert werden, thematisierte die Lehrbeauftragte der HfbK Rebekka Seubert, u.a. auch an studentischen Arbeiten. Der Beitrag der Amerikanistin Astrid Böger bezog sich auf die Graphic Novel The Arrival von Shaun Tan, die neben der rein visuellen Anordnung der Bilder auch imaginäre Bildverknüpfungen, wie kollektive Erinnerungsspuren, behandelte. Der Beitrag von Lena Ziese (HfbK Hamburg) machte die Text-Bild-Verkettungen der künstlerischen Arbeit der verstorbenen Künstlerin und Kunstpädagogin Andrea Tippelt zum Thema und bestand aus einer performativen Lesung mit digitaler Bilderschau. Die  Künstlerin Nanne Meyer von der Kunsthochschule Berlin-Weißensee zeigte ihre eigenen Arbeiten zum Teil im Original, zum Teil als digitale Darstellungen. Dieser Beitrag aus der künstlerischen Praxis zeigte einmal mehr, dass der in dieser Tagung anvisierte wechselseitige Austausch zwischen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen für die Theoretisierung der Visuellen Assoziation einerseits und die Exemplifizierung andererseits von großer Relevanz ist. Eine gemeinsame Reflexion mit dem Publikum führte die medienspezifischen Aspekte, die grundlegenden philosophischen Überlegungen und offene Fragen in Bezug auf den Begriff und die Abgrenzung der VA weiter.

Der dritte Schwerpunkt überführte die bisherigen Überlegungen der VA in den Bereich der Bildungstheorie und der Visuellen Bildung. Während Jan Masschelein (KU Leuven) einen Vortrag zur Erziehung des Blicks hielt und damit einerseits Einblicke in seine hochschulische Lehrpraxis gab und andererseits bildungstheoretische Überlegungen zur VA anstellte, entwickelte Andrea Sabisch Ideen für eine bildtheoretische ausgerichtete Bildungstheorie. In der abschließenden Diskussion wurden vor allem mit dem Publikum Formate der gemeinsamen Weiterarbeit innerhalb eines Forschunsgverbundes diskutiert.

Ein nächster Schritt der weiteren Zusammenarbeit in Form einer Publikation ist für 2017 geplant, Herausgeber*innen sind Andrea Sabisch und Manuel Zahn.

Tagung »Visuelle Assoziation« vom 15.-17.9.2016

Die von Andrea Sabisch und mir organisierte interdisziplinäre Tagung reflektiert das Phänomen der »Visuellen Assoziation« im Kontext visueller Bildung. Sie setzt gleichsam unsere 2013 in Hamburg begonnene konzeptionelle Arbeit an einer »Visuellen Bildung« fort.

Die Tagung untersucht Assoziationen als Praxis der medienspezifischen Verbindungen im Visuellen und differenziert sie von künstlerischen Beispielen her. Dabei stehen nicht so sehr Einzelbilder im Fokus, sondern vielmehr Bildserien und -sequenzen sowie Bildsammlungen und damit auch der Raum zwischen den Bildern. Anhand von medien-, bild- und kunstwissenschaftlichen wie auch künstlerischen Beiträgen wird es vor allem darum gehen, das Phänomen und den Begriff der »Visuellen Assoziation«, eventuell auch in Abgrenzung zur »Visuellen Narration« zu beleuchten.

Im Unterschied zu sprachbasierten Assoziationen kann man visuelle Assoziationen als formale, semantische, gestische oder performative Verknüpfungen verstehen, die sich im Hinblick auf Aspekte wie Lage, Richtung, Häufigkeit, Ähnlichkeit, Kontrastierung, Rhythmus und Wiederholung untersuchen und differenzieren lassen. Diese Dimensionen spielen nicht nur in visuellen Artikulationen des Sehens, Zeigens und Darstellens eine relevante Rolle, sie markieren zudem auch einen Übergang zum Virtuellen. Indem Sie verlängern, ausdehnen, unterbrechen, verknüpfen, streuen, schichten und takten, eröffnen sie nicht nur visuelle Räume, Durch- und Übergänge, sondern zugleich imaginäre, mentale Welten. Dabei richten sie sowohl Bildproduzenten als auch -rezipienten gleichermaßen in ihrem bildbezogenen Wahrnehmen, Denken und Handeln aus. Insofern kommt ihnen in Bildungsprozessen eine ähnlich elementare Funktion zu, wie sie der Metapher in sprachbasierten Bildungstheorien zugewiesen wird.

Mit Beiträgen von Alejandro Bachmann, Astrid Böger, Jan Masschelein, Dieter Mersch, Nanne Meyer, Roberto Orth, Kathrin Peters, Peter Piller, Andrea Sabisch, Rebekka Seubert, Daniel Wolff, Manuel Zahn und Lena Ziese.

/// Informationen
Ein PDF des Tagungsprogramms finden Sie hier: Tagung_Visuelle_Assoziation

/// Anmeldung
Anmeldung bis zum 31.07.2016 an EW1.AesthBildg@uni-hamburg.de, hier erfahren Sie auch die Kontodaten. Die Anmeldung wird erst mit der Überweisung gültig.

/// Tagungskosten (inkl. Getränke und Snacks)
Die Tagungsgebühren für die gesamte Tagung betragen 50,00 €, für Student*innen und Doktorand*innen 25,00 €.