Tag Archives: Posthumanismus

Post-Internet Arts Education Research

Der Forschungsschwerpunkt Post-Internet Arts Education (PIAE) am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln, an dem ich seit 2016 mitarbeite, nimmt die stark gewandelten Bedingungen für die Kunstpädagogik, Ästhetische Bildung und die kulturelle Medienbildung im Horizont des Internet State of Mind (Carson Chan) in den Blick und setzt sich zum Ziel, Konsequenzen für Praxis und Theorie der Bildung in Auseinandersetzung mit Künsten und Medien im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert zu entwickeln. Er wurde 2015 von Torsten Meyer, Kristin Klein, Gila Kolb und Konstanze Schütze initiiert und u.a. durch das Grimme-Forschungskolleg und das BMBF gefördert.

Die Webseite des Forschungsschwerpunkts versammelt aktuelle Hinweise auf geplante sowie die Dokumentation der durchgeführten Veranstaltungen, videographierte Vorträge und Texte zum Themenschwerpunkt, u.a.m., siehe unter: piaer.net

Erste Gastherausgeberschaft in der ZKMB zu »Postdigital Landscapes«

Die Online-Zeitschrift der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung e.V., die ZKMB hat ein neues Design und ein neues Konzept. Seit Oktober 2019 gibt es neben den peer-reviewten Einzelbeiträgen auch thematisch fokussierte Textkonvolute (“Sammlungen”) unter Leitung einer Gastherausgeberschaft. Dadurch besteht die Möglichkeit, einen Themenbereich entlang eines Einführungsartikels und weiterer, miteinander vernetzter Texte verschiedener Autor/innen zu entwickeln.

Für die erste Gastherausgeberschaft nach diesem Modell Postdigital Landscapes. Kunst und Medienbildung in der digital vernetzten Welt zeichnen Kristin Klein und Willy Noll verantwortlich. Die Textsammlung entstand im Anschluss an den Nachwuchsforschungstag »Postdigitale Kunst und Medienkultur«, der am 7. Juni 2018 im Zusammenhang mit der Tagung Because Internet. am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln stattfand.

Unter aktuellen Bedingungen digitaler Kulturen verändern sich die Register künstlerischer Artikulationen und Affordanzen. In der Allgegenwart von digitalen Medien und ihren vernetzten Infrastrukturen etablieren sich neue kulturelle Praktiken, wandeln sich Modi der Interaktion, soziale Gefüge, die Rolle von Institutionen und die Arten und Weisen, wie Kunst produziert, geteilt und rezipiert wird. Dies zieht wiederum andere Voraussetzungen gesellschaftlicher Teilhabe nach sich und verändert bildungstheoretische Grundannahmen. Von dem Konzept der Postdigitalität ausgehend werden in dieser Publikation sowohl exemplarische Phänomene als auch strukturelle Fragen von Kunst und Kultur der Gegenwart genauer in den Blick genommen. An ihnen lassen sich, so die These, digitale Transformationsprozesse beispielhaft beschreiben und reflektieren. Postdigital Landscapes, wie sie hier verstanden werden, umfassen dabei geografische Netzwerke und materielle Infrastrukturen genauso wie gouvernementale Strukturen, Einstellungen und Verhaltensweisen. Sie konstituieren sich durch hybride Praxen, Akteur*innen und Räume sowie in Verschränkung von digitalen Technologien, Mensch, Natur und Kultur in ihren ambivalenten Relationen zu- und untereinander. Die Publikation macht ein Angebot zur Orientierung und versammelt dazu Beiträge zu aktuellen Forschungskontexten im Anschluss an postdigitale Kunst, Medienkultur und -bildung.

Bild: Detail aus Santa France: Nodes, 2019, aus ihrer Einzelausstellung Safeporting

Tagung »Posthumanstische Medienbildung? Bildungstheoretische Positionen nach Anthropozentrismus und Humanismus«

Das zweitägige, interdisziplinäre Symposium »Posthumanstische Medienbildung? Bildungstheoretische Positionen nach Anthropozentrismus und Humanismus« bringt am 25. & 26.10.2019 Wissenschaftler*innen unterschiedlicher disziplinärer Hintergründe zusammen, die in den Themenfeldern Posthumanismus, Medien- und Bildungstheorie und Digitalisierung tätig sind. Ziel ist es zuerst, verschiedene trans- und posthumanistische Positionen kritisch zu diskutieren. Darüber hinaus werden An- und Ausschlüsse, Passungen und Reibungspunkte zwischen Posthumanismus, Medien- und Bildungstheorie eruiert, um Anregungspotentiale für die Theoriegenerierung im Bereich der Ästhetischen Bildung und der Medienpädagogik auszuloten.
Für weitere Informationen zum Konzept, dem Programm und den Gästen der Tagung sowie zur Anmeldung siehe: http://www.posthumanistische-medienbildung.de.

Ort: Institut für Kunst und Kunsttheorie, Universität zu Köln
Konzept: Jun.-Prof. Dr. Patrick Bettinger, Prof. Dr. Manuel Zahn (beide Universität zu Köln) und Dr. Harald Gapski (Grimme Institut)
Organisation: Jun.-Prof. Dr. Patrick Bettinger und Prof. Dr. Manuel Zahn
Assistenz: Lea Dinger, Lisa Steck