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Sammelband »Arts Education in Transition« erschienen

 

Kürzlich ist der schöne Sammelband »Arts Education in Transition» in der Schriftenreihe Kunst Medien Bildung des kopaed-Verlags erschienen. Der von Jane Eschment, Hannah Neumann, Aurora Rodonò und Torsten Meyer herausgegebene Band untersucht kulturelle Wandlungsprozesse und deren Auswirkungen auf Kunst, Kunstpädagogik  und Ästhetische Bildung.

Sie schreiben zum Buch:

In einer von kultureller Globalisierung und vernetzter Digitalisation geprägten Welt konturieren sich die Schnittfelder von Kunst, Wissenschaft und Bildung neu. Die entgrenzten Künste suchen sich neue Orte, neue Zeiten, neue Formen und Formate, neue Themen und ein neues Publikum. Was bedeutet das für die Praktiken der Kunst? Was für die Theorien der Kunst? Und was bedeutet es für die Verkoppelung von Kunst und Bildung?

Mit der Formulierung »Arts Education in Transition» ist ein Übergang, ein Wandlungsprozess nahegelegt, der ein ganzes Bündel grundlegender Fragen im Kontext Ästhetischer Bildung und Kunstpädagogik generiert: Was sind die Themen zeitgemäßer Ästhetischer Bildung? Wie artikulieren sich ästhetische Praktiken, Formen, Inhalte im Kontext aktueller Medienkultur? Wo und wie findet Ästhetische Bildung im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert statt? Wo und wie wird der Wandel der Medienkultur der Adressat*innen/der Künstler*innen (als Prob-lem/Herausforderung/Chance) sichtbar? Was können Schule und Hochschule von den per-formativen Künsten, von den freien Kunst- und Kultureinrichtungen lernen? Welche (Lehr-/Lern-)Settings befördern die Verschränkung von zeitgenössischer künstlerischer Praxis, Theoriebildung und Vermittlungsperspektiven? Welche Rolle spielen Inter-/Transdisziplinarität und welche Rolle Fachlichkeit und Könnerschaft? Welche Rolle spielen partizipative Intelligenz und kollektive Kreativität? Wie funktioniert Ästhetische Forschung im Global Contemporary? Was sind die Wirklichkeiten Ästhetischer Bildung in den Schulen und Hochschulen? Was ihre Möglichkeiten?

Der Band verschränkt künstlerisch-praktische, pädagogische und theoretische Positionen und Fragestellungen, die Dozierende und Studierende am Institut für Kunst und Kunsttheorie in Kooperation mit dem Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln gemeinsam mit externen Künstler*innen, Theoretiker*innen, Pädagog*innen und Kulturschaffenden verschiedener Künste und Disziplinen im Rahmen des zweijährigen Hochschulentwicklungsprojekts Arts Education in Transition (2015-17) an der Universität zu Köln entwickelt haben.

Zusammen mit Gila Kolb, Kristin Klein, Torsten Meyer und Konstanze Schütze habe ich einen Beitrag zur Einführung in den Themenschwerpunkt »Post-Internet Arts Education« verfasst. Das Buch ist allen Kunstpädagog*innen, Kunstvermittler*innen und anderen kunstbezogenen Bildungsarbeiter*innen wärmstens zu Lektüre empfohlen!

Post-Internet Arts Education Research

Der Forschungsschwerpunkt Post-Internet Arts Education (PIAE) am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln, an dem ich seit 2016 mitarbeite, nimmt die stark gewandelten Bedingungen für die Kunstpädagogik, Ästhetische Bildung und die kulturelle Medienbildung im Horizont des Internet State of Mind (Carson Chan) in den Blick und setzt sich zum Ziel, Konsequenzen für Praxis und Theorie der Bildung in Auseinandersetzung mit Künsten und Medien im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert zu entwickeln. Er wurde 2015 von Torsten Meyer, Kristin Klein, Gila Kolb und Konstanze Schütze initiiert und u.a. durch das Grimme-Forschungskolleg und das BMBF gefördert.

Die Webseite des Forschungsschwerpunkts versammelt aktuelle Hinweise auf geplante sowie die Dokumentation der durchgeführten Veranstaltungen, videographierte Vorträge und Texte zum Themenschwerpunkt, u.a.m., siehe unter: piaer.net

Erste Gastherausgeberschaft in der ZKMB zu »Postdigital Landscapes«

Die Online-Zeitschrift der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung e.V., die ZKMB hat ein neues Design und ein neues Konzept. Seit Oktober 2019 gibt es neben den peer-reviewten Einzelbeiträgen auch thematisch fokussierte Textkonvolute (“Sammlungen”) unter Leitung einer Gastherausgeberschaft. Dadurch besteht die Möglichkeit, einen Themenbereich entlang eines Einführungsartikels und weiterer, miteinander vernetzter Texte verschiedener Autor/innen zu entwickeln.

Für die erste Gastherausgeberschaft nach diesem Modell Postdigital Landscapes. Kunst und Medienbildung in der digital vernetzten Welt zeichnen Kristin Klein und Willy Noll verantwortlich. Die Textsammlung entstand im Anschluss an den Nachwuchsforschungstag »Postdigitale Kunst und Medienkultur«, der am 7. Juni 2018 im Zusammenhang mit der Tagung Because Internet. am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln stattfand.

Unter aktuellen Bedingungen digitaler Kulturen verändern sich die Register künstlerischer Artikulationen und Affordanzen. In der Allgegenwart von digitalen Medien und ihren vernetzten Infrastrukturen etablieren sich neue kulturelle Praktiken, wandeln sich Modi der Interaktion, soziale Gefüge, die Rolle von Institutionen und die Arten und Weisen, wie Kunst produziert, geteilt und rezipiert wird. Dies zieht wiederum andere Voraussetzungen gesellschaftlicher Teilhabe nach sich und verändert bildungstheoretische Grundannahmen. Von dem Konzept der Postdigitalität ausgehend werden in dieser Publikation sowohl exemplarische Phänomene als auch strukturelle Fragen von Kunst und Kultur der Gegenwart genauer in den Blick genommen. An ihnen lassen sich, so die These, digitale Transformationsprozesse beispielhaft beschreiben und reflektieren. Postdigital Landscapes, wie sie hier verstanden werden, umfassen dabei geografische Netzwerke und materielle Infrastrukturen genauso wie gouvernementale Strukturen, Einstellungen und Verhaltensweisen. Sie konstituieren sich durch hybride Praxen, Akteur*innen und Räume sowie in Verschränkung von digitalen Technologien, Mensch, Natur und Kultur in ihren ambivalenten Relationen zu- und untereinander. Die Publikation macht ein Angebot zur Orientierung und versammelt dazu Beiträge zu aktuellen Forschungskontexten im Anschluss an postdigitale Kunst, Medienkultur und -bildung.

Bild: Detail aus Santa France: Nodes, 2019, aus ihrer Einzelausstellung Safeporting

Anmeldung läuft: Tagung „Because Internet“ vom 7.–9.6.2018 am Institut für Kunst und Kunsttheorie

 

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Post-Internet Arts Education“ am Institut für Kunst und Kunsttheorie veranstalten meine Kolleg*innen Torsten Meyer und Kristin Klein die Tagung „Because Internet“, an der ich auch mit einem Workshop zur Ästhetischen Praxis als Medienkritik beitragen werde.

Zum Konzept der Tagung schreiben sie:

Jedes Foto, jeder Gedanke, jedes Gespräch ist heute informiert durch das Internet. Es ist allgegenwärtiger Teil unserer Realität geworden; es hat sich transformiert in Erwartungen über ständige Erreichbarkeit, macht sich bemerkbar beim Scannen von Momenten auf ihre Social-Media-Tauglichkeit, im täglichen Posten, Scrollen, Streamen, Liken, Sharen, Tweeten. Komplexe Prozesse fortschreitender Digitalisierung artikulieren sich in weltweit vernetzten Communities, in hyperkulturellen und global zirkulierenden Bildwelten, lernenden Algorithmen, Whistleblowing, Hacktivism, Softwarearchitekturen, Crowdsourcing, Digital Commons, u. a. m. – die Künstlerin Sophia Al Maria bringt es, für uns titelgebend, auf den Punkt: Because Internet.

Die Tagung Because Internet findet vom 7. bis 9.6.2018 am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln statt. Den Fokus bilden aktuelle Bedingungen des medienkulturellen Wandels nach dem Internet und Konsequenzen für kunstpädagogische Praxis und kulturelle Medienbildung: Digital Natives der zweiten Generation und Künstler*innen, die sich an eine Zeit vor dem Internet kaum noch erinnern können, leben und arbeiten im ständigen Bewusstsein der durch das Internet hervorgebrachten Veränderungen: Sie verbindet ein Internet State of Mind (Carson Chan), dem zufolge Dichotomien wie digital/analog kaum noch Sinn ergeben. Sie bedienen die Anforderungen des medienkulturell geprägten Alltags und operationalisieren zugleich die heterogenen Realitäten, Formsprachen, Logiken und Parameter vernetzter Kulturen und deklarieren diese zum Ready-Made-Material eines riesigen Hypermedia-Pools.

Für die Kunstpädagogik, die kulturelle Medienbildung und die künstlerische Praxis drängt sich vor diesem Hintergrund die Frage auf, was eigentlich die relevanten Gegenstände künstlerischer und pädagogischer Praxen im Kontext einer postdigitalen Gegenwart in den – sagen wir – nächsten 20 oder 30 Jahren sind und wie und durch wen diese gestaltet werden können. Forschungswerkstätten zu Praxistransfers und Hands-On-Workshops bilden die zentralen Schwerpunkte der Tagung. Anlässlich der Tagung wird darüber hinaus das Workbook Arts Education als work in progress vorgestellt – eine partizipative Plattform, auf der neue Konzepte und innovative Ideen für die Kunstpädagogik und die kulturelle Medienbildung publiziert werden und die Praktiker*innen aktiv zur Mitwirkung und Weiterentwicklung einlädt.

Download
Ankündigungsflyer „Because Internet“ als PDF.

Anmeldung
http://kunst.uni-koeln.de/becauseinternet/anmeldung/

Konzeption
Kristin Klein
Gila Kolb
Prof. Dr. Torsten Meyer
Konstanze Schütze

Veranstalter*innen
Prof. Dr. Torsten Meyer
Kristin Klein

Organisation
Hannah Neumann
hannah.neumann@uni-koeln.de
Tel.: 0221-470-6323

In Kooperation mit
dem Grimme-Institut und der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung

Abbildungen (von links nach rechts): 1 Imagekampagne „Untitled (Not in the Berlin Biennale)“ für die 9. Berlin Biennale 2016 von Roe Ethridge in Zusammenarbeit mit Babak Radboy und Chris Kraus. Foto: Torsten Meyer // 2 Internet-Tattoo des Illustrators Jean Andre: theultralinx.com/minimalistic-tattoos-by-jean-andre/ // 3 DIS und Babak Radboy featuring Tilman Hornig: Narrative Devices, 2016, Video Still: vimeo.com/171915415 // 4 Aram Bartholl: Map auf der Einzelausstellung ‚Hello World!‘ Kasseler Kunstverein, Fridericianum 2013 // 5 Joe MacKay in Lorna Mills: Ways of Something – Episode 1, 2014, Video Still: lornamills.ca/waysofsomething/ // 6 Eva Papamargariti: Soft Touch, 2015, Video Still: vimeo.com/139660276 // 7 Tweet von ÄNGSTE ZUR KUNST @m_kollmer: Google Maps: twitter.com/m_kollmer/status/923497162440192000?s=09