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Anmeldung läuft: Tagung „Because Internet“ vom 7.–9.6.2018 am Institut für Kunst und Kunsttheorie

 

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Post-Internet Arts Education“ am Institut für Kunst und Kunsttheorie veranstalten meine Kolleg*innen Torsten Meyer und Kristin Klein die Tagung „Because Internet“, an der ich auch mit einem Workshop zur Ästhetischen Praxis als Medienkritik beitragen werde.

Zum Konzept der Tagung schreiben sie:

Jedes Foto, jeder Gedanke, jedes Gespräch ist heute informiert durch das Internet. Es ist allgegenwärtiger Teil unserer Realität geworden; es hat sich transformiert in Erwartungen über ständige Erreichbarkeit, macht sich bemerkbar beim Scannen von Momenten auf ihre Social-Media-Tauglichkeit, im täglichen Posten, Scrollen, Streamen, Liken, Sharen, Tweeten. Komplexe Prozesse fortschreitender Digitalisierung artikulieren sich in weltweit vernetzten Communities, in hyperkulturellen und global zirkulierenden Bildwelten, lernenden Algorithmen, Whistleblowing, Hacktivism, Softwarearchitekturen, Crowdsourcing, Digital Commons, u. a. m. – die Künstlerin Sophia Al Maria bringt es, für uns titelgebend, auf den Punkt: Because Internet.

Die Tagung Because Internet findet vom 7. bis 9.6.2018 am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln statt. Den Fokus bilden aktuelle Bedingungen des medienkulturellen Wandels nach dem Internet und Konsequenzen für kunstpädagogische Praxis und kulturelle Medienbildung: Digital Natives der zweiten Generation und Künstler*innen, die sich an eine Zeit vor dem Internet kaum noch erinnern können, leben und arbeiten im ständigen Bewusstsein der durch das Internet hervorgebrachten Veränderungen: Sie verbindet ein Internet State of Mind (Carson Chan), dem zufolge Dichotomien wie digital/analog kaum noch Sinn ergeben. Sie bedienen die Anforderungen des medienkulturell geprägten Alltags und operationalisieren zugleich die heterogenen Realitäten, Formsprachen, Logiken und Parameter vernetzter Kulturen und deklarieren diese zum Ready-Made-Material eines riesigen Hypermedia-Pools.

Für die Kunstpädagogik, die kulturelle Medienbildung und die künstlerische Praxis drängt sich vor diesem Hintergrund die Frage auf, was eigentlich die relevanten Gegenstände künstlerischer und pädagogischer Praxen im Kontext einer postdigitalen Gegenwart in den – sagen wir – nächsten 20 oder 30 Jahren sind und wie und durch wen diese gestaltet werden können. Forschungswerkstätten zu Praxistransfers und Hands-On-Workshops bilden die zentralen Schwerpunkte der Tagung. Anlässlich der Tagung wird darüber hinaus das Workbook Arts Education als work in progress vorgestellt – eine partizipative Plattform, auf der neue Konzepte und innovative Ideen für die Kunstpädagogik und die kulturelle Medienbildung publiziert werden und die Praktiker*innen aktiv zur Mitwirkung und Weiterentwicklung einlädt.

Download
Ankündigungsflyer „Because Internet“ als PDF.

Anmeldung
http://kunst.uni-koeln.de/becauseinternet/anmeldung/

Konzeption
Kristin Klein
Gila Kolb
Prof. Dr. Torsten Meyer
Konstanze Schütze

Veranstalter*innen
Prof. Dr. Torsten Meyer
Kristin Klein

Organisation
Hannah Neumann
hannah.neumann@uni-koeln.de
Tel.: 0221-470-6323

In Kooperation mit
dem Grimme-Institut und der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung

Abbildungen (von links nach rechts): 1 Imagekampagne „Untitled (Not in the Berlin Biennale)“ für die 9. Berlin Biennale 2016 von Roe Ethridge in Zusammenarbeit mit Babak Radboy und Chris Kraus. Foto: Torsten Meyer // 2 Internet-Tattoo des Illustrators Jean Andre: theultralinx.com/minimalistic-tattoos-by-jean-andre/ // 3 DIS und Babak Radboy featuring Tilman Hornig: Narrative Devices, 2016, Video Still: vimeo.com/171915415 // 4 Aram Bartholl: Map auf der Einzelausstellung ‚Hello World!‘ Kasseler Kunstverein, Fridericianum 2013 // 5 Joe MacKay in Lorna Mills: Ways of Something – Episode 1, 2014, Video Still: lornamills.ca/waysofsomething/ // 6 Eva Papamargariti: Soft Touch, 2015, Video Still: vimeo.com/139660276 // 7 Tweet von ÄNGSTE ZUR KUNST @m_kollmer: Google Maps: twitter.com/m_kollmer/status/923497162440192000?s=09

Lehre im Kino. Psychoanalytische und pädagogische Lektüren von Lehrerfilmen

Nach langer Produktionszeit wird in Kürze (am 4. Mai 2018, so die Auskunft des Verlags) der zweite Band unserer erziehungswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Lehrerfilmen in der Reihe Medienbildung und Gesellschaft des SpringerVS Verlags erscheinen:

Weber, J.-M., Zahn, M. & Pazzini, K.-J. (Hrsg.) (2018). Lehre im Kino. Psychoanalytische und pädagogische Lektüren von Lehrerfilmen (Medienbildung und Gesellschaft 38), Wiesbaden: SpringerVS.

Ich möchte hier denjenigen von Herzen danken, die das Zustandekommen dieses Buches möglich gemacht haben. Allen Autorinnen und Autoren gebührt großer Dank für ihre Mitwirkung und für Ihre Geduld, da die Realisierung des Buchs doch deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hat als zu Beginn geplant. Ebenfalls großer Dank geht an Judith Keinath für die deutsche Übersetzung des Textes von Anne Goliot-Lété und Sophie Lerner-Sei, Ronja Eickmeier für die Hilfe beim Lektorat und Harald Strauß für das sorgsame Korrektorat. Und nicht zuletzt gebührt Dank den Reihenherausgebern und den Mitarbeiter*innen bei SpringerVS, die das Projekt mit großer Geduld und Professionalität begleitet haben.

Das Buch ist Ergebnis eines längeren Austauschs zwischen Erziehungswissenschaftlern und Psychoanalytikern aus Frankreich, Luxemburg und Deutschland über die narrativen, heuristischen, theoretischen und nicht zuletzt bildenden Aspekte, die Filme bieten können, in denen Lehrer, Schule oder Unterricht sujet sind. Dabei stellt sich nicht zuletzt auch die methodologische Frage, inwiefern man mit Hilfe dieser (Re-)Inszenierungen des Lehrens auf der Kinoleinwand Strukturen oder strukturelle Elemente des Lehrens, von Lern- und Bildungsprozessen erschließen kann. Der Band betont hierbei insbesondere psychoanalytisch informierte und interessierte Zugänge zum Material, die sich als methodologische Ergänzung der Zugänge im Kontext etwa der ethnographischen Lehr-Lern-Forschung verstehen, wie sie beispielsweise durch Teilnehmende Beobachtung, Videographien, Diskursanalysen oder Schularchitekturanalysen durchgeführt werden.

Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes interessieren sich für Spielfilme als Impulsgeber, empirische Basis und Medium einer theoriebildenden und erziehungswissenschaftlichen Forschung. Film wird dazu als kulturelles Gedächtnis und als Ort der Konstruktion und Aufführung von populärem Wissen über Lehr-, Lern- und Bildungsprozesse befragt.
Mit Beiträgen von Alejandro Bachmann, Johannes Binotto, Joana Abelha Faria, Liliane Goldsztaub, Anne Goliot-Lété und Sophie Lerner-Seï, André Michels, Karl-Josef Pazzini, Jean-Marie Weber und Manuel Zahn.

»Übertrag. Kunst und Pädagogik im Anschluss an Karl-Josef Pazzini« erschienen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach langer Produktionszeit ist kürzlich der 2. Band der Schriftenreihe Kunst Medien Bildung im Auftrag der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung erschienen:

Torsten Meyer / Andrea Sabisch / Ole Wollberg / Manuel Zahn (Hrsg.): Übertrag. Kunst und Pädagogik im Anschluss an Karl-Josef Pazzini. München: kopaed 2017 (Kunst Medien Bildung 2)

In der Bildenden Kunst haben sich Menschen in historisch und kulturell unterschiedlichen Arten und Weisen einen besonderen Bereich der Bildung vor Bildern geschaffen. Karl-Josef Pazzini versteht Bildende Kunst immer auch als Forschung zur Verfassung und Beschreibung des Subjekts auf dem Weg zum Anderen und vom Anderen. Künstlerische Arbeiten werden in dieser Perspektive nach möglichen Auskünften über subjektive Bildungsprozesse, ihre Bedingungen und Dimensionen befragt und gleichzeitig als widerständige, störende, affizierende Dinge zum Anlass wieder anderer Bildung(en). Er hat diese These in seiner kunstpädagogischen Lehre und Forschung in der Konfrontation mit vielen Bildern und Kunstwerken erprobt, mit Theoretisierungen versehen und in den kunstpädagogischen Diskurs eingebracht. Das in 2015 erschienene Buch Bildung vor Bildern. Kunst – Pädagogik – Psychoanalyse zeugt davon.

Die Beiträge des vorliegenden Sammelbands befragen im Anschluss daran die theoretische Ausrichtung des Zusammenhangs von Kunst und Pädagogik. (Ehemalige) Studierende, Schüler*innen und Kollegen*innen von Karl-Josef Pazzini aus dem Feld der Kunstpädagogik reflektieren ihre individuellen Bezüge zu seinen Arbeiten und kalkulieren den Übertrag in die eigene Lehr- und Forschungsarbeit.

Tagungshinweis: Formate der Kunstvermittlung V

Die Tagungsreihe „Formate der Kunstvermittlung“ des Instituts für Kunst, Musik und ihre Vermittlung an der Leuphana Universität Lüneburg wird am 2. Juni 2016 in der 5. Ausgabe zum Thema „Kompetenz – Performanz – Resonanz“ fortgesetzt. Ich freue mich sehr, dass ich eingeladen wurde und mit einen Vortrag zur Tagung beitragen darf.

Die Veranstalter*innen der Tagung Kerstin Hallmann und Pierangelo Maset schreiben in der Ankündigung:

»Anlass der Tagung ist die Notwendigkeit, dass die derzeit im Bildungssystem dominante Orientierung am Kompetenzbegriff um die Dimensionen Performanz und Resonanz erweitert werden sollten. Die Art und Weise, wie heute über Bildung gesprochen wird, ist durch die Kompetenzorientierung weitgehend von Faktoren des Outputs bestimmt. Dementsprechend haben Begriffe wie „Bildungsstandard“, „Evaluation“, „Optimierung“ Wirklichkeiten geschaffen, die uns in einer bestimmten Art und Weise über Bildung nachdenken lässt und unser Handeln in Schule, Hochschule und anderen Institutionen zunehmend bestimmen.
Selbstverständlich sind im Fach Kunst immer auch Kompetenzen vermittelt worden, aber das Fach geht keineswegs darin auf. Schließlich haben wir es in der Kunst mit ereignishaften Besonderheiten sowie mit dem Unwahrscheinlichen tun, das weder in der Unterrichtsplanung, noch im messbaren Ergebnis aufgeht. Die kleinschrittige, letztlich auf Leistungskontrolle fixierte Kompetenzorientierung verfehlt gerade das, was Kunst und Bildung als zentrale Impulse für die menschliche Existenz auszeichnen. Deshalb soll den Dimensionen der Performanz und der Resonanz, die den besonderen Charakter der künstlerisch bildenden Arbeit kennzeichnen, im Rahmen der Tagung ein besonderes Gewicht verliehen werden. Welche Perspektiven werden sich als zentral für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Kunstvermittlung erweisen?«

Mit Beiträgen von: Prof. Dr. Carl-Peter Buschkühle (Gießen), Hans-Christian Dany (Hamburg), Dr. Inga Eremjan (Lübeck), Kerstin Hallmann (Hamburg/ Lüneburg), Almut Linde (Hamburg/ Lüneburg), Prof. Dr. Pierangelo Maset (Lüneburg), Prof. Dr. Maria Peters (Bremen), Dr. Manuel Zahn (Hamburg/ Braunschweig).

Tagung »Übertragungen. Zur Politik der Beziehungen«

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Tagung der Hamburger Forschungsgruppe für Psychoanalyse (HAFPA) in Kooperation mit dem Fachbereich 1 an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg vom 6.-8. November 2015.

Die Tagung fragt danach, was und wie der Begriff der Übertragung dazu beitragen kann, das aktuelle Verhältnis von Individuum und Gesellschaft zu beschreiben. Uns interessiert dabei sowohl die Befragung vorliegender psychoanalytischer Konzeptionen als auch eine disziplinär plurale Annäherung an das Problem des Sozialen.

Vom Individuum ausgehend versucht das Konzept der Übertragung zu beschreiben, wie es seine Grenzen zum anderen und zum Anderen hin beständig überschreitet und wie diese Überschreitung selbst wiederum seine Grenzen konstituiert. Aus genetischer Perspektive wird Übertragung als eine das Subjekt formierende Wirkung des Unbewussten bemerkbar, welches selbst wiederum über das individuelle Subjekt hinausgeht. Als Frage nach dem Sozialen ist dies – in Kultur und in Klinik – auch immer eine politische Frage nach der Beschaffenheit und den Wirkungen des sozialen Bandes, welches das Gemeinwesen genauso wie das Individuum verschnürt und mal fest aber oft nur prekär zusammenhält.

Mit Beiträgen von Kristin Gutwirth, Peter Lenhart, Karl-Josef Pazzini, Marianne Schuller, Tove Soiland, Harald Strauß, Dragica Stojkovic, Jürgen Todt und Manuel Zahn.

Das Tagungsprogramm als PDF-Download.

Tagungsort:
Universtät Hamburg
Fakultät für Erziehungswissenschaft
Von-Melle-Park 8, Raum 206

Teilnahmegebühren (inkl. Getränke und Snacks):
Vollzahler: 60,-€ / Studierende: 30,-€

Kontakt und Anmeldung:
Peter.Lenhart@uni-hamburg.de

Mehr Informationen zur Tagung finden Sie auf der Internetseite der HAFPA.

Ringvorlesung »Grundfragen der Kunstpädagogik«

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Dienstag letzter Woche startete die Ringvorlesung „Grundfragen der Kunstpädagogik“ mit einem einführenden Vortrag von Andrea Sabisch unter der systematischen Fragestellung »Wie findet man neue Fragen?«.
In der nächsten Woche freuen wir uns, Wolfgang Legler zu Gast zu haben, der zur Frage »Wie kann man aus der Geschichte des Faches lernen?« vortragen und mit uns diskutieren wird. Die Vorlesung findet Dienstag, den 21.4.15 von 16-18 Uhr in Raum 404 (VMP8) statt.
Interessierte sind herzlich willkommen!

13. Ausgabe von „nach dem Film“ zur Filmvermittlung online

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Kurz vor Weihnachten ging sie noch online: die neue Ausgabe von „nach dem Film“ zur Filmvermittlung. Ich möchte an dieser Stelle denjenigen danken, die zum Zustandekommen der Ausgabe beigetragen haben: den Autoren, Dennis Heinrichs, Winfried Pauleit (stellvertretend für die Redaktion) und nicht zuletzt Bettina Henzler für die sehr gute Zusammenarbeit.

Filmvermittlung verbindet unterschiedliche Disziplinen, Wissensbereiche und kulturelle Felder. Sie umfasst wissenschaftliche, journalistische, kuratorische, pädagogische und künstlerische Praxen. Die 13. Ausgabe von „nach dem Film“ versammelt dementsprechend Beiträge, die versuchen etwas von der Pluralität der Filmvermittlung in das Medium der Schrift zu übersetzen: Gesprächsnotizen, Erfahrungsberichte, Filmanalysen, programmatische Anmerkungen sowie historisch oder theoretisch orientierte wissenschaftliche Texte bilden einen gemeinsamen und doch heterogenen Denk- und Reflexionsraum.

Beiträge von und mit: Alejandro Bachmann, Michael Baute, Ralph Etter, Erika und Ulrich Gregor, Malte Hagener, Bettina Henzler, Volker Pantenburg, Winfried Pauleit, Lina Paulsen, Stefan Pethke, Olaf Sanders, Heide Schlüpmann, Stefanie Schlüter, Christian Stewen und Manuel Zahn.

Call for papers für das 10. Kunstpädagogische Kolloquium

tacit knowing
10. Forschungskolloquium in Loccum vom 06.-08.09.2013

Neben explizit benennbaren Praktiken und Techniken wirken sowohl in künstlerischer als auch in pädagogischer Arbeit Fähigkeiten und Kenntnisse, die weder bewusst genutzt noch in ihrer Reflexion und Erforschung klar benannt werden können: tacit knowing (stilles Wissen) steht im Fokus des zehnten kunstpädagogischen Forschungskolloquiums in Loccum.
Für tacit knowing (Polanyi) kursieren verschiedene Synonyme oder Varianten, Mannheim bezeichnet es als »atheoretisches Wissen«, Bourdieu als »habitualisiertes Wissen« und Bohnsack als »implizites Wissen«. Die Unschärfe des »stillen« Wissensbegriffs reicht von einem handlungsleitenden, strukturellen oder prozeduralem Wissen bis hin zu unbewusstem und gänzlich unexplizierbarem Wissen. Die Begriffe haben gemeinsam, dass sie nicht ein Wissen beschreiben, welches folglich einer Person zugeordnet oder gar als inkorporiert angesehen würde, sondern auf ein Wissen verweisen, das sich erst in einer Praxis zeigt. tacit knowing ruft insofern nicht eine bloß unbewusste Struktur hervor, die sich auf Regelhaftigkeiten zurückführen lässt, vielmehr erscheint es selbst als produktive, implizite Wissensformation oder -struktur. Wer jemals längerfristig in ästhetische Prozesse und Praktiken involviert war, kennt Momente des Grenzgangs zwischen Intention und Überraschung, welche Fähigkeiten offenbaren, derer man sich bis zu ihrer Artikulation nicht bewusst war. Fähigkeiten, die sich auch nicht durch intensive Übung oder mittels theoretischer Reflexionen vollkommen in intentionale Handlungen transformieren lassen.
tacit knowing hat demnach die paradoxe Form einer anwesenden Abwesenheit, es begegnet uns in Phänomenen, Performanzen und Praktiken, die sich zumindest in Teilen unserer bewussten Steuerung, einer klaren begrifflichen Definition und empirischen Mess- und Zählbarkeit entziehen.
Doch wie kann dann eine Forschung aussehen, die sich dem stillen Wissen in künstlerischen und kunstpädagogischen Prozessen annähern will? Welche Übersetzungen muss sie leisten? Auf welche Weise lässt sich dieses Wissen zur Darstellung bringen? Diese und ähnliche Fragen liegen dem Kolloquium zugrunde.

Leitung: Ole Wollberg, Manuel Zahn, Andrea Sabisch

Abstracts: Das Loccumer Forschungskolloquium lädt dazu ein, Aspekte und Fragen aus einem eigenen aktuellen Forschungsprojekt zur Diskussion zu stellen und richtet sich insbesondere an den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Beiträge sollen die eigenen methodischen, theoretischen und/oder praktischen Fragen skizzieren. Eine Orientierung am diesjährigen Thema ist erwünscht, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme.
Bitte senden Sie Vorschläge für Beiträge in Form eines max. zweiseitigen Exposés bis zum 15. Juni 2013 per E-Mail an: andrea.sabisch@uni-hamburg.de. Zusagen erfolgen bis Ende Juli.

Kosten pro Person: Die Tagungsgebühr wird noch bekannt gegeben.

Literatur
Bergstedt, Bosse/ Herbert, Anna / Kraus, Anja / Wulf, Christoph (Hg.): Tacit dimensions of Pedagogy. Waxmann 2012. (European Studies on Educational Practices 1)
Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. 2003, zuerst 1979. S. 279
Polanyi, Michael: The Study of Man. Chicago 1959.
Neuweg, Georg H: Könnerschaft und implizites Wissen. Waxmann 1999 (Internationale Hochschulschriften 311)
Wehling, Peter: Im Schatten des Wissens? Perspektiven der Soziologie des Nichtwissens. Konstanz UVK 2006.

Relaunch der Heftreihe „Kunstpädagogische Positionen“

„Was lange währt, wird endlich gut!“, sagt man manchmal – und ich denke, dass diese sprichtwörtliche Rede in Bezug auf die neuen Hefte der „Kunstpädagogischen Positionen“ trifft.

Nach langen Verhandlungen über Layout, Heftgröße, Preis und den damit verbundenen Versuchen mit verschiedenen Druckereien und Distributionsformen geht nun (endlich) die Neuauflage der Reihe „Kunstpädagogische Positionen“ an den Start. Zu den schon bekannten blauen Heften aus Hamburg, gesellen sich jetzt und zukünftig grüne Hefte (wie oben zu sehen) aus Oldenburg und rote Hefte aus Köln, entsprechend den Standorten der drei neuen Reihenherausgeber Andrea Sabisch, Eva Sturm und Torsten Meyer.

Mit dem Relaunch der Reihe haben die Herausgeber auch ein leicht verändertes Editorial verfasst, das die Ziele der Reihe in ihrer jetzigen Form folgendermaßen beschreibt:

„Gegenwärtig tritt die Koppelung von Kunst & Pädagogik, Kunstpädagogik, weniger durch systematische Gesamtentwürfe in Erscheinung, als durch eine Vielzahl unterschiedlicher Positionen, die aufeinander und auf die Geschichte des Faches unterschiedlich Bezug nehmen. Wir versuchen dieser Situation eine Darstellungsform zu geben.

Wir setzen die in Hamburg begonnene Reihe fort mit kleinen Publikationen, in der Regel von Vorträgen, die im Arbeitsbereich Ästhetische Bildung der Universität Hamburg (blaue Hefte), dem Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln (rote Hefte) und dem Arbeitsbereich Kunst-Vermittlung- Bildung der Universität Oldenburg (grüne Hefte) gehalten wurden.

Im Rahmen der Bildung und Ausbildung von Studentinnen und Studenten im Bereich der Koppelung von Kunst & Pädagogik als Unterricht, Vermittlung oder Bildung wollen wir Positionen zur Kenntnis bringen, die das Lehren, Lernen und die bildenden Effekte der Kunst konturieren helfen.“

Torsten Meyer und seine Kölner Mitarbeiter haben dankenswerterweise einen Online-Shop eingerichtet, in dem man nun sowohl die Hefte aus Hamburg, Köln und Oldenburg kaufen (Papier) als auch downloaden (PDF) kann.

Neu in der Reihe erschienen sind zwei Vorträge aus Oldenburg, die dort im Rahmen der Ringvorlesung Kunstpädagogische Positionen im WiSe 2009/10 gehalten wurden:

Weitere Hefte aus Oldenburg mit Vorträgen von Karl-Josef Pazzini, Christine Heil, Helmut Hartwig und Pierangelo Maset folgen bald. Es lohnt sich also, in kurzen Abständen in den oben genannten Shop reinzuschauen.

Medienkulturelle Transformationen, Migration, Wunder und Pädagogik

Ich möchte auf drei Ringvorlesungen aufmerksam machen, die in diesem Monat schon begonnen haben oder noch starten. Die Ringvorlesungen (in Hamburg, Frankfurt/Marburg und Oldenburg) untersuchen 1. Wunder, 2. medienkulturelle Wandlungen und 3. Migration in ihren jeweiligen Verhältnissen zu Kunst und Pädagogik/Bildung.

1. WUNDER IN KUNST UND PÄDGOGIK

Wunder gibt es immer wieder, und es gibt sie überall – oder nicht? Anlässlich der Ausstellung WUNDER (in den Deichtorhallen, Hamburg) widmet sich eine Ringvorlesung der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg dem „Wunder in Kunst und Pädagogik“. Ausgehend von dem interdisziplinären Ansatz der Ausstellung nehmen Expertinnen und Experten unterschiedlichster Provenienz das Thema Wunder zum Anlass, die Grenzen des eigenen Wissens und der eigenen Disziplinen zu erkunden.

Das Konzept der Ringvorlesung fasst Wunder als wirksame Geschehnisse radikaler Fremdheit, die sich unseren Erwartungen, Absichten und Erklärungen entziehen. Sie markieren die Grenzen der Rationalität und werden zum Gegenstand von Zweifel, Kritik, Unterwerfungsbereitschaft oder Neugier, nähren den Verdacht auf Betrug, lassen aber auch auf Allmacht hoffen. Fast im Gegensatz dazu haben im christlichen, später hauptsächlich im katholischen Zusammenhang, Wunder Beweischarakter und beruhigen den Zweifel. Sie benötigen Zeugen und die Etablierung einer Tradition, um weiterhin wirksam zu bleiben. Wegen der vieldimensionalen Facetten des Themas werden unterschiedliche Diskurse berührt: kunst- und medientheoretische, erziehungswissenschaftliche, theologische, philosophische, künstlerische, literaturwissenschaftliche, mathematische und nicht zuletzt wissenschaftskritische.

Die Ringvorlesung findet Dienstags (zu den hier genannten Terminen) um jeweils 18 Uhr im Auditorium des Hauses der Photographie statt (Eingang über die Rückseite des Hauses). Continue reading