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Sammelband »Arts Education in Transition« erschienen

 

Kürzlich ist der schöne Sammelband »Arts Education in Transition» in der Schriftenreihe Kunst Medien Bildung des kopaed-Verlags erschienen. Der von Jane Eschment, Hannah Neumann, Aurora Rodonò und Torsten Meyer herausgegebene Band untersucht kulturelle Wandlungsprozesse und deren Auswirkungen auf Kunst, Kunstpädagogik  und Ästhetische Bildung.

Sie schreiben zum Buch:

In einer von kultureller Globalisierung und vernetzter Digitalisation geprägten Welt konturieren sich die Schnittfelder von Kunst, Wissenschaft und Bildung neu. Die entgrenzten Künste suchen sich neue Orte, neue Zeiten, neue Formen und Formate, neue Themen und ein neues Publikum. Was bedeutet das für die Praktiken der Kunst? Was für die Theorien der Kunst? Und was bedeutet es für die Verkoppelung von Kunst und Bildung?

Mit der Formulierung »Arts Education in Transition» ist ein Übergang, ein Wandlungsprozess nahegelegt, der ein ganzes Bündel grundlegender Fragen im Kontext Ästhetischer Bildung und Kunstpädagogik generiert: Was sind die Themen zeitgemäßer Ästhetischer Bildung? Wie artikulieren sich ästhetische Praktiken, Formen, Inhalte im Kontext aktueller Medienkultur? Wo und wie findet Ästhetische Bildung im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert statt? Wo und wie wird der Wandel der Medienkultur der Adressat*innen/der Künstler*innen (als Prob-lem/Herausforderung/Chance) sichtbar? Was können Schule und Hochschule von den per-formativen Künsten, von den freien Kunst- und Kultureinrichtungen lernen? Welche (Lehr-/Lern-)Settings befördern die Verschränkung von zeitgenössischer künstlerischer Praxis, Theoriebildung und Vermittlungsperspektiven? Welche Rolle spielen Inter-/Transdisziplinarität und welche Rolle Fachlichkeit und Könnerschaft? Welche Rolle spielen partizipative Intelligenz und kollektive Kreativität? Wie funktioniert Ästhetische Forschung im Global Contemporary? Was sind die Wirklichkeiten Ästhetischer Bildung in den Schulen und Hochschulen? Was ihre Möglichkeiten?

Der Band verschränkt künstlerisch-praktische, pädagogische und theoretische Positionen und Fragestellungen, die Dozierende und Studierende am Institut für Kunst und Kunsttheorie in Kooperation mit dem Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln gemeinsam mit externen Künstler*innen, Theoretiker*innen, Pädagog*innen und Kulturschaffenden verschiedener Künste und Disziplinen im Rahmen des zweijährigen Hochschulentwicklungsprojekts Arts Education in Transition (2015-17) an der Universität zu Köln entwickelt haben.

Zusammen mit Gila Kolb, Kristin Klein, Torsten Meyer und Konstanze Schütze habe ich einen Beitrag zur Einführung in den Themenschwerpunkt »Post-Internet Arts Education« verfasst. Das Buch ist allen Kunstpädagog*innen, Kunstvermittler*innen und anderen kunstbezogenen Bildungsarbeiter*innen wärmstens zu Lektüre empfohlen!

Post-Internet Arts Education Research

Der Forschungsschwerpunkt Post-Internet Arts Education (PIAE) am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln, an dem ich seit 2016 mitarbeite, nimmt die stark gewandelten Bedingungen für die Kunstpädagogik, Ästhetische Bildung und die kulturelle Medienbildung im Horizont des Internet State of Mind (Carson Chan) in den Blick und setzt sich zum Ziel, Konsequenzen für Praxis und Theorie der Bildung in Auseinandersetzung mit Künsten und Medien im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert zu entwickeln. Er wurde 2015 von Torsten Meyer, Kristin Klein, Gila Kolb und Konstanze Schütze initiiert und u.a. durch das Grimme-Forschungskolleg und das BMBF gefördert.

Die Webseite des Forschungsschwerpunkts versammelt aktuelle Hinweise auf geplante sowie die Dokumentation der durchgeführten Veranstaltungen, videographierte Vorträge und Texte zum Themenschwerpunkt, u.a.m., siehe unter: piaer.net

Erste Gastherausgeberschaft in der ZKMB zu »Postdigital Landscapes«

Die Online-Zeitschrift der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung e.V., die ZKMB hat ein neues Design und ein neues Konzept. Seit Oktober 2019 gibt es neben den peer-reviewten Einzelbeiträgen auch thematisch fokussierte Textkonvolute (“Sammlungen”) unter Leitung einer Gastherausgeberschaft. Dadurch besteht die Möglichkeit, einen Themenbereich entlang eines Einführungsartikels und weiterer, miteinander vernetzter Texte verschiedener Autor/innen zu entwickeln.

Für die erste Gastherausgeberschaft nach diesem Modell Postdigital Landscapes. Kunst und Medienbildung in der digital vernetzten Welt zeichnen Kristin Klein und Willy Noll verantwortlich. Die Textsammlung entstand im Anschluss an den Nachwuchsforschungstag »Postdigitale Kunst und Medienkultur«, der am 7. Juni 2018 im Zusammenhang mit der Tagung Because Internet. am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln stattfand.

Unter aktuellen Bedingungen digitaler Kulturen verändern sich die Register künstlerischer Artikulationen und Affordanzen. In der Allgegenwart von digitalen Medien und ihren vernetzten Infrastrukturen etablieren sich neue kulturelle Praktiken, wandeln sich Modi der Interaktion, soziale Gefüge, die Rolle von Institutionen und die Arten und Weisen, wie Kunst produziert, geteilt und rezipiert wird. Dies zieht wiederum andere Voraussetzungen gesellschaftlicher Teilhabe nach sich und verändert bildungstheoretische Grundannahmen. Von dem Konzept der Postdigitalität ausgehend werden in dieser Publikation sowohl exemplarische Phänomene als auch strukturelle Fragen von Kunst und Kultur der Gegenwart genauer in den Blick genommen. An ihnen lassen sich, so die These, digitale Transformationsprozesse beispielhaft beschreiben und reflektieren. Postdigital Landscapes, wie sie hier verstanden werden, umfassen dabei geografische Netzwerke und materielle Infrastrukturen genauso wie gouvernementale Strukturen, Einstellungen und Verhaltensweisen. Sie konstituieren sich durch hybride Praxen, Akteur*innen und Räume sowie in Verschränkung von digitalen Technologien, Mensch, Natur und Kultur in ihren ambivalenten Relationen zu- und untereinander. Die Publikation macht ein Angebot zur Orientierung und versammelt dazu Beiträge zu aktuellen Forschungskontexten im Anschluss an postdigitale Kunst, Medienkultur und -bildung.

Bild: Detail aus Santa France: Nodes, 2019, aus ihrer Einzelausstellung Safeporting

Anmeldung läuft: Tagung „Because Internet“ vom 7.–9.6.2018 am Institut für Kunst und Kunsttheorie

 

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Post-Internet Arts Education“ am Institut für Kunst und Kunsttheorie veranstalten meine Kolleg*innen Torsten Meyer und Kristin Klein die Tagung „Because Internet“, an der ich auch mit einem Workshop zur Ästhetischen Praxis als Medienkritik beitragen werde.

Zum Konzept der Tagung schreiben sie:

Jedes Foto, jeder Gedanke, jedes Gespräch ist heute informiert durch das Internet. Es ist allgegenwärtiger Teil unserer Realität geworden; es hat sich transformiert in Erwartungen über ständige Erreichbarkeit, macht sich bemerkbar beim Scannen von Momenten auf ihre Social-Media-Tauglichkeit, im täglichen Posten, Scrollen, Streamen, Liken, Sharen, Tweeten. Komplexe Prozesse fortschreitender Digitalisierung artikulieren sich in weltweit vernetzten Communities, in hyperkulturellen und global zirkulierenden Bildwelten, lernenden Algorithmen, Whistleblowing, Hacktivism, Softwarearchitekturen, Crowdsourcing, Digital Commons, u. a. m. – die Künstlerin Sophia Al Maria bringt es, für uns titelgebend, auf den Punkt: Because Internet.

Die Tagung Because Internet findet vom 7. bis 9.6.2018 am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln statt. Den Fokus bilden aktuelle Bedingungen des medienkulturellen Wandels nach dem Internet und Konsequenzen für kunstpädagogische Praxis und kulturelle Medienbildung: Digital Natives der zweiten Generation und Künstler*innen, die sich an eine Zeit vor dem Internet kaum noch erinnern können, leben und arbeiten im ständigen Bewusstsein der durch das Internet hervorgebrachten Veränderungen: Sie verbindet ein Internet State of Mind (Carson Chan), dem zufolge Dichotomien wie digital/analog kaum noch Sinn ergeben. Sie bedienen die Anforderungen des medienkulturell geprägten Alltags und operationalisieren zugleich die heterogenen Realitäten, Formsprachen, Logiken und Parameter vernetzter Kulturen und deklarieren diese zum Ready-Made-Material eines riesigen Hypermedia-Pools.

Für die Kunstpädagogik, die kulturelle Medienbildung und die künstlerische Praxis drängt sich vor diesem Hintergrund die Frage auf, was eigentlich die relevanten Gegenstände künstlerischer und pädagogischer Praxen im Kontext einer postdigitalen Gegenwart in den – sagen wir – nächsten 20 oder 30 Jahren sind und wie und durch wen diese gestaltet werden können. Forschungswerkstätten zu Praxistransfers und Hands-On-Workshops bilden die zentralen Schwerpunkte der Tagung. Anlässlich der Tagung wird darüber hinaus das Workbook Arts Education als work in progress vorgestellt – eine partizipative Plattform, auf der neue Konzepte und innovative Ideen für die Kunstpädagogik und die kulturelle Medienbildung publiziert werden und die Praktiker*innen aktiv zur Mitwirkung und Weiterentwicklung einlädt.

Download
Ankündigungsflyer „Because Internet“ als PDF.

Anmeldung
http://kunst.uni-koeln.de/becauseinternet/anmeldung/

Konzeption
Kristin Klein
Gila Kolb
Prof. Dr. Torsten Meyer
Konstanze Schütze

Veranstalter*innen
Prof. Dr. Torsten Meyer
Kristin Klein

Organisation
Hannah Neumann
hannah.neumann@uni-koeln.de
Tel.: 0221-470-6323

In Kooperation mit
dem Grimme-Institut und der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung

Abbildungen (von links nach rechts): 1 Imagekampagne „Untitled (Not in the Berlin Biennale)“ für die 9. Berlin Biennale 2016 von Roe Ethridge in Zusammenarbeit mit Babak Radboy und Chris Kraus. Foto: Torsten Meyer // 2 Internet-Tattoo des Illustrators Jean Andre: theultralinx.com/minimalistic-tattoos-by-jean-andre/ // 3 DIS und Babak Radboy featuring Tilman Hornig: Narrative Devices, 2016, Video Still: vimeo.com/171915415 // 4 Aram Bartholl: Map auf der Einzelausstellung ‚Hello World!‘ Kasseler Kunstverein, Fridericianum 2013 // 5 Joe MacKay in Lorna Mills: Ways of Something – Episode 1, 2014, Video Still: lornamills.ca/waysofsomething/ // 6 Eva Papamargariti: Soft Touch, 2015, Video Still: vimeo.com/139660276 // 7 Tweet von ÄNGSTE ZUR KUNST @m_kollmer: Google Maps: twitter.com/m_kollmer/status/923497162440192000?s=09

Forschungsprojekt »Ästhetische Praxis als Medienkritik« ist gestartet

Das Projekt ästhetische Praxis als Medienkritik wird durch das Grimme-Forschungskolleg an der Universität Köln finanziert. Es untersucht vor dem Hintergrund der Herausforderungen der postdigitalen Gesellschaft aktuelle Formen und Praxen von Kritik. Vier ­interdisziplinäre Workshops bilden die Basis für eine Bestandsaufnahme kritischer Medienpraxis in der ­aktuellen Medienkultur und für die Schärfung des Kritikbegriffs an aktuellen künstlerischen Praxen. ­

Angesiedelt an der Professur für Ästhetische Bildung ist die Workshop-Reihe Teil des ­größeren Forschungsschwerpunktes Post-Internet Arts Education des Instituts für Kunst & Kunsttheorie und wird in Kooperation mit dem Grimme-Institut durchgeführt.

Workshop 1: Digitale Jugendkulturen und Medienkritik
Universität zu Köln, Gronewaldstraße 2, Raum 2.212
Fr. 20.10.17, 14-20 Uhr / Sa., 21.10.17, 10-15 Uhr

Der erste Workshop in der Reihe widmet sich dem Verhältnis von postdigitalen jugend­kulturellen Praktiken und dem medienpädagogischen Begriff der Medienkritik. Angesichts der aktuellen jugend- und popkulturellen Medienpraktiken, die mit Begriffen wie Nähe, ­Immersion, Vernetzung, Serialität, Kooperation und Kollaboration assoziiert werden, scheinen die Kritikbegriffe vorliegender Konzeptionen von Medienkompetenz und -bildung, die auf Distanzierung, Vereinzelung und individuelles kognitives Verstehen abzielen, an ihre Grenzen zu kommen.

Vor dem Hintergrund der postdigitalen Medienkulturen wollen wir daher die vorliegenden Verständnisse von Kritik befragen und nach neuen kritischen Praxen suchen: Wie zeigt sich kritische Praxis in der aktuellen Medienkultur, die sich in erster Linie aus jugend­kulturellen ­Praktiken zusammensetzt? Wo setzt sie an, wie verfährt sie und worauf bezieht sie sich? Mit Beiträgen von Harald Gapski, Annemarie Hahn, Kristin Klein, Konstanze Schütze, Torsten Meyer, Michael Seemann, Manuel Zahn u.a.m.

Tagungshinweis: Flüchtige Bilder: Affekt // Repräsentation


Havarie (Philip Scheffner, D 2016)

Vom 1.- 3. Dezember 2016 findet im Warburg-Haus Hamburg die Tagung „Flüchtige Bilder: Affekt / Repräsentation“ statt. Die transdisziplinäre Veranstaltung richten Jacobus Bracker (Archäologisches Institut, Universität Hamburg), Ann-Kathrin Hubrich (Graduiertenkolleg Geisteswissenschaften, Universität Hamburg) und Stefanie Johns (FuL, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Hamburg) aus.

In der Ankündigung zur Tagung schreiben die Veranstalter*innen: „Die Präsenz von Fluchtbewegungen in der medialen Berichterstattung, die diverse Perspektiven auf die Flucht, ihre Ursachen und Folgen abbildet oder ausblendet, verweist auf das Evokations- und Affektionsvermögen der Bilder. In einer drastischen Steigerung der Warburg’schen Bilderwanderungen flüchten auch die Bilder selbst, sei es, dass sie die Flüchtenden begleiten, sei es, dass sie transmediale Fluchtwege vor einem propagandistischen Bildersturm einschlagen. Im Rahmen von Fluchtbewegungen entstand und entsteht zu allen Zeiten eine Fülle, eine schier unüberschaubare Masse an Bildern, die das Leid der Flüchtenden zu spiegeln suchen, die Fluchtwege nachzeichnen oder auf die Fluchtursachen verweisen wollen.“

Weitere Informationen zur Tagung gibt es hier: http://www.bildkontexte.de.
Das Tagungsprogramm als PDF-Download: http://www.bildkontexte.de/download/Fleeing_Images_2016.pdf

CfP für interdisziplinäre bildwissenschaftliche Tagung

»Flüchtige Bilder: Affekt // Repräsentation« lautet der Titel einer interdisziplinären Tagung der Universität Hamburg, die von Jacobus Bracker, Ann-Kathrin Hubrich und Stefanie Johns organisiert wird. Die Tagung findet vom 1-3. Dezember 2016 statt, Tagungsorte sind das Warburg-Haus und die Universität Hamburg. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Mehr Informationen zur Tagung und den Call for Papers finden sie auf: http://www.bildkontexte.de

Im Call for Papers schreiben die Organistor*innen zur Tagung:

»Die gegenwärtigen Fluchtbewegungen betreffen das Bildliche vielfältig. Die Präsenz in der medialen Berichterstattung, die diverse Perspektiven auf die Flucht, ihre Ursachen und Folgen abbildet oder ausblendet, verweist auf das Evokations- und Affektionsvermögen der Bilder. In einer drastischen Steigerung der Warburg’schen Bilderwanderungen flüchten auch die Bilder selbst, sei es, dass sie die Flüchtenden begleiten, sei es, dass sie transmediale Fluchtwege vor einem propagandistischen Bildersturm einschlagen.
Dabei sind die Phänomene aus dem Zusammenhang von Flucht und Bildern nicht neu. Fluchtbewegungen sind ein fester Bestandteil der Menschheitsgeschichte: Aeneas floh mit seinem Vater Anchises auf den Schultern und seinem Sohn Askanios an der Hand aus dem brennenden Troja, die Israeliten vor der Unterdrückung in Ägypten, die Heilige Familie floh, um dem Kindermord des Herodes zu entgehen. Die Beweggründe für eine Flucht, die das Herkunftsland zu einem unsicheren Ort werden lassen, reichen von der Auflehnung gegen ein politisches System über Krieg und Gewalt bis Vertreibung und Hunger. Im Rahmen von Fluchtbewegungen entstand und entsteht zu allen Zeiten eine Fülle, eine schier unüberschaubare Masse an Bildern, die das Leid der Flüchtenden zu spiegeln suchen, die Fluchtwege nachzeichnen oder auf die Fluchtursachen verweisen wollen. Auf der Flucht begleiten und berühren Bilder der Heimat, der Zurückgebliebenen oder solche einer verheißungsvollen Zukunft.
In allen Fällen spielen idolatrische wie ikonoklastische Bildpraktiken eine erhebliche Rolle, Praktiken, die auf eine starke affektive Beteiligung der Akteur*innen mit intersubjektiv durchaus verschiedenen Ausrichtungen hindeuten. Affekte beeinflussen die Wahrnehmung, das phänomenale Bewusstsein, die Aufmerksamkeitslenkung und Bedeutungskonstruktionen und sie motivieren Handlungen und sind damit ein zentraler Faktor in einer als verkörpert verstandenen Wahrnehmung. Das außerordentliche Affekt- und Affizierungspotential der Bilder spielt unter anderem bei ihren Funktionen als Träger von Erinnerungen und Hoffnungen, bei Identitätskonstruktionen und bei ihrem strategischen bis manipulativen Einsatz in politischen Kommunikationsprozessen eine erhebliche Rolle. Hieraus ergeben sich vielfältige Fragestellungen: Wie wirken die Bilder der Flucht und die flüchtenden Bilder in Identitätsbildungsprozessen? Wie ist der Zusammenhang zwischen Affekt und Bildwahrnehmung zu denken? In welcher Weise wird das Affektpotential der Bilder für die politische und gesellschaftliche Meinungsbildung (aus)genutzt? Wie können die Produktions- und Rezeptionsbedingungen der Fluchtbilder affekttheoretisch hinterfragt werden? Gibt es diachron oder interkulturell persistente Motive besonders affizierenden Charakters? Inwieweit repräsentieren Bilder spezifische sozio-kulturelle und historische Affektkonzepte?«

Die von Promovierenden der Archäologie, Kunstgeschichte und Kunstpädagogik bereits zum vierten Mal organisierte bildwissenschaftliche und -theoretische Veranstaltung an der Universität Hamburg wird Vorträge und Workshops mit der Möglichkeit zu ausführlicher Diskussion anbieten. Besonders gefragt sind trans- und interdisziplinäre Beiträge zu den genannten Fragestellungen und Themen. Eine Beschränkung auf bestimmte Epochen oder Kulturen ist nicht vorgesehen.
Die Veranstalter*innen bitten um die Zusendung von Beitragsabstracts (etwa 300 Wörtern) und einen wissenschaftlichen Kurzlebenslauf.

Vorschläge für Vorträge (30 Minuten) oder Workshops (90 Minuten) können bis zum 31. Juli 2016 per Email an post@bildkontexte.de gesendet werden.

/////// SAVE THE DATE /////// where the magic happens. Bildung nach der Entgrenzung der Künste

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Tagung in Kooperation des Instituts für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln und der wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung e.V.
11. bis 13. Juni 2015, Universität zu Köln

Mit Beiträgen von Dana Caspersen (danacaspersen.com), Ulrike Hentschel (UDK Berlin), Heinrich Lüber (ZHdK Zürich), Karl-Josef Pazzini (Uni Hamburg/Berlin), Stefan Porombka (UDK Berlin) und vielen anderen mehr.

Die Künste haben das Gefängnis ihrer Autonomie verlassen. Im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert reicht der Gegenstand künstlerischer Aktivitäten über die traditionellen Grenzen der Fächer Kunst, Musik, Tanz, Theater usw. hinaus in den medienkulturellen Alltag und bis ins wissenschaftliche Experimentieren hinein. Die Zuständigkeiten für das Wahre, Schöne und Gute sind unklar geworden. In einer von kultureller Globalisierung geprägten Welt konturieren sich Praktiken der Produktion von Bedeutung zwischen Künsten, Moral, Wissenschaft, Recht und Politik.
Mit dem postautonomen Verständnis von Kunst gehen zwei Bewegungen einher: zum einen wird im Zuge eines konsequenten Weltlichwerdens die Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst destabilisiert, zum anderen vernetzen sich die Künste untereinander. Transzendentale Bezugspunkte für die traditionellen Sparten der Hochkultur gibt es nicht mehr. Nicht mehr im Ideal eurozentrischer Klassik, noch in der Reinheit des ungestörten White Cubes, Konzert- oder Theatersaals. Kunst findet statt im Global Contemporary. Im Hier und Jetzt und auf dem Boden alltagskultureller Tatsachen.
Das Tagungsvorhaben befasst sich mit den Bedingungen, Möglichkeiten und dem „magischen Potential“ der Bildung an/durch/mit den Künsten vor dem Hintergrund eines sehr deutlich erweiterten Begriffs von Kunst – fokussiert auf Performance, künstlerische Forschung und aktuelle Medienkultur.

Performance ist Experiment in und mit der Alltagswirklichkeit. Performer und Teilhabende machen außergewöhnliche Erfahrungen an den Grenzen des Üblichen. Wann und wie werden diese Erfahrungen ästhetisch, wann/wie sogar magisch? Was trägt solche prozesshaften Weisen des Erfahrens? Welche vorbildhaften performativen Formate und Methoden existieren in und zwischen bildender Kunst, Musik, Theater, Tanz, Bildung und Politik?Wie werden die für ästhetische Erfahrungen konstitutiven Entgrenzungen des Subjekts bildend wirksam?

Künstlerische Forschung ist Welterschließung durch künstlerische Praktiken. Wie/wann/wo können künstlerische Prozesse als Erkenntnisprozesse verstanden werden? Können künstlerische Forschungsprozesse als zeitgemäße, weil den gegenwärtigen kulturellen Umweltbedingungen angemessene Form der Produktion, Anwendung und Kommunikation von Wissen gelten? Gilt das für professionelle Forschungs- und/oder/auch Bildungszusammenhänge?

Aktuelle Medienkultur ist die natürliche Umgebung der Generation C. Die Künstler und Kreativen beziehen sich nicht mehr auf ein Feld der Kunst als Hochkulturmuseum, sondern auf die globale Zeitgenossenschaft als die von allen geteilte Welt. Sie gehen um mit komplexeren Formen von Darstellung und hypermedialer Intertextualität als jede Generation zuvor. Wo und wie geschieht hier die Magie? Welche ästhetischen Erfahrungen ermöglicht Post-Internet Art? Wie funktioniert ästhetische Bildung im Internet state of mind?

Anmeldung
In Kürze unter kunst.uni-koeln.de/magie

Torsten Meyer
Julia Dick
Peter Moormann

Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln: kunst.uni-koeln.de

Kunsthasserstammtisch in Hamburg: Wat nu?

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Aufgrund größerer lokaler Nachfrage haben Torsten Meyer und Johannes M. Hedinger in Kooperation mit dem Kunsthasserstammtisch noch einen Präsentationstermin in Hamburg geplant.
Jan Holtmann schreibt dazu:

„Der nächste KunstHasserStammTisch möchte sich bei der kommenden Veranstaltung mit “What’s next – Kunst nach der Krise” auseinandersetzten. Jedes Jahrzehnt hat sein Kompendium, eine Textsammlung, die den Geist dieser Schaffenszeit widerspieglt. “What’s next” ist im Dezember 2013 erschienen und könnte das Kompendium der 10er Jahre sein. Am 24.1. präsentiert der Kunsthasserstammtisch das Format “Wat nu?” mit einem der Herausgeber, Prof. Torsten Meyer, einem Glücksrad, einer Schauspielerin (Karen Köhler) und einer Broschüre von 23 x 17 x 4,8 cm und 672 Seiten. Diese versammelt 177 Essays und Interviews sowie 154 Thesen, Manifeste und Zitate von 304 Autoren zum Thema des möglichst Nächsten.“

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Einladung zur Buchpräsentation

Hamburg: Fr 24. Jan 2014
20:30 Uhr im Helmuth-Hübner-Haus, Bei der Schilleroper 15
22767 Hamburg
Kunsthasserstammtisch

Der Reader ist an den Events zum Vorzugspreis von 20 Eur/30 CHF erhältlich (im Buchhandel 29.90 Eur/39.90 CHF).

What’s next? Kunst nach der Krise
Herausgegeben von Johannes M. Hedinger und Torsten Meyer
Kulturverlag Kadmos, Berlin, 2013, 672 S.

„Die Welt ist im Wandel und mit ihr die Kunst. Der Reader versammelt 177 Essays und Interviews sowie 154 Thesen, Manifeste und Zitate von insgesamt 304 Autoren zum möglichen Nächsten in der Kunst. Mit Dirk Baecker, Hans Belting, Luc Boltanski, Nicolas Bourriaud, Bazon Brock, Judith Butler, Ève Chiapello, Carolyn Christov-Barkargiev, Chris Dercon, Diedrich Diederichsen, Hal Foster, Andrea Fraser, David Graeber, Isabelle Graw, Boris Groys, Jörg Heiser, Thomas Hirschhorn, Naomi Klein, Maurizio Lazzarato, Ben Lewis, Chus Martínez, Jonathan Meese, Dieter Mersch, Markus Miessen, Carmen Mörsch, Hans Ulrich Obrist, Jacques Rancière, Milo Rau, Gerald Raunig, Andreas Reckwitz, Irit Rogoff, Jerry Saltz, Tomáš Sedláček, Tino Sehgal, Peter Sloterdijk, Hito Steyerl, The Yes Men, Wolfgang Ullrich, Jan Verwoert, Anton Vidokle, Peter Weibel, Beat Wyss, Slavoj Žižek, Artur Żmijewski u.v.a.“

Weitere Infos: www.whtsnxt.net

Medienkulturelle Transformationen, Migration, Wunder und Pädagogik

Ich möchte auf drei Ringvorlesungen aufmerksam machen, die in diesem Monat schon begonnen haben oder noch starten. Die Ringvorlesungen (in Hamburg, Frankfurt/Marburg und Oldenburg) untersuchen 1. Wunder, 2. medienkulturelle Wandlungen und 3. Migration in ihren jeweiligen Verhältnissen zu Kunst und Pädagogik/Bildung.

1. WUNDER IN KUNST UND PÄDGOGIK

Wunder gibt es immer wieder, und es gibt sie überall – oder nicht? Anlässlich der Ausstellung WUNDER (in den Deichtorhallen, Hamburg) widmet sich eine Ringvorlesung der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg dem „Wunder in Kunst und Pädagogik“. Ausgehend von dem interdisziplinären Ansatz der Ausstellung nehmen Expertinnen und Experten unterschiedlichster Provenienz das Thema Wunder zum Anlass, die Grenzen des eigenen Wissens und der eigenen Disziplinen zu erkunden.

Das Konzept der Ringvorlesung fasst Wunder als wirksame Geschehnisse radikaler Fremdheit, die sich unseren Erwartungen, Absichten und Erklärungen entziehen. Sie markieren die Grenzen der Rationalität und werden zum Gegenstand von Zweifel, Kritik, Unterwerfungsbereitschaft oder Neugier, nähren den Verdacht auf Betrug, lassen aber auch auf Allmacht hoffen. Fast im Gegensatz dazu haben im christlichen, später hauptsächlich im katholischen Zusammenhang, Wunder Beweischarakter und beruhigen den Zweifel. Sie benötigen Zeugen und die Etablierung einer Tradition, um weiterhin wirksam zu bleiben. Wegen der vieldimensionalen Facetten des Themas werden unterschiedliche Diskurse berührt: kunst- und medientheoretische, erziehungswissenschaftliche, theologische, philosophische, künstlerische, literaturwissenschaftliche, mathematische und nicht zuletzt wissenschaftskritische.

Die Ringvorlesung findet Dienstags (zu den hier genannten Terminen) um jeweils 18 Uhr im Auditorium des Hauses der Photographie statt (Eingang über die Rückseite des Hauses). Continue reading