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Sammelband »Arts Education in Transition« erschienen

 

Kürzlich ist der schöne Sammelband »Arts Education in Transition» in der Schriftenreihe Kunst Medien Bildung des kopaed-Verlags erschienen. Der von Jane Eschment, Hannah Neumann, Aurora Rodonò und Torsten Meyer herausgegebene Band untersucht kulturelle Wandlungsprozesse und deren Auswirkungen auf Kunst, Kunstpädagogik  und Ästhetische Bildung.

Sie schreiben zum Buch:

In einer von kultureller Globalisierung und vernetzter Digitalisation geprägten Welt konturieren sich die Schnittfelder von Kunst, Wissenschaft und Bildung neu. Die entgrenzten Künste suchen sich neue Orte, neue Zeiten, neue Formen und Formate, neue Themen und ein neues Publikum. Was bedeutet das für die Praktiken der Kunst? Was für die Theorien der Kunst? Und was bedeutet es für die Verkoppelung von Kunst und Bildung?

Mit der Formulierung »Arts Education in Transition» ist ein Übergang, ein Wandlungsprozess nahegelegt, der ein ganzes Bündel grundlegender Fragen im Kontext Ästhetischer Bildung und Kunstpädagogik generiert: Was sind die Themen zeitgemäßer Ästhetischer Bildung? Wie artikulieren sich ästhetische Praktiken, Formen, Inhalte im Kontext aktueller Medienkultur? Wo und wie findet Ästhetische Bildung im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert statt? Wo und wie wird der Wandel der Medienkultur der Adressat*innen/der Künstler*innen (als Prob-lem/Herausforderung/Chance) sichtbar? Was können Schule und Hochschule von den per-formativen Künsten, von den freien Kunst- und Kultureinrichtungen lernen? Welche (Lehr-/Lern-)Settings befördern die Verschränkung von zeitgenössischer künstlerischer Praxis, Theoriebildung und Vermittlungsperspektiven? Welche Rolle spielen Inter-/Transdisziplinarität und welche Rolle Fachlichkeit und Könnerschaft? Welche Rolle spielen partizipative Intelligenz und kollektive Kreativität? Wie funktioniert Ästhetische Forschung im Global Contemporary? Was sind die Wirklichkeiten Ästhetischer Bildung in den Schulen und Hochschulen? Was ihre Möglichkeiten?

Der Band verschränkt künstlerisch-praktische, pädagogische und theoretische Positionen und Fragestellungen, die Dozierende und Studierende am Institut für Kunst und Kunsttheorie in Kooperation mit dem Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln gemeinsam mit externen Künstler*innen, Theoretiker*innen, Pädagog*innen und Kulturschaffenden verschiedener Künste und Disziplinen im Rahmen des zweijährigen Hochschulentwicklungsprojekts Arts Education in Transition (2015-17) an der Universität zu Köln entwickelt haben.

Zusammen mit Gila Kolb, Kristin Klein, Torsten Meyer und Konstanze Schütze habe ich einen Beitrag zur Einführung in den Themenschwerpunkt »Post-Internet Arts Education« verfasst. Das Buch ist allen Kunstpädagog*innen, Kunstvermittler*innen und anderen kunstbezogenen Bildungsarbeiter*innen wärmstens zu Lektüre empfohlen!

Post-Internet Arts Education Research

Der Forschungsschwerpunkt Post-Internet Arts Education (PIAE) am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln, an dem ich seit 2016 mitarbeite, nimmt die stark gewandelten Bedingungen für die Kunstpädagogik, Ästhetische Bildung und die kulturelle Medienbildung im Horizont des Internet State of Mind (Carson Chan) in den Blick und setzt sich zum Ziel, Konsequenzen für Praxis und Theorie der Bildung in Auseinandersetzung mit Künsten und Medien im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert zu entwickeln. Er wurde 2015 von Torsten Meyer, Kristin Klein, Gila Kolb und Konstanze Schütze initiiert und u.a. durch das Grimme-Forschungskolleg und das BMBF gefördert.

Die Webseite des Forschungsschwerpunkts versammelt aktuelle Hinweise auf geplante sowie die Dokumentation der durchgeführten Veranstaltungen, videographierte Vorträge und Texte zum Themenschwerpunkt, u.a.m., siehe unter: piaer.net

Erste Gastherausgeberschaft in der ZKMB zu »Postdigital Landscapes«

Die Online-Zeitschrift der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung e.V., die ZKMB hat ein neues Design und ein neues Konzept. Seit Oktober 2019 gibt es neben den peer-reviewten Einzelbeiträgen auch thematisch fokussierte Textkonvolute (“Sammlungen”) unter Leitung einer Gastherausgeberschaft. Dadurch besteht die Möglichkeit, einen Themenbereich entlang eines Einführungsartikels und weiterer, miteinander vernetzter Texte verschiedener Autor/innen zu entwickeln.

Für die erste Gastherausgeberschaft nach diesem Modell Postdigital Landscapes. Kunst und Medienbildung in der digital vernetzten Welt zeichnen Kristin Klein und Willy Noll verantwortlich. Die Textsammlung entstand im Anschluss an den Nachwuchsforschungstag »Postdigitale Kunst und Medienkultur«, der am 7. Juni 2018 im Zusammenhang mit der Tagung Because Internet. am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln stattfand.

Unter aktuellen Bedingungen digitaler Kulturen verändern sich die Register künstlerischer Artikulationen und Affordanzen. In der Allgegenwart von digitalen Medien und ihren vernetzten Infrastrukturen etablieren sich neue kulturelle Praktiken, wandeln sich Modi der Interaktion, soziale Gefüge, die Rolle von Institutionen und die Arten und Weisen, wie Kunst produziert, geteilt und rezipiert wird. Dies zieht wiederum andere Voraussetzungen gesellschaftlicher Teilhabe nach sich und verändert bildungstheoretische Grundannahmen. Von dem Konzept der Postdigitalität ausgehend werden in dieser Publikation sowohl exemplarische Phänomene als auch strukturelle Fragen von Kunst und Kultur der Gegenwart genauer in den Blick genommen. An ihnen lassen sich, so die These, digitale Transformationsprozesse beispielhaft beschreiben und reflektieren. Postdigital Landscapes, wie sie hier verstanden werden, umfassen dabei geografische Netzwerke und materielle Infrastrukturen genauso wie gouvernementale Strukturen, Einstellungen und Verhaltensweisen. Sie konstituieren sich durch hybride Praxen, Akteur*innen und Räume sowie in Verschränkung von digitalen Technologien, Mensch, Natur und Kultur in ihren ambivalenten Relationen zu- und untereinander. Die Publikation macht ein Angebot zur Orientierung und versammelt dazu Beiträge zu aktuellen Forschungskontexten im Anschluss an postdigitale Kunst, Medienkultur und -bildung.

Bild: Detail aus Santa France: Nodes, 2019, aus ihrer Einzelausstellung Safeporting

Anmeldung läuft: Tagung „Because Internet“ vom 7.–9.6.2018 am Institut für Kunst und Kunsttheorie

 

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Post-Internet Arts Education“ am Institut für Kunst und Kunsttheorie veranstalten meine Kolleg*innen Torsten Meyer und Kristin Klein die Tagung „Because Internet“, an der ich auch mit einem Workshop zur Ästhetischen Praxis als Medienkritik beitragen werde.

Zum Konzept der Tagung schreiben sie:

Jedes Foto, jeder Gedanke, jedes Gespräch ist heute informiert durch das Internet. Es ist allgegenwärtiger Teil unserer Realität geworden; es hat sich transformiert in Erwartungen über ständige Erreichbarkeit, macht sich bemerkbar beim Scannen von Momenten auf ihre Social-Media-Tauglichkeit, im täglichen Posten, Scrollen, Streamen, Liken, Sharen, Tweeten. Komplexe Prozesse fortschreitender Digitalisierung artikulieren sich in weltweit vernetzten Communities, in hyperkulturellen und global zirkulierenden Bildwelten, lernenden Algorithmen, Whistleblowing, Hacktivism, Softwarearchitekturen, Crowdsourcing, Digital Commons, u. a. m. – die Künstlerin Sophia Al Maria bringt es, für uns titelgebend, auf den Punkt: Because Internet.

Die Tagung Because Internet findet vom 7. bis 9.6.2018 am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln statt. Den Fokus bilden aktuelle Bedingungen des medienkulturellen Wandels nach dem Internet und Konsequenzen für kunstpädagogische Praxis und kulturelle Medienbildung: Digital Natives der zweiten Generation und Künstler*innen, die sich an eine Zeit vor dem Internet kaum noch erinnern können, leben und arbeiten im ständigen Bewusstsein der durch das Internet hervorgebrachten Veränderungen: Sie verbindet ein Internet State of Mind (Carson Chan), dem zufolge Dichotomien wie digital/analog kaum noch Sinn ergeben. Sie bedienen die Anforderungen des medienkulturell geprägten Alltags und operationalisieren zugleich die heterogenen Realitäten, Formsprachen, Logiken und Parameter vernetzter Kulturen und deklarieren diese zum Ready-Made-Material eines riesigen Hypermedia-Pools.

Für die Kunstpädagogik, die kulturelle Medienbildung und die künstlerische Praxis drängt sich vor diesem Hintergrund die Frage auf, was eigentlich die relevanten Gegenstände künstlerischer und pädagogischer Praxen im Kontext einer postdigitalen Gegenwart in den – sagen wir – nächsten 20 oder 30 Jahren sind und wie und durch wen diese gestaltet werden können. Forschungswerkstätten zu Praxistransfers und Hands-On-Workshops bilden die zentralen Schwerpunkte der Tagung. Anlässlich der Tagung wird darüber hinaus das Workbook Arts Education als work in progress vorgestellt – eine partizipative Plattform, auf der neue Konzepte und innovative Ideen für die Kunstpädagogik und die kulturelle Medienbildung publiziert werden und die Praktiker*innen aktiv zur Mitwirkung und Weiterentwicklung einlädt.

Download
Ankündigungsflyer „Because Internet“ als PDF.

Anmeldung
http://kunst.uni-koeln.de/becauseinternet/anmeldung/

Konzeption
Kristin Klein
Gila Kolb
Prof. Dr. Torsten Meyer
Konstanze Schütze

Veranstalter*innen
Prof. Dr. Torsten Meyer
Kristin Klein

Organisation
Hannah Neumann
hannah.neumann@uni-koeln.de
Tel.: 0221-470-6323

In Kooperation mit
dem Grimme-Institut und der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung

Abbildungen (von links nach rechts): 1 Imagekampagne „Untitled (Not in the Berlin Biennale)“ für die 9. Berlin Biennale 2016 von Roe Ethridge in Zusammenarbeit mit Babak Radboy und Chris Kraus. Foto: Torsten Meyer // 2 Internet-Tattoo des Illustrators Jean Andre: theultralinx.com/minimalistic-tattoos-by-jean-andre/ // 3 DIS und Babak Radboy featuring Tilman Hornig: Narrative Devices, 2016, Video Still: vimeo.com/171915415 // 4 Aram Bartholl: Map auf der Einzelausstellung ‚Hello World!‘ Kasseler Kunstverein, Fridericianum 2013 // 5 Joe MacKay in Lorna Mills: Ways of Something – Episode 1, 2014, Video Still: lornamills.ca/waysofsomething/ // 6 Eva Papamargariti: Soft Touch, 2015, Video Still: vimeo.com/139660276 // 7 Tweet von ÄNGSTE ZUR KUNST @m_kollmer: Google Maps: twitter.com/m_kollmer/status/923497162440192000?s=09

Forschungsprojekt »Ästhetische Praxis als Medienkritik« ist gestartet

Das Projekt ästhetische Praxis als Medienkritik wird durch das Grimme-Forschungskolleg an der Universität Köln finanziert. Es untersucht vor dem Hintergrund der Herausforderungen der postdigitalen Gesellschaft aktuelle Formen und Praxen von Kritik. Vier ­interdisziplinäre Workshops bilden die Basis für eine Bestandsaufnahme kritischer Medienpraxis in der ­aktuellen Medienkultur und für die Schärfung des Kritikbegriffs an aktuellen künstlerischen Praxen. ­

Angesiedelt an der Professur für Ästhetische Bildung ist die Workshop-Reihe Teil des ­größeren Forschungsschwerpunktes Post-Internet Arts Education des Instituts für Kunst & Kunsttheorie und wird in Kooperation mit dem Grimme-Institut durchgeführt.

Workshop 1: Digitale Jugendkulturen und Medienkritik
Universität zu Köln, Gronewaldstraße 2, Raum 2.212
Fr. 20.10.17, 14-20 Uhr / Sa., 21.10.17, 10-15 Uhr

Der erste Workshop in der Reihe widmet sich dem Verhältnis von postdigitalen jugend­kulturellen Praktiken und dem medienpädagogischen Begriff der Medienkritik. Angesichts der aktuellen jugend- und popkulturellen Medienpraktiken, die mit Begriffen wie Nähe, ­Immersion, Vernetzung, Serialität, Kooperation und Kollaboration assoziiert werden, scheinen die Kritikbegriffe vorliegender Konzeptionen von Medienkompetenz und -bildung, die auf Distanzierung, Vereinzelung und individuelles kognitives Verstehen abzielen, an ihre Grenzen zu kommen.

Vor dem Hintergrund der postdigitalen Medienkulturen wollen wir daher die vorliegenden Verständnisse von Kritik befragen und nach neuen kritischen Praxen suchen: Wie zeigt sich kritische Praxis in der aktuellen Medienkultur, die sich in erster Linie aus jugend­kulturellen ­Praktiken zusammensetzt? Wo setzt sie an, wie verfährt sie und worauf bezieht sie sich? Mit Beiträgen von Harald Gapski, Annemarie Hahn, Kristin Klein, Konstanze Schütze, Torsten Meyer, Michael Seemann, Manuel Zahn u.a.m.

»Übertrag. Kunst und Pädagogik im Anschluss an Karl-Josef Pazzini« erschienen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach langer Produktionszeit ist kürzlich der 2. Band der Schriftenreihe Kunst Medien Bildung im Auftrag der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung erschienen:

Torsten Meyer / Andrea Sabisch / Ole Wollberg / Manuel Zahn (Hrsg.): Übertrag. Kunst und Pädagogik im Anschluss an Karl-Josef Pazzini. München: kopaed 2017 (Kunst Medien Bildung 2)

In der Bildenden Kunst haben sich Menschen in historisch und kulturell unterschiedlichen Arten und Weisen einen besonderen Bereich der Bildung vor Bildern geschaffen. Karl-Josef Pazzini versteht Bildende Kunst immer auch als Forschung zur Verfassung und Beschreibung des Subjekts auf dem Weg zum Anderen und vom Anderen. Künstlerische Arbeiten werden in dieser Perspektive nach möglichen Auskünften über subjektive Bildungsprozesse, ihre Bedingungen und Dimensionen befragt und gleichzeitig als widerständige, störende, affizierende Dinge zum Anlass wieder anderer Bildung(en). Er hat diese These in seiner kunstpädagogischen Lehre und Forschung in der Konfrontation mit vielen Bildern und Kunstwerken erprobt, mit Theoretisierungen versehen und in den kunstpädagogischen Diskurs eingebracht. Das in 2015 erschienene Buch Bildung vor Bildern. Kunst – Pädagogik – Psychoanalyse zeugt davon.

Die Beiträge des vorliegenden Sammelbands befragen im Anschluss daran die theoretische Ausrichtung des Zusammenhangs von Kunst und Pädagogik. (Ehemalige) Studierende, Schüler*innen und Kollegen*innen von Karl-Josef Pazzini aus dem Feld der Kunstpädagogik reflektieren ihre individuellen Bezüge zu seinen Arbeiten und kalkulieren den Übertrag in die eigene Lehr- und Forschungsarbeit.

Bericht zur Tagung »Visuelle Assoziation« im Warburg-Haus Hamburg

Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016Tagung "Visuelle Assoziation" 2016

Vom 15.-17.September 2016 fand die interdisziplinäre Tagung »Visuelle Assoziation« (VA) im Warburg-Haus Hamburg statt, die vom Arbeitsbereich Ästhetische Bildung der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg, unter der Leitung von Andrea Sabisch und mir durchgeführt wurde. Die Resonanz auf die Tagung war schon im Vorfeld überwältigend, sodass wir etlichen Personen aus Platzgründen leider absagen mussten.

Das Programm war thematisch in drei Blöcke aufgeteilt, die sich wiederum auf die drei Tage der Veranstaltung verteilten. Nach einer kurzen Begrüßung der Veranstalter, leitete Dieter Mersch den ersten Themenschwerpunkt der philosophischen, kunsthistorischen und künstlerischen Forschungen zur VA ein, indem er konjunktionale Anordnungen von propositionalen unterschied und im Kontext eines Visuellen Denkens verortete. Im Anschluss daran zeigte der Kunsthistoriker und Kurator Roberto Ohrt an der rekonstruierten 48. Tafel Aby Warburgs, inwiefern die Anordnung der Bildensembles bei Warburg als Visuelle Assoziation bezeichnet werden können. Zum Abschluss des ersten Tages beschrieb und reflektierte der Hamburger Künstler Peter Piller seine fotografische Arbeit als zeitgenössische Perspektive auf die VA, die sich nicht nur durch die Anordnung im Medium des Buches und der Ausstellung, sondern auch im Prozess der Bildauswahl aus umfangreichen Bildersammlungen und -archiven ergibt.

Der zweite thematische Block umfasste verschiedene Beiträge, die die medienspezifischen Artikulationen der VA thematisierten. Während Kathrin Peters von UdK Berlin die VA als filmisches Verfahren in Agnes Vardas Film Les glaneurs et les glaneuse darstellte, rekonstruierte Alejandro Bachmann aus dem Österreichischen Filmmuseum in Wien die Faktur von Gustav Deutschs ›Film ist.‹ 1-6 von 1998, um daran das assoziative Bilddenken als Konzept darzulegen. Inwiefern visuelle Assoziationen als performative Praktiken der Verknüpfungen im Medium des Künstlerbuchs immer neu aktualisiert werden, thematisierte die Lehrbeauftragte der HfbK Rebekka Seubert, u.a. auch an studentischen Arbeiten. Der Beitrag der Amerikanistin Astrid Böger bezog sich auf die Graphic Novel The Arrival von Shaun Tan, die neben der rein visuellen Anordnung der Bilder auch imaginäre Bildverknüpfungen, wie kollektive Erinnerungsspuren, behandelte. Der Beitrag von Lena Ziese (HfbK Hamburg) machte die Text-Bild-Verkettungen der künstlerischen Arbeit der verstorbenen Künstlerin und Kunstpädagogin Andrea Tippelt zum Thema und bestand aus einer performativen Lesung mit digitaler Bilderschau. Die  Künstlerin Nanne Meyer von der Kunsthochschule Berlin-Weißensee zeigte ihre eigenen Arbeiten zum Teil im Original, zum Teil als digitale Darstellungen. Dieser Beitrag aus der künstlerischen Praxis zeigte einmal mehr, dass der in dieser Tagung anvisierte wechselseitige Austausch zwischen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen für die Theoretisierung der Visuellen Assoziation einerseits und die Exemplifizierung andererseits von großer Relevanz ist. Eine gemeinsame Reflexion mit dem Publikum führte die medienspezifischen Aspekte, die grundlegenden philosophischen Überlegungen und offene Fragen in Bezug auf den Begriff und die Abgrenzung der VA weiter.

Der dritte Schwerpunkt überführte die bisherigen Überlegungen der VA in den Bereich der Bildungstheorie und der Visuellen Bildung. Während Jan Masschelein (KU Leuven) einen Vortrag zur Erziehung des Blicks hielt und damit einerseits Einblicke in seine hochschulische Lehrpraxis gab und andererseits bildungstheoretische Überlegungen zur VA anstellte, entwickelte Andrea Sabisch Ideen für eine bildtheoretische ausgerichtete Bildungstheorie. In der abschließenden Diskussion wurden vor allem mit dem Publikum Formate der gemeinsamen Weiterarbeit innerhalb eines Forschunsgverbundes diskutiert.

Ein nächster Schritt der weiteren Zusammenarbeit in Form einer Publikation ist für 2017 geplant, Herausgeber*innen sind Andrea Sabisch und Manuel Zahn.

Tagungshinweis: Flüchtige Bilder: Affekt // Repräsentation


Havarie (Philip Scheffner, D 2016)

Vom 1.- 3. Dezember 2016 findet im Warburg-Haus Hamburg die Tagung „Flüchtige Bilder: Affekt / Repräsentation“ statt. Die transdisziplinäre Veranstaltung richten Jacobus Bracker (Archäologisches Institut, Universität Hamburg), Ann-Kathrin Hubrich (Graduiertenkolleg Geisteswissenschaften, Universität Hamburg) und Stefanie Johns (FuL, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Hamburg) aus.

In der Ankündigung zur Tagung schreiben die Veranstalter*innen: „Die Präsenz von Fluchtbewegungen in der medialen Berichterstattung, die diverse Perspektiven auf die Flucht, ihre Ursachen und Folgen abbildet oder ausblendet, verweist auf das Evokations- und Affektionsvermögen der Bilder. In einer drastischen Steigerung der Warburg’schen Bilderwanderungen flüchten auch die Bilder selbst, sei es, dass sie die Flüchtenden begleiten, sei es, dass sie transmediale Fluchtwege vor einem propagandistischen Bildersturm einschlagen. Im Rahmen von Fluchtbewegungen entstand und entsteht zu allen Zeiten eine Fülle, eine schier unüberschaubare Masse an Bildern, die das Leid der Flüchtenden zu spiegeln suchen, die Fluchtwege nachzeichnen oder auf die Fluchtursachen verweisen wollen.“

Weitere Informationen zur Tagung gibt es hier: http://www.bildkontexte.de.
Das Tagungsprogramm als PDF-Download: http://www.bildkontexte.de/download/Fleeing_Images_2016.pdf

Hinweis auf die Jahrestagung der „Wissenschaftlichen Sozietät Kunst – Medien – Bildung“ in Gießen

Sakir Gökcebag: Reorientation 2A


Sakir Gökcebag: Reorientation 2A, 2010, Installation 243x165x8 cm

„Kunst und Bildung in der Migrationsgesellschaft“ ist das Thema einer interdisziplinären Tagung am 01. – 02. Juli 2016, veranstaltet durch das Institut für Kunstpädagogik, Justus-Liebig-Universität Gießen in Kooperation mit der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung.
Tagungsorte sind das Weltkulturen Museum Frankfurt a.M. und die Justus-Liebig-Universität Gießen.

Zum Konzept der Tagung schreibt der Veranstalter Ansgar Schnurr:

„Bildung zwischen Kunst und Medien findet vor dem Hintergrund einer kulturell-gesellschaftlichen Wirklichkeit statt, die in vielerlei Hinsicht von Migration geprägt ist. Wanderungen von Menschen, Bildern und Informationen bestimmen allgegenwärtig den Alltag, die Bildungsarbeit und die Künste. Aus dem global weitreichend entgrenzten Bilderpool schöpfend wird die Frage der Zugehörigkeit zur Gestaltungsaufgabe: Vertraute Vorstellungen des kulturell Eigenen werden verändert und fremde Kontexte zu sattsam vertrauten. Die Migrationsgesellschaft, die durch vielfache Wanderungs- und Transformationsprozesse geformte wird, manifestiert sich wesentlich in ihrer Medialität. Besondere Herausforderungen des Diskurses zwischen Kunst und Bildung liegen darin, dass einerseits eine Auseinandersetzung mit der Normalität alltäglicher Transkultur stattfindet, parallel dazu jedoch aktuell auch Antworten auf die drängenden Fragen der Flüchtlingsthematik gesucht werden: Geflüchtete bringen existentielle Bedürfnisse in alle Bildungskontexte ein und sind mit erheblich geringeren ästhetischen Gestaltungspielräumen konfrontiert. Um in dieser komplexen kulturellen Gegenwart handlungsfähig zu sein, ist eine tragfähige Klärung der Begrifflichkeiten, Ziele und leitende Theoreme gefordert. Welche Kulturbegriffe werden in Debatten zwischen Kunst, Medien und Bildung in einer Migrationsgesellschaft verwendet? In welche Richtung müssten sie im Lichte aktueller Entwicklungen ergänzt werden? Inwiefern lassen sich die Vorstellungen von Transkultur in der Flüchtlingskrise aufrechterhalten oder weiter entwickeln? Welche Ziele und Zukunftsperspektiven sind denkbar und welche Wege führen dort hin?“

Die Tagung beginnt im Weltkulturen Museum Frankfurt a.M., um sich mit den dort entwickelten Perspektiven auseinanderzusetzen, wie sich das kulturelle Erbe einer ethnografischen Sammlung in der kritischen Perspektive des Postkolonialismus darstellen und vermitteln lässt. Am Freitagabend reist man gemeinsam zur Universität Gießen. Vorträge zu aktuellen Entwicklungen des Kulturellen und zu medialen Dimensionen der Migrationsgeschichte wie der aktuellen Flüchtlingssituation geben Impulse im Verlauf der Tagung. In einem besonderen Fokus stehen Gespräche rund um Kurzbeiträge der Teilnehmenden zu ausgewählten Bildern, Objekten und künstlerischen Arbeiten aus der Perspektive des eigenen fachlichen Schwerpunktes. Ein Call for Papers und das gemeinsame Bildmaterial als Ausgangspunkt der sich von hier aus entspannenden interdisziplinären Gespräche findet sich auf der Homepage der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung.

Programm, Informationen und ein Call for Papers:
http://kunst-medien-bildung.de/2016/05/02/tagung-kultur-migration-bildung/

Anmeldung bis zum 10.06.2016!

Kontakt, Infos zum Hotelkontingent und Anmeldung:
Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut für Kunstpädagogik
Sekretariat
Tel.: (0049)-641 / 99-25020
Fax: (0049)-641 / 99-25029
E-Mail: Sekretariat@kunst.uni-giessen.de

Tagungshinweis: Formate der Kunstvermittlung V

Die Tagungsreihe „Formate der Kunstvermittlung“ des Instituts für Kunst, Musik und ihre Vermittlung an der Leuphana Universität Lüneburg wird am 2. Juni 2016 in der 5. Ausgabe zum Thema „Kompetenz – Performanz – Resonanz“ fortgesetzt. Ich freue mich sehr, dass ich eingeladen wurde und mit einen Vortrag zur Tagung beitragen darf.

Die Veranstalter*innen der Tagung Kerstin Hallmann und Pierangelo Maset schreiben in der Ankündigung:

»Anlass der Tagung ist die Notwendigkeit, dass die derzeit im Bildungssystem dominante Orientierung am Kompetenzbegriff um die Dimensionen Performanz und Resonanz erweitert werden sollten. Die Art und Weise, wie heute über Bildung gesprochen wird, ist durch die Kompetenzorientierung weitgehend von Faktoren des Outputs bestimmt. Dementsprechend haben Begriffe wie „Bildungsstandard“, „Evaluation“, „Optimierung“ Wirklichkeiten geschaffen, die uns in einer bestimmten Art und Weise über Bildung nachdenken lässt und unser Handeln in Schule, Hochschule und anderen Institutionen zunehmend bestimmen.
Selbstverständlich sind im Fach Kunst immer auch Kompetenzen vermittelt worden, aber das Fach geht keineswegs darin auf. Schließlich haben wir es in der Kunst mit ereignishaften Besonderheiten sowie mit dem Unwahrscheinlichen tun, das weder in der Unterrichtsplanung, noch im messbaren Ergebnis aufgeht. Die kleinschrittige, letztlich auf Leistungskontrolle fixierte Kompetenzorientierung verfehlt gerade das, was Kunst und Bildung als zentrale Impulse für die menschliche Existenz auszeichnen. Deshalb soll den Dimensionen der Performanz und der Resonanz, die den besonderen Charakter der künstlerisch bildenden Arbeit kennzeichnen, im Rahmen der Tagung ein besonderes Gewicht verliehen werden. Welche Perspektiven werden sich als zentral für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Kunstvermittlung erweisen?«

Mit Beiträgen von: Prof. Dr. Carl-Peter Buschkühle (Gießen), Hans-Christian Dany (Hamburg), Dr. Inga Eremjan (Lübeck), Kerstin Hallmann (Hamburg/ Lüneburg), Almut Linde (Hamburg/ Lüneburg), Prof. Dr. Pierangelo Maset (Lüneburg), Prof. Dr. Maria Peters (Bremen), Dr. Manuel Zahn (Hamburg/ Braunschweig).