Foto: ©peng!

WORKSHOPBESCHREIBUNG

In diesem Workshop erarbeiten wir uns einen Überblick über die Aktionen und Arbeitsweise des Peng Kollektivs und entwickeln eine oder mehrere Aktionen für drängende politische Anliegen. Social Hacking, ethische Dimensionen bei der Entwicklung und Durchführung sowie Recherche- und Entwicklungsmethoden sind Teil dieses Workshops.

Jean Peters (Peng!) leitet den Workshop mit der Nummer 1.

 

EINDRÜCKE UND REFLEXIONEN AUS DEM WORKSHOP

Reflexion von Sofia Hasse

Einzelkampf was heißt das für mich?
Vor zoom im Laptop spiegelt sich mein Gesicht. 

Nach Tagen und Wochen alleine Lernens,
war die springschool die Chance des Kennenlernens.

Und plötzlich konnt‘ ich gemeinsam sein.
Als Teil eines Ganzen und nicht mehr allein.
Austausch, Gespräche und andre Facetten,
Gedanken und Pläne werden neue Ketten. 

Zusammen zu werden
ein Thema zu finden.
Die springschool hat uns den Rahmen gegeben
ein Thema, nach dem wir versuchen zu streben. 

Ein Thema, das uns verbunden macht,
hat uns in eine Gruppe gebracht.
Aber in einer Gruppe aus erst fremden Menschen
ist es schwierig,
wer zeigt oder setzt unsre Grenzen? 

Spezifisches Thema finden und tragen
ist einfach komplex und hier stellten sich Fragen:

Wecken alle Bereiche das gleiche Interesse?
Und steh ich dahinter bei jeder Prämisse? 

Steck ich ein um die Gruppe nicht aufzuhalten
oder setz ich mich ein, um nur meins zu gestalten?

Ich hab mich entschieden, es kam ein Projekt,
nur wurde nicht all meine Motivation geweckt. 

Und klar, es war spannend und wir konnten beginnen,
mit der Entscheidung musste ich trotzdem ringen.

Tagebuchartige Textpassagen 

Workshop 1: Aktionskunst, Subversion und Soziale Gerechtigkeit (Peng Kollektive) 

Vorab

Einführungsvideo von Jean: Begrüßung, Überblick über die Aktionen des Peng Kollektives. Gedanken darübermachen, welche politischen Konflikte/Themen mich interessieren, diese im Etherpad sammeln. 

Einstündiges Telefon mit einem Unbekannten: Austausch und Diskussion über unterschiedliche Themen. 

Dienstag, der 02.06.2020 

Kennenlernen per zoom. Bin bei einer Freundin, um zusammensitzen zu können. Planung des Treffpunkts für morgen. 

Mittwoch, der 03.06.2020 

Erstes Zusammenkommen und Kennenlernen in echt. Jean erzählt von Aktionen des Peng-Kollektives und gibt Einblicke über deren Arbeitsweisen. Erwartungen, Ängste, Vorerfahrungen, Interesse werden reihum geteilt. Es wird in Kleingruppen gearbeitet: gegenseitig Themen, die einen beschäftigen, mitteilen, diskutieren (gesellschaftliche Missstände/Probleme/Konflikte) über mögliche Aktionen nachdenken. Jean leitet eine Übung mit den Fragen an: Wie weit wurde ich für Thema xy gehen? Was riskieren? (Kontinuum hergestellt von „dafür gehe ich in den Knast“, über „ich bin dabei, halte mich aber eher im Hintergrund“, bis zu „ich bin raus/dafür brenne ich nicht“). 

Donnerstag, der 04.06.2020 

Treffen am Rhein unter der Brücke. Es ist kalt und regnerisch, dennoch liegt etwas Spannung in der Luft.

Ziel des Tages: Entscheiden für eine eigene Aktion und für ein politisches Anliegen. 

Ethischen Dimensionen bei der Entwicklung und Durchführungen sowie Recherche- und Entwicklungsmethoden der Aktion werden thematisiert: Die meisten haben sich letztlich auf die Seite dafür (Thema gebe ich nicht preis, falls die Aktion noch durchgezogen wird) gestellt, ich war mir unsicher, da ich nicht so hinter der Idee stehe und in dem Falle nicht sicher darüber bin, wie viel ich bereit bin zu investieren und mit welchen Konsequenzen ich rechnen muss. Die Aufgaben werden verteilt, ein riesiges Cluster erstellt. Ich finde es sehr spannend, wie Jean die Aufgabenverteilung anleitet oder eher begleitet (Recherche-Team, Werbevideo, Design, Fördermittel, Kommunikationssicherheit, Presse-AG, Kerngruppe und mehr). Es ist beeindruckend, wie viele Arbeitskräfte für die Organisation eines Projekts benötigt werden. 

Nach diesem Treffen sind meine Gefühle durchmischt. Einerseits bin ich euphorisch und neugierig, andererseits realistisch und unsicher. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Aktion tatsächlich realisiert wird (Später gibt Jean zu, dass 99,9% der geplanten Aktionen mit Gruppen, wie uns, nicht durchgezogen finden, das enttäuscht mich ein wenig). 

Freitag, der 05.06.2020 

Ich bin im Werbevideo-Team. Treffen uns zu viert, um über das Projekt zu sprechen, um Vorstellungen, Wünsche, Unsicherheiten, Fragen auszutauschen. Welche rechtlichen Konsequenzen könnten sich daraus für uns oder für Schauspieler*innen ergeben? 

Samstag, der 06.06.2020 

Präsentationen der Gruppen über zoom. 

ckblick 

Insgesamt ist auch diese Springschool eine aufregende und bereichernde Zeit für mich. Dennoch kommt es nicht an die Erfahrungen der letzten Springschool, dem Workshop „die freie Klasse“ ran. Vielleicht war letztere eine Art ‚Zündung‘, in eine andere Richtung zu schauen, neue Perspektiven bewusst zuzulassen, wahrzunehmen. 

Dennoch nehme ich mit, meine eigenen Privilegien zu erkennen, zu reflektieren, sogar ‚ausnutzen‘ für eine gute Aktion, was wiederum Mut erfordert.
Was ich richtig gut fand, ist, dass Jean nicht klein gedacht hat. Er scheint mir impulsiv, trotzdem realistisch, kreativ, ideenreich, er hört zu und bringt ein gutes Gefühl mit in die Gruppe.