Schlagwort-Archiv: Scheitern

Gastvortrag von Jan Grünwald am 23.11.16: Im Zweifel für den Zweifel – über Versuche, Störungen, Memes und Bottleflips

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Kunstpädagogische Positionen
Mi, 23.11.2016 | 16 Uhr
Institut für Kunst und Kunsttheorie | Block B | Theaterraum
R 2.212 | Gronewaldstraße 2 | Köln

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Mein Vortrag ist ein Plädoyer für den Zweifel, der engagierten Pädagog*Innen und/oder Wissenschaftler*Innen ein treuer, jedoch nicht immer willkommener Begleiter ist. Anstatt den Zweifel als ein zu überwindendes Übel zu sehen, auf dem Weg zu Können, Wissen und Weisheit, verstehe ich ihn als Produktivkraft, auf die es sich einzulassen gilt. Für Lehrende kann es sinnvoll sein, sich auf Pfade zu begeben, die ihnen selbst nicht vertraut sind (die Un-Möglichkeit von Vermittlung); Bereiche der ästhetischen Produktion zu erforschen, die sich dem eigenen, kontrollierten Zugriff entziehen (widerspenstiges Material, mediale Störungen); oder Phänomene mit einzubeziehen, welche die Subjektivierung über die ästhetische Produktionen nicht mehr unterstützen (digitale Artefakte wie Memes). Es ist gerade im Zeitalter der Digitalität wichtig, einen Raum zu eröffnen, in dem es möglich ist, sich auszuprobieren, zu experimentieren und dabei auch zu scheitern. Weiterlesen

Gastvortrag von Lisa Zehetner am 22.6.16: Das Theater als alternativer Lernort. Die Sommerakademie Close up am FFT Düsseldorf

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Saloon Arts Education
Mi, 22.6.2016 | 18 Uhr
Institut für Kunst und Kunsttheorie | Block B | Theaterraum
R 2.212 | Gronewaldstraße 2 | Köln

Close up 2015_ Kamlia Kurczewski

Die Sommerakademie CLOSE UP bietet seit 2008 künstlerische Labore für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien an. Professionelle Künstler leiten die Labore in den Bereichen Musik, Film/Schauspiel, bildenden Kunst und Storytelling. Sie gehen in jedem Jahr von einem gemeinsamen Thema aus (z.B. Krieg, Arbeit, Bildung, Macht, Helden, Stadt), zu dem experimentelle künstlerische Ausdrucksformen entwickelt werden. Ausgehend von Schulbesuchen, persönlichen Einladungen und Auswahlworkshops finden sich die Jugendlichen und das künstlerische Team in einer zweiwöchigen Sommerakademie zusammen. Seit 2012 ist CLOSE UP inklusiv angelegt. Weiterlesen

Gastvortrag von Gesa Krebber am 03.06.2015: I wanna draw your name on my __________. Kollaborative Kreativität als Position einer jungen Kunstpädagogik

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Kunstpädagogische Positionen
Mi, 03.06.2015 | 16 Uhr
Block B | R 212 (ehemals 235) | Gronewaldstraße 2 | Köln


Gesa Krebber.
I wanna draw your name on my __________.
Kollaborative Kreativität als Position einer jungen Kunstpädagogik

cosima von bonin ohne Titel krebber ueber krebber 1990-0-1 Was sind Positionen einer zeitgenössischen Kunstpädagogik, deren Anschlüsse so vielfältig sind und von Architektur, Conceptual Art, Design über Performance, sozial-medialen Alltagspraktiken bis hin zu partizipativen Gestaltungspraktiken reichen? Die Kunstpädagogik steht darin beständig an Schwellen und Übergängen, tritt hinein in fluide, entgrenzte Felder und unscharfe Begrifflichkeiten. Appropriation, User-Generated Design, Internet-Art und Post-Internet-Art, Collaborators und Komplizen… Fremdes, Störungen, Informelles wird dabei zur bildenden Situation.

Zugleich wird mit dem Eintritt in die Regelschule die entgegengesetzte Erwartung deutlich. Dort gilt es, den tradierten Bildungsbegrifflichkeiten gerecht zu werden. Störungen sind das Gegenteil des gängigen Unterrichtsziels. Und anstatt eines relationalen und kommunikativen Zusammenarbeitens muss das Ergebnis von Unterricht und der Lernerfolg weiterhin gekoppelt an das einzelne Individuum „gesichert“ werden.

Das aktuelle Phänomen zeitgenössischer Kollaborationen in der Kunst und der Alltagskultur stellt ein Konzept dar, das in entgrenzte, unsichere Bereiche von Kunst und Kreativität führt. Mit einem großen Selbstverständnis sind Konnektivität und relationale Bedingtheit sichtbarer Teil des künstlerischen und gestaltenden Produktionsprozesses ohne Angst vor Ähnlichkeiten, komplexen Zusammenhängen oder multipler Autorschaft.

Übertragen auf die Situation an der Schule tun sich damit viele Impulse auf. Die aktuellen kollaborativen Phänomene bieten Erweiterungspotentiale für das System Schule, da sie das individuelle, vereinzelte, institutionalisierte Lernen um situative, kommunikative Konzepte erweitern. Beziehungen und Vernetzungen gelten darin als wesentlicher Teil einer good practice an der Schule.

Für die kunstpädagogische Lehre heißt dies, die Narration kollaborativer Strategien in den Fokus zu rücken und sie im zweifachen Sinne zum neuen Gegenstand der Kunstunterrichtspraxis zu machen. Sie ist einerseits notwendige Aktualisierung von Lehrplaninhalten. Zudem ist die Kollaboration – ob in Kunst oder Alltagskreativität – als Erweiterung von Bildungssituationen zu sehen. Anhand von Unterrichtsbeispielen wird diese kollaborative Denkfigur imaginiert und im Seminar debattiert.

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Gesa Krebber (*1978) ist Promovierende am Institut für Kunst und Kunsttheorie an der Universität zu Köln mit dem Forschungsprojekt Kollaborative Kreativität. Als Lehrerin für Kunst und Deutsch ist sie an der Königin-Luise-Schule in Köln tätig. Sie studierte Freie Kunst sowie Kunstpädagogik/ Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel und Germanistik an der Universität Kassel. Arbeitsschwerpunkte: Strategien aktueller Zusammenarbeit in Kunst und Alltagskultur, kollaborative Kreativität, relationales Lernen im Kunstunterricht. http://gesakrebber.de.