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Gastvortrag von Gesa Krebber am 03.06.2015: I wanna draw your name on my __________. Kollaborative Kreativität als Position einer jungen Kunstpädagogik

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Kunstpädagogische Positionen
Mi, 03.06.2015 | 16 Uhr
Block B | R 212 (ehemals 235) | Gronewaldstraße 2 | Köln


Gesa Krebber.
I wanna draw your name on my __________.
Kollaborative Kreativität als Position einer jungen Kunstpädagogik

cosima von bonin ohne Titel krebber ueber krebber 1990-0-1 Was sind Positionen einer zeitgenössischen Kunstpädagogik, deren Anschlüsse so vielfältig sind und von Architektur, Conceptual Art, Design über Performance, sozial-medialen Alltagspraktiken bis hin zu partizipativen Gestaltungspraktiken reichen? Die Kunstpädagogik steht darin beständig an Schwellen und Übergängen, tritt hinein in fluide, entgrenzte Felder und unscharfe Begrifflichkeiten. Appropriation, User-Generated Design, Internet-Art und Post-Internet-Art, Collaborators und Komplizen… Fremdes, Störungen, Informelles wird dabei zur bildenden Situation.

Zugleich wird mit dem Eintritt in die Regelschule die entgegengesetzte Erwartung deutlich. Dort gilt es, den tradierten Bildungsbegrifflichkeiten gerecht zu werden. Störungen sind das Gegenteil des gängigen Unterrichtsziels. Und anstatt eines relationalen und kommunikativen Zusammenarbeitens muss das Ergebnis von Unterricht und der Lernerfolg weiterhin gekoppelt an das einzelne Individuum „gesichert“ werden.

Das aktuelle Phänomen zeitgenössischer Kollaborationen in der Kunst und der Alltagskultur stellt ein Konzept dar, das in entgrenzte, unsichere Bereiche von Kunst und Kreativität führt. Mit einem großen Selbstverständnis sind Konnektivität und relationale Bedingtheit sichtbarer Teil des künstlerischen und gestaltenden Produktionsprozesses ohne Angst vor Ähnlichkeiten, komplexen Zusammenhängen oder multipler Autorschaft.

Übertragen auf die Situation an der Schule tun sich damit viele Impulse auf. Die aktuellen kollaborativen Phänomene bieten Erweiterungspotentiale für das System Schule, da sie das individuelle, vereinzelte, institutionalisierte Lernen um situative, kommunikative Konzepte erweitern. Beziehungen und Vernetzungen gelten darin als wesentlicher Teil einer good practice an der Schule.

Für die kunstpädagogische Lehre heißt dies, die Narration kollaborativer Strategien in den Fokus zu rücken und sie im zweifachen Sinne zum neuen Gegenstand der Kunstunterrichtspraxis zu machen. Sie ist einerseits notwendige Aktualisierung von Lehrplaninhalten. Zudem ist die Kollaboration – ob in Kunst oder Alltagskreativität – als Erweiterung von Bildungssituationen zu sehen. Anhand von Unterrichtsbeispielen wird diese kollaborative Denkfigur imaginiert und im Seminar debattiert.

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Gesa Krebber (*1978) ist Promovierende am Institut für Kunst und Kunsttheorie an der Universität zu Köln mit dem Forschungsprojekt Kollaborative Kreativität. Als Lehrerin für Kunst und Deutsch ist sie an der Königin-Luise-Schule in Köln tätig. Sie studierte Freie Kunst sowie Kunstpädagogik/ Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel und Germanistik an der Universität Kassel. Arbeitsschwerpunkte: Strategien aktueller Zusammenarbeit in Kunst und Alltagskultur, kollaborative Kreativität, relationales Lernen im Kunstunterricht. http://gesakrebber.de.

where the magic happens

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Tagung in Kooperation des Instituts für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln und der wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung e.V.

11. bis 13. Juni 2015, Universität zu Köln

Mit Beiträgen von Dana Caspersen (danacaspersen.com), Ulrike Hentschel (UDK Berlin), Heinrich Lüber (ZHdK Zürich), Karl-Josef Pazzini (Uni Hamburg/Berlin), Stefan Porombka (UDK Berlin) und vielen anderen mehr.

Die Künste haben das Gefängnis ihrer Autonomie verlassen. Im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert reicht der Gegenstand künstlerischer Aktivitäten über die traditionellen Grenzen der Fächer Kunst, Musik, Tanz, Theater usw. hinaus in den medienkulturellen Alltag und bis ins wissenschaftliche Experimentieren hinein. Die Zuständigkeiten für das Wahre, Schöne und Gute sind unklar geworden. In einer von kultureller Globalisierung geprägten Welt konturieren sich Praktiken der Produktion von Bedeutung zwischen Künsten, Moral, Wissenschaft, Recht und Politik. Weiterlesen

CfP: where the magic happens

where the magic happens
Bildung nach der Entgrenzung der Künste

Tagung in Kooperation des Instituts für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln und der wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung e.V.

11. bis 13. Juni 2015, Universität zu Köln

Die Künste haben das Gefängnis ihrer Autonomie verlassen. Im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert reicht der Gegenstand künstlerischer Aktivitäten über die traditionellen Grenzen der Fächer Kunst, Musik, Tanz, Theater usw. hinaus in den medienkulturellen Alltag und bis ins wissenschaftliche Experimentieren hinein. Die Zuständigkeiten für das Wahre, Schöne und Gute sind unklar geworden. In einer von kultureller Globalisierung geprägten Welt konturieren sich Praktiken der Produktion von Bedeutung zwischen Künsten, Moral, Wissenschaft, Recht und Politik.
Mit dem postautonomen Verständnis von Kunst gehen zwei Bewegungen einher: zum einen wird im Zuge eines konsequenten Weltlichwerdens die Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst destabilisiert, zum anderen vernetzen sich die Künste untereinander. Transzendentale Bezugspunkte für die traditionellen Sparten der Hochkultur gibt es nicht mehr. Nicht mehr im Ideal eurozentrischer Klassik, noch in der Reinheit des ungestörten White Cubes, Konzert- oder Theatersaals. Kunst findet statt im Global Contemporary. Im Hier und Jetzt und auf dem Boden alltagskultureller Tatsachen.
Das Tagungsvorhaben befasst sich mit den Bedingungen, Möglichkeiten und dem „magischen Potential“ der Bildung an/durch/mit den Künsten vor dem Hintergrund eines sehr deutlich erweiterten Begriffs von Kunst – fokussiert auf Performance, künstlerische Forschung und aktuelle Medienkultur. Weiterlesen