Schlagwort-Archiv: curatorial turn

Gastvortrag von Ute Vorkoeper am 27.1.2016: Treffende Konstellationen. Oder: Die Kunst, (Kunst) nicht zu vermitteln.

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Kunstpädagogische Positionen
Mi, 27.1.2016 | 16 Uhr
Institut für Kunst und Kunsttheorie | Block B | Theaterraum
(R 2.212) | Gronewaldstraße 2 | Köln

Ausstellungsdokumentation "Aussicht auf Veränderungen" Foto Tranquillium

Bild: Thomas Köner: Flutmarken Wilhelmsburg, 2010 / Video-Sound-Installation, Parkhaus Bahnhof Altona, Deck 15, Fahrstuhlraum, Scheel-Plessen-Straße, 22765 HH, (S-Bahn Altona) / courtesy: Akademie einer anderen Stadt, Foto: tranquillium

Während sich Kuratoren dem Wortsinn nach um die Pflege geschaffener Kunstwerke kümmern, stellt die Lehre in den seit den 1990er Jahren gegründeten curatorial studies die Begriffe „Diskurs“ und „Vermittlung“ ins Zentrum. Als Gegenmodell dazu wurde etwas zeitversetzt der „Curartist“ ausgerufen, der kuratierende Künstler, welcher die Kunst der anderen in ein eigenes, meist spektakuläres, letztlich ebenfalls vermittelndes Arrangement einbringt.
Vor dem skizzierten Hintergrund wird Ute Vorkoeper über ihre kuratorische wie künstlerische Arbeit sprechen, die weder ins eine noch ins andere Schema passt und die der Falle der Vermittlung, der Moderation und diskursiven Auflösung von Kunst zu entgehen versucht. Sie berichtet über die Reinszenierungen der Prozesswerke Anna Oppermanns, über Kunst-Anordnungen in ungewöhnlichen Ausstellungsräumen, über die Entwicklung von Stadt-Kunst-Konstellationen in Hamburg und ihre Zusammenarbeit mit Andrea Knobloch unter dem Label „missing icons“.

Ute Vorkoeper, 1963, arbeitet als freie Kuratorin, Autorin und Künstlerin in Hamburg. Sie realisierte zahlreiche Ausstellungen außerhalb tradierter Kunstorte, kuratierte u.a. die Akademie einer anderen Stadt, Kunstplattform der IBA Hamburg und ist Kuratorin des Nachlasses von Anna Oppermann. Mit Andrea Knobloch gründete sie 2015 das Label „missing icons“, mit dem beide ihre langjährige Zusammenarbeit im Kontext Kunst in öffentlichen Räumen konzentriert fortsetzen. Sie unterrichtete an verschiedenen Kunsthochschulen, leitete z.B. den Hochschulmodellversuch tranmedien an der HfbK Hamburg und war Gastprofessorin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Darüber hinaus publizierte sie zahlreiche Texte zu zeitgenössischer Kunst.

Tip: Der Besuch der Vorträge im Rahmen der Vorlesungsreihe kann als Studienleistung in Klips angerechnet werden. Anmeldung unter 14676.0020

30 h Ausstellung POSTHUMAN & VIRTUAL FACTORY

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Vernissage: Mi. 21.10.2015 18 Uhr | Finissage: Do. 22.10.2015 18 Uhr
Jack in The Box | Vogelsangerstr. 231 | 50825 Köln

In der übernächsten Woche dürfen wir uns auf eine ganz besondere Kollaboration freuen. Das Projektseminar curatorial turn (Prof. Torsten Meyer und Konstanze Schütze) und das collaborative studio project (Annemarie Hahn, Sandra Korintenberg, Konstanze Schütze) laden zu zwei Ausstellungen in einem Raum über 30 Stunden ein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, dabei zu sein.

Studierende aus drei Studiengängen – Kunst, Ästhetische Erziehung, Intermedia – haben die Ausstellungskonzeption, -architektur und ihre Exponate im Sommersemester 2015 in verschiedenen Workshops, Tutorien und Seminaren erarbeitet.

Im Seminar curatorial turn haben sich Studierende mit dem curatorial turn in der Kunst und dessen Konsequenzen für eine nächste Kunstpädagogik befasst. Auf Basis der Auseinandersetzung mit dem derzeit heiß diskutierten Themenfeld ums Post-, Super-, Transhumane ist die Ausstellung posthuman entstanden, in der die Studierenden sowohl ihre künstlerische als auch kuratorische Arbeit zeigen. Weiterlesen

LIVESTREAM: Tagung ‚Kuratorische Ethik‘, Kunsthalle Wien

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„Kuratieren leitet sich vom lateinischen curare ab und bedeutet, sich um etwas zu kümmern und damit auch Verantwortung zu übernehmen – für eine Ausstellung, die beteiligten Künstler/innen, die Werke usw. Wird in der Wirtschaft der Code of Ethics immer wichtiger, der festlegt, was legitim ist und was nicht, verschieben sich im kuratorischen Bereich seit einigen Jahren entscheidende Parameter. […] “ (Konzept: Vanessa Joan Müller, Nicolaus Schafhausen; Assistenz: Juliane Bischoff)

Zu diesem Thema und unter dem Titel „Curatorial Ethics“ findet in Wien aktuell eine höchst interessante Tagung statt, deren LIVESTREAM man hier verflogen kann: https://www.youtube.com/embed/LgaQoUmGibo

(Verweis:  Projektseminar: Curatorial Turn)

 

Curatorial Turn? The Island / Digital’s Bitches / Surround Audience / All The Worlds Futures

DIS, The Island (KEN), 2015. Photo: Heij Shin/New Museum

 „Cyberspace, not so long ago, was a specific elsewhere … Now cyberspace has everted. Turned itself inside out. Colonized the physical.“ (William Gibson)

Derzeit findet im New Museum in New York die dritte Triennale statt. Diese, von dem Künstler Ryan Trecartin ko-kuratierte Ausstellung,  verfolgt einen (eher) prospektiven kuratorischen Ansatz und zeigt eher das möglicherweise Kommende als das bereits Vorhandene und Bewiesene, wie es in anderen Großausstellungen üblicher ist. Diese Ausstellung und ihr Rahmenprogramm im jüngsten Museum der Welt, so sagt man, dient mehr dem notwendigen kuratorischen Experiment und weniger dem Publikum mit retrospektiven Überblicken. Ein sehr lesenswerter Artikel von Jerry Salz dazu (hier übersetzt ins Deutsche hier, engl. hier: vulture.com), stellt ein paar interessante Überlegungen zu den Übergängen zwischen analogem und digitalen Leben (inklusive Kunst) an. Sein Tipp: “ … freuen Sie sich über Kuratoren, die das Digitale als eine neue Landschaft verstehen, schöpfen sie aktivistische Kraft aus der Enttäuschung. Und versäumen Sie „Surround Audience“ nicht.“ 

Köln ist nicht New York. Ein paar Möglichkeiten dran zu bleiben gibt es dennoch:  Das Projektseminar: Curatorial Turn (Es sind noch Plätze frei!) beschäftigt sich mit aktuellen und zeitgenössischen Ausstellungskonzepten und fordert einen Curatorial Turn im Feld der Kunstpädagogik. Und den Katalog zur Ausstellung „Surround Audience“ gibt es ab 27. März im Semesterapparat des Seminars in der Bibliothek des Instituts. Am 09.05.2015 eröffnet die 56. Biennale Venedig unter dem Titel „All The Worlds Futures“ unter der Leitung von Okwui Enwezor.

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