Abstract

Im Kontext der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung mittels des Internets seit den 1990er Jahren und insbesondere zu Beginn des 21. Jahrhunderts etablierten sich beteiligende Angebote und Strukturen zu einem bestimmenden Paradigma. Durch den Einsatz digitaler, vernetzter Medientechnologien kommt es in der Medienkunst, die sich ebenfalls häufig als partizipatorische versteht, zu einer signifikanten Überschneidung beider Partizipationsdiskurse sowie zu Verschiebungen in den Prozessen der künstlerischen und medialen Produktion und Rezeption. Gegenwärtige künstlerische Manifestationen der unter dem Begriff des „Postdigitalen“ verhandelten Prozesse vermengen und potenzieren sich mit Fragen nach den Konzepten der Teilhabe oder Teilnahme. Dabei verändern sich Diskurse und Praktiken um den Begriff der Partizipation und scheinen eine Neubestimmung zu erfordern. Analysiert werden soll daher, inwiefern analog zu Terminologien wie „Post- Internet“ und „Post-Digitalität“ von einer „post-partizipativen“ Medienkunst gesprochen und wofür (oder wogegen) eine derartige Setzung produktiv gemacht werden kann. Dabei stehen insbesondere auch Fragen nach Machtstrukturen und Handlungsmacht im Fokus; ebenso wie orts- und situationsbezogenen Bedingungen hinsichtlich Prozessen der Verschiebungen von Handlungsräumen im Spannungsfeld zwischen analog-digital, offline-online, reguliert-dereguliert. Anhand aktueller ausgewählter „postdigitaler“, (post-)partizipativer Kunstprojekte soll der Beitrag die Notwendigkeit der Aktualisierung des Begriffs der „Partizipation“ in postdigitalen Kontexten diskutieren. Künstler_innen wie Aram Bartholl, Miranda July, Trevor Paglen, Christoph Wachter & Mathias Jud verwenden mobile Technologien, entwickeln Apps, bedienen sich kollaborativ erstellter Open-Source-Software, bieten Teilnehmenden die Verwendung von Peer-to-Peer-Netzwerke und Sharing- Plattformen an. Dabei verhandeln sie Fragen um Kommunikations- und Kollaborationsprozesse, auch und gerade jenseits institutioneller und digitaler Strukturen, auf der Suche nach „offenen“ vernetzten Räumen für Partizipation im Postdigitalen.

Info

Magdalena Götz (M.A.), seit Oktober 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Graduiertenkolleg Locating Media der Universität Siegen. 2017 / 2014 Projektleiterin Redaktion / Projektmanagerin für das Ars Electronica Festival, Linz. 2015-2017 Wissenschaftliche Volontärin, Kunstmuseum Celle. 2011-2014 MA-Studium »Museum und Ausstellung« mit Schwerpunkt Kunst- und Medienwissenschaft, Universität Oldenburg. 2007-2011 BA-Studium Literatur-Kunst- Medienwissenschaft, Universität Konstanz.