Abstract

Der Entstehungsprozess einer Ausstellung ist lang. Es kommen viele Faktoren und Zutaten zum Gelingen einer Ausstellung zusammen: Da gibt es zunächst die Koordinaten, in denen wir uns bewegen. Da ist eine Institution. Es gibt einen Auftrag. Es gibt eine Idee, ein Thema. Dann gibt es künstlerische Positionen und die Ausstellungsräume. Es gibt eine Laufzeit und es gibt die Besucher*innen. Große. Kleine. Wissende und Unwissende. Interessierte. Und es gibt eine Ökonomie, innerhalb derer man handelt. Die Vermittlung als kuratorische Praxis versucht in verschiedenen Ansätzen Verbindungen zwischen unterschiedlichen Ausdrucksformen und Bedeutungsebenen herzustellen. Diese Verbindungen können durch ein besonderes Beschriftungssystem, durch eine neue Raumerfahrung oder durch interaktive Angebote vor Ort und im virtuellen Raum entstehen. Das Konzept „Vermittlung als kuratorische Praxis“ zielt darauf ab, Ausstellungen anders zu denken und zu planen: Besucher*innen mit ihren unterschiedlichen Hintergründen und Fragen vor Augen zu haben – und dies von Anfang an.

Info

Julia Schäfer, *1972, seit 2003 Kuratorin und Kunstvermittlerin an der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, 2000 Assistenz am New Museum of Contemporary Art, New York, 1999-2001 freie Mitarbeiterin am Kunstmuseum Wolfsburg, 2001-2003 Volontariat GfZK. Studium der Freien Kunst, Kunstpädagogik und Germanistik an der Universität Osnabrück und der Hochschule der Bildenden Künste Dresden. Julia Schäfer untersucht Vermittlungsstrategien im kuratorischen Feld der zeitgenössischen Kunst. Schäfer hatte Lehraufträge an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und an der Akademie der Künste, Wien und an der Burg Giebichenstein, Halle/Saale. Freie kuratorische Projekte u.a. an der NGBK Berlin, Kölnischen Kunstverein, P74 Ljubljana, Kulturbahnhof e.V. Markkleeberg. Sie war drei Jahre im Beirat der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und ist Coach im Projekt New Leipzig Talents an der HHL Leipzig. (gfzk.de).