Abstract

Das Feld der Kunstpädagogik zeichnet sich durch das Zusammenspiel von Rahmungen und Interessen aus, die nicht selten in Widerspruch zueinander stehen: Künstlerischer Anspruch, pädagogische Expertise und wissenschaftliche Informiertheit scheinen Kunstpädagog:innen dazu herauszufordern, sich eindeutig auf eine der Seiten zu schlagen. Ich gehe im Vortrag davon aus, dass es möglich ist, zwischen den Stühlen widersprüchlicher Imperative zu wandern und sich dennoch im Feld zu positionieren. Als Grundlage für meine eigene Positionierung wende ich mich exemplarisch an eine Rekonstruktion der Geschichte des Black Mountain College, das in den USA der 1930er bis 1950er Jahre das Wandern zwischen den Stühlen ins Zentrum der eigenen Arbeit gestellt hat.

Info

Alexander Henschel studierte Erziehungswissenschaft, Kunst, Kunstpädagogik und Philosophie in Halle (Saale) und Mannheim. Er promovierte im Rahmen des Doktoratsprogramms Art Education und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lektor an den Universitäten Bremen und Hildesheim, als Gastprofessor an der HFBK in Hamburg, derzeit als Lehrkraft für Kunstpädagogik und Kunstvermittlung an der Universität Oldenburg sowie als Lehrbeauftragter an der UdK in Berlin. Seine Forschung und Lehre richtet sich auf institutionelle Settings sowie sozialhistorische Perspektiven von Kunstpädagogik und Kunstvermittlung – Ausgangspunkt ist die Annahme unabschließbarer Komplexität der Verhältnisse zwischen Kunst, Pädagogik und Gesellschaft.