Abstract

Der für diesen Vortrag von der Künstlerin Cécile B. Evans geliehene Titel „Hyperlinks or it didn’t happen“ verweist auf veränderte Bedingungen von Kunst nach der Alltäglichwerdung des Internets. Die Zirkulation von Bildern und medialem Content in erhöhter Geschwindigkeit und Dichte und mit mehr Teilnehmer*innen als je zuvor ist ein wesentliches Strukturmoment, das auf Produktion, Dissemination und Rezeption von Kunst Einfluss nimmt. Bedeutung wird nicht nur durch Künstler*innen und Betrachter*innen hergestellt, sondern zerstreut sich in die Netze, zittert hinter Like-Buttons und (re)materialisiert sich in White Cubes und Artist Talks, mit dem Wissen um Verbreitungsmöglichkeiten im Internet. Rekontextualisierungen und Übersetzungsprozesse von physischen in virtuelle Räume und zurück bilden wichtige Rahmungen künstlerischer Arbeiten. Wenn darüber hinaus nun auch Algorithmen mitrechnen und Bilder per Face Tracking zurückblicken, stellen sich für die Kunst einige Fragen neu: Der Fokus verschiebt sich verstärkt von Einzelphänomenen auf Beziehungsgefüge, in denen Kunst hergestellt, referenziert wird, sich manifestiert. Im Vortrag wird an ausgewählten Beispielen gezeigt, welche Strategien Künstler*innen vor dem Hintergrund zirkulierender Contents entwickeln und wie sie die komplexe Gegenwart navigieren.

Info

Kristin Klein ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln, aktuell im Projekt Post-Internet Arts Education Research. Sie studierte Kulturwissenschaft, Kunstpädagogik, Philosophie, Germanistik und Bildungswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, der TU Dresden und der Boston University. Forschungsinteressen: Kunst nach dem Internet, Kunstpädagogik im Kontext postdigitaler Kulturen, Zukunftsentwürfe in aktueller Kunst, Schulentwicklung und Bildungstheorie, Speculative Design. Promotionsprojekt: Navigating the Present, Prototyping the Future. Ansätze für eine Kunstpädagogik nach dem Internet. (Arbeitstitel). kristin-klein.net