Abstract

Die Künste haben das Gefängnis ihrer Autonomie verlassen. Im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert reicht der Gegenstand künstlerischer Aktivitäten über die traditionellen Grenzen der Fächer Kunst, Musik, Tanz, Theater usw. hinaus in den medienkulturellen Alltag und bis ins wissenschaftliche Experimentieren hinein. Die Zuständigkeiten für das Wahre, Schöne und Gute sind unklar geworden. In einer von kultureller Globalisierung geprägten Welt konturieren sich Praktiken der Produktion von Bedeutung zwischen Künsten, Moral, Wissenschaft, Recht und Politik.
Mit dem postautonomen Verständnis von Kunst gehen zwei Bewegungen einher: zum einen wird im Zuge eines konsequenten Weltlichwerdens die Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst destabilisiert, zum anderen vernetzen sich die Künste untereinander. Transzendentale Bezugspunkte für die traditionellen Sparten der Hochkultur gibt es nicht mehr. Nicht mehr im Ideal eurozentrischer Klassik, noch in der Reinheit des ungestörten White Cubes, Konzert- oder Theatersaals. Kunst findet statt im Global Contemporary. Im Hier und Jetzt und auf dem Boden alltagskultureller Tatsachen.
Die Tagung where the magic happens befasste sich mit den Bedingungen, Möglichkeiten und dem „magischen Potential“ der Bildung an/durch/mit den Künsten vor dem Hintergrund eines sehr deutlich erweiterten Begriffs von Kunst – fokussiert auf Performance, künstlerische Forschung und aktuelle Medienkultur.
 _
Die Veranstalter*innen Torsten Meyer, Julia Dick, Peter Moormann und Andrea Sabisch als Vertreterin der Sozietät Kunst Medien Bildung, eröffnen die Tagung.

Info

Torsten Meyer: Dr. phil., Professor für Kunst und Ihre Didaktik, Schwerpunkt aktuelle Medienkultur an der Universität zu Köln. Studium der Erziehungswissenschaft, Soziologie, Philosophie und Kunst in Hamburg und Lüneburg. Arbeitsschwerpunkte: Next Art Education, Globalisierung & Digitalisation, pädagogische Medientheorie, Schul- und Hochschulentwicklung im Horizont grundsätzlich veränderter Medienkultur.
_

Julia Dick ist Performancekünstlerin und Dozentin für Ästhetische Erziehung und Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität zu Köln.
_

Dr. Peter Moormann ist seit 2013 Juniorprofessor für Medienästhetik mit dem Schwerpunkt Musik an der Universität zu Köln. Zu seinen Forschungsgebieten zählen u.a. die Musik in Film, Fernsehen und Computerspielen sowie die Interpretations- und Aufführungsanalyse. Er ist Mitherausgeber der Kieler Beiträge zur Filmmusikforschung und der Schriftenreihe Filmmusik (edition text & kritik).
_

Andrea Sabisch, Universitäts-Professorin für Bildende Kunst & Erziehungswissenschaft (Universität Hamburg) | u.a. Mitbegründerin und Vorsitzende der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung e.V. | Forschungsschwerpunkte: Kunstpädagogik / Ästhetische Bildung, Visuelle Erfahrung, Methodologie der qualitativen Forschung, Aufzeichnung und Erfahrung. Siehe auchwww.andrea-sabisch.de 

 

Web: http://kunst.uni-koeln.de/magie/