Abstract

Der Vortrag stellt aus bildungsphilosophischer Perspektive einige Überlegungen zu Kritik und Subjektivität in post-digitalen Gesellschaften zur Diskussion. Dazu schlägt er vor, die in der Kunstkritik und kunsttheoretischem Diskurs geführte Rede vom affirmativen, unkritischen Wirklichkeitsverhältnis zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler der Post-Internet Art als Symptom für eine generelle Verschiebung und Transformation von Subjektivierungsmustern in post-digitalen Gesellschaften zu verstehen. Die leitende These dabei ist, dass der gleichsam im Kunstdiskurs in Anschlag gebrachte Begriff der Kritik noch ein Überbleibsel eines klassischen Verständnisses von Bildung ist – das allerdings zur angemessen Beschreibung und Deutung gegenwärtiger empirischer Bildungs- und Subjektvierungsprozesse nicht mehr hinreicht.

Der Vortrag war Teil des Symposions Post-Internet Arts Education am 15. und 16.1.2016 an der Universität zu Köln. Im Fokus standen die stark gewandelten Bedingungen für kulturelle Medienbildung im Horizont des Internet State of Mind und Konsequenzen für Praxis und Theorie der Bildung in Auseinandersetzung mit Künsten und Medien im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert.

Info

Manuel Zahn studierte Sonderpädagogik, Erziehungswissenschaft, Philosophie und Psychologie an der Universität Hamburg und promovierte über »Ästhetische Film-Bildung«. Seit dem Wintersemester 2016 ist er Vertretungsprofessor für Ästhetische Bildung am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln. Zuvor war er Vertretungsprofessor für Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Oldenburg und Hamburg. Seine Arbeitsgebiete sind: Erziehungs- und Bildungsphilosophie; Medienbildung, insbesondere Filmbildung; Kunstpädagogik und Ästhetische Bildung in der digitalen Medienkultur.

Web: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/zahn/