Abstract

Diejenige Hochkultur, die sogenannte, die sich mit den Künsten, wie wir sie kannten, entwickelt hat, war Reaktion auf den im Exposé erst für die Gegenwart konstatierten Verlust der „transzendentalen Bezugspunkte“ und konnte so auch missbraucht werden als Religion. Kunst reagierte auf Entgrenzung. Die Kunst im Exposé der Tagung ist das Gespenst einer unschädlich gemachten Kunst in den Status der Verehrung gepuscht zuletzt vom Heiligen Markt. Selbst die durchaus berechtigte Kritik tut noch so, als wäre den Kunstreligiösen gelungen, was sie gewünscht haben. Und wie das bei Religiösen oft ist: Sie tun nur so.

Wie kann mit Kunst über Grenzen, Entgrenzung, Orientierung ohne feste Bezugspunkte nachgedacht und vor allem gehandelt werden?

Der Vortrag war Teil der Jahrestagung der wissenschaftlichen Sozietät Subjekt Medium Bildung an der Universität zu Köln. Die Veranstaltung trug den Titel „Where The Magic Happens“ und beschäftigte sich mit Bildung nach der Entgrenzung der Künste. Mehr Informationen finden Sie hier: http://kunst.uni-koeln.de/magie/

Eine überarbeitete Version des Vortrags finden Sie in: Torsten Meyer / Julia Dick / Peter Moormann / Julia Ziegenbein (Hrsg.): where the magic happens. Bildung nach der Entgrenzung der Künste. München: kopaed 2016.

Info

 

Karl-Josef Pazzini (*1950) studierte Philosophie, Theologie, Erziehungswissenschaft, Mathematik, Kunstpädagogik und arbeitet als Psychoanalytiker in Berlin und noch in Hamburg. Er war von 1993 bis 2014 Professor für Bildende Kunst und Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Arbeitsschwerpunkte sind Bildung vor Bildern, Psychoanalyse & Lehren, Unschuld der Kinder, Schuld, psychoanalytisches Konzept der Übertragung.

WEB: http://mms.uni-hamburg.de/blogs/pazzini, http://www.pazzini-psychoanalyse.de/, http://psybi-berlin.de/