Abstract

In einer Studie zur psychischen Belastung im Lehrerberuf von 2005 werden „schwierige Schüler_innen“ neben zu großen Klassen und zu hohen Stundenzahlen als größter Faktor genannt. In der pädagogischen Ratgeberliteratur werden diese etwa mit „aggressivem”, „auffälligem” oder „unangemessenem” Verhalten charakterisiert, dem Lehrer_innen mit entsprechenden Maßnahmen begegnen sollen. Von Wissenschaftler_innen aus pädagogischen Bereichen wird das „schwierig” – Sein der Schüler_innen hingegen oft in Anführungszeichen gesetzt, um darauf hinzuweisen, dass die Bezeichnung mit einer Wertung einhergeht und kritischer Reflexion bedarf. Gerade dem Kunstunterricht wird ein besonderes Potential unterstellt, Schüler_innen, die sonst als„schwierig“ gelten, „auffangen“ zu können.
Doch was meint eigentlich „schwierig“ im Zusammenhang mit Schüler_innen aus Schüler_innensicht? Was macht eine/n schwierige/n Schüler_in im Kunstunterricht eigentlich aus? Nehmen sich Schüler_innen selbst als „schwierig“ wahr? Und falls ja; wie würden sie dieses „schwierig-Sein“ beschreiben? Eine im Sommer 2012 durchgeführte Online-Umfrage (konzipiert von drei Doktorandinnen im Fach Kunstpädagogik: C. Birkner, G. Kolb und K. Zapp) lässt sowohl ehemalige und derzeitige Schüler_innen zu Wort kommen und fragt danach, wer in Schule und Kunstunterricht wen, wann und warum als „schwierig“ erlebt (hat). Die Erhebung und deren Ergebnisse werden vor- und zur Diskussion gestellt.
*Antwort auf die Frage nach „dem perfekten Schüler“, Fragebogen 28, geboren zwischen 1995 und 1998, besuchte Schulart: Gymnasium

Info

Gila Kolb, Kunstpädagogin und Kunstvermittlerin, Dozentin für Fachdidaktik an der HKB und PH Bern. Arbeitsschwerpunkte: Zeichnen können im Kunstunterricht; Strategien aktueller Kunstvermittlung.

Web: https://aligblok.de/