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Gastvortrag von Katja Gunkel: Cute GIF – Potentiale eines medienästhetisch-affektiven Ensembles digitaler Gegenwartskultur

»Don’t tell it to me, GIF it to me!« – @reactions (giphy.com)

Millionenfach geteilt, kollektiv produziert wie konsumiert – als sozial motivierte, memetisch partizipative Ausdrucksformen sind GIF-Animationen zu einem integralen Bestandteilwebbasierter Bildkulturen avanciert und aus dem alltäglichen digitalen Medienhandeln innerhalb einer „Positivkultur der Affekte“ (Reckwitz) nicht mehr wegzudenken. Der Vortrag perspektiviert jene visuelle Kommunikationseinheit und Ausdrucksform auf eine ästhetische Kategorie, die innerhalb zeitgenössischer visueller Kultur nicht weniger virulent ist: cute.

Deren Fusion im medienästhetisch-affektiven Ensemble cute GIF ermöglicht es, ein ‚kleines‘ Medium (Broeckmann) mit einer ‚kleinen‘ ästhetischen Kategorie (Ngai) zusammenzudenken. Immer dort zugegen, wo es im Digitalen sinnliche Leerstellen oder Entfremdungssituationen zugunsten einer affektiven Annäherung zu kompensieren gilt, spielen beide im Umgang mit den Herausforderungen und Zumutungen einer zunehmend digital durchwirkten, krisengeplagten Gegenwart eine entscheidende Rolle. Zunächst maximal gefällig anmutend, bergen sie ein ausgemachtes Potential für Ambivalenzen und sind dazu prädestiniert, einen Verstörungscharakter anzunehmen. In der dialektischen Qualität jener Gemengelage liegt denn auch das kritische Potential jenes Bündnis, dessen produktive Irritationsmomente u.a. anhand der künstlerischen Position Lorna Mills exemplarisch veranschaulicht werden. Die Betrachtung des cute GIF, so die Annahme, ist nicht nur mit Blick auf eine Zeitdiagnose aufschlussreich, sondern bietet ebenso zahlreiche Anknüpfungspunkte für ästhetische Bildung.

Katja Gunkel, Dr. phil., ist Kunst- und Kulturwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt. Im Kontext von Alltags-, Pop- und Internetkulturen lehrt, forscht und publiziert sie zu Fragen zeitgenössischer Ästhetik; zuletzt vor allem zu cute design sowie zur affektiv-ästhetischen Qualität von partizipativen Medienformaten. Aktuelle Veröffentlichung nebst zugehöriger Ausstellung: #cute – Eine Ästhetik des Niedlichen zwischen Natur und Kunst, Frankfurt a.M./New York: Campus 2020; #cute – Inseln der Glückseligkeit? 09.10.20–10.01.21, NRW-Forum Düsseldorf, https://www.nrw-forum.de/ausstellungen/cute/

Bildquellen: Kompilation #cute via giphy.com

 

Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Studierenden, Lehrenden, Mitarbeitenden, externen Interessierten etc. sind herzlich eingeladen. Bedingt durch die Corona-Pandemie finden die Vortragsveranstaltungen im Wintersemester 2020/21 online via zoom statt.

Zugangsdaten sowie weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie im Ilias Kunstpädagogische Positionen (Externe Interessierte melden sich bitte per mail beim Veranstalter: t.meyer@uni-koeln.de).

Details

Datum:
2. Dezember
Zeit:
16:00
Format:

Veranstalter

Institut für Kunst & Kunsttheorie
Website:
kunst.uni-koeln.de

Veranstaltungsort

online