Tag Archives: Sommersemester 2019

Gastkünstlervortrag von Michael Jäger: „Wenn man nix sieht schaut man länger hin“

Von Rändern und Präsenz oder ein Klumpen Gold
Übereinander und Sichtbar. Das Schweigen der Bilder ertragen. Abbild sein. Spiegel. Die Nuanciertheit der Farben. Etwas vor Augen führen. Bisher nicht so erschienen. Bild sein. Aus dem Vorherigen. Blau. Dem Auge trauen. Leidenschaft entdecken, verwerfen, zulassen und folgen. Bilder als Bühne. Die Farben der Akteure. Orange. Material der Farbe, die Far- be formen. Die Form, das Wie der Materie, das Was der Materie, der Form. Substanz und Idee verknüpfen. Summe plus Rest. Kraft und Gehalt. Das Gedächtnis an Orte, an Klang, an Schmecken, an Höhen und Täler. Violett. Das Staunen, der Mehrwert der Erfahrung aus dem Sehen. Wann aus einem Stück Holz ein Stuhl wird. Bewusst. Schwarz. Verantwortung übernehmen. Rot. Die Idee der Werke. Subjektivität. Die Bilder als Speicher, der Orte und Erinnerungen. Weiss. Utopie und Pathos. Grün. Möglichkeit und der Ort dazwischen, die Malerei. Objektivität. Hinsehen, weggehen, teilnehmen, loslassen, erfinden, erweitern. Unbewusst. Zum Punkt der Gewissheit kommen. Wiederholen. Das Aufrichten des Bildes. Gelb. Ein Gegenüber sehen. Präsenz. Was passiert da? Am Ende doch ein Klumpen Gold! (Michael Jäger, April 2019)

Continue reading

Gastkünstlervortrag von Jan Kolata: »Ernste Spiele« – im Atelier des Malers

Wenn ich male, liegen die Bildflächen auf dem Boden. Auf die Leinwand geschüttete, dicht pigmentierte Malfarbe und deren Manipulation mit unterschiedlichen, meist aus dem Baumarkt stammenden Geräten (Putzrakel, Fensterwischer, Mikrofasertücher, Flächenstreicher) bilden das Amalgam, aus dem allmählich das Bild erfunden und geformt wird. Nicht die vorgefasste Idee, sondern das bedenkende Handeln mit dem Material führt – wenn es gelingt – in einem vielschichtigen Prozess zum Bild. Den Kairos, den glücklichen Moment, zu erkennen und zu ergreifen, wenn zwischen gewolltem Akt und Zufall sich blitzartig das Bild zeigt – das ist die Aufgabe. (Jan Kolata)

Continue reading

Gastvortrag von Mareike Bernien: Performing the Image

“To trace a history of tactile looking offers a strategy that can be called upon when our optical resources fail to see.” Laura Marks

Bilder entstehen aus einem Gefüge von Akteur*innen, Technologien, Materialitäten, Blicken und Begehren. Das Visuelle orientiert und per-formiert unsere Körper und Wahrnehmungsweisen, hat Teil an sozialen Ordnungen und deren Überschreitungen. Wir lesen und berühren Bilder, wir sliden, scratchen, scrollen, gehen affektive und identifikatorische Bündnisse mit ihnen ein. Was würde es heißen, Herstellungs- und Wirkungsweisen von Bildern selbst performativ zu untersuchen? Wie lassen sich die unsichtbar gemachten Formen der Arbeit, ideologischen Einschreibungen und Materialitäten, die unseren visuellen Regimen zugrunde liegen, wieder körperlich ins Bild setzen? Wie können Bildräume erzeugt werden, in denen das Visuelle taktil, der Ton visuell oder eine Beobachtung zum denkenden Handeln werden kann? Räume, in denen Sehen nicht nur als ein Akt des Sehens, sondern auch als ein körperliches Intervenieren und Verschieben bestehender Bildpraxen verstanden wird?

Continue reading