Digitaler Rundgang: Prüfungsergebnisse WiSe 2020/2021

WiSe 2020/2021

Prüferin: Olga Holzschuh

 

Bildcredits: Julia Goltermann/ Videostill „Zoomen Gaze“ / AM2 MAP

Auch in diesem Semester haben eine Reihe von Student*innen der Studiengänge Kunst und Intermedia, Modulabschlussprüfungen absolviert. Einige Ergebnisse sind in diesem Beitrag zu sehen.

Corpus 4.0 – Alicia Kiesow

Studiengang: Kunst, Modul: BM3

Warum vergleiche ich mich mit schönen Frauen auf Instagram, die im Endeffekt doch sowieso nur auf dieser Plattform so perfekt aussehen? In einem Künstlerbuch bin ich dieser Frage nachgegangen und habe versucht, die Sichtweise auf solche Bilder zu verändern, indem das ach so perfekte Bild in seinem eigentlichen Bestandteil, nämlich dem Pixel, dekonstruiert wird. Für einen gesünderen Blick auf diese Scheinwelt und den inneren Kritiker.

 

Tagebuch – Claudia Psyk

Studiengang: Kunst, Modul: AM1

In drei Teilen dokumentierte ich mein Empfinden in Zusammenhang mit der weltweiten Corona-Pandemie. Angestoßen durch die Aufforderung Kontakte und körperliche Symptome während der häuslichen Quarantäne tabellarisch festzuhalten. Nach der „Isolation“ führte ich die Dokumentation weiter und beschäftigte mich mit der „Flucht“ in die Natur und der „Begegnung“ unter Beachtung der Hygienevorschriften.

 

Zoomen Gaze – Julia Goltermann

Studiengang: Kunst, Modul: AM2

Installation mit Videoarbeit, 2021 (Plexiglass, Folie, 3D Druck Kunstharz)

Die Arbeit Zoomen Gaze befragt die Wirkmacht von Webcams und Webcamabdeckungen aus einer Perspektive des neuen Materialismus und bezieht dabei Perspektiven des Selfiediskurs und der Fotografie-Theorie mit ein. Die Arbeit erforscht eine neue kommunikationsästhetische Praxis des „Zoomens“.

   

 

Dunkel, fast schwarz – Lena Sophie Duckart

Studiengang: Kunst, Modul: AM1

In meiner Arbeit geht es primär um die Angst, die Frauen häufig im Dunkeln, in der Nacht verspüren, wenn sie alleine durch die Straßen laufen. Es geht darum, zu verdeutlichen, wie allgegenwärtig und präsent diese Angst bei Frauen ist. Gleichzeitig gilt es zu hinterfragen, inwiefern die Angst auch als soziales Konstrukt in der Gesellschaft geschaffen wurde oder ob es durchaus gerechtfertigt ist, jene extreme Angst zu verspüren. Durch die Audiospur soll die pure Angst weiter untermalt werden. Die gesamte Arbeit ist als fertige Ausstellung in einem Raum gedacht, in dem die Bilder an den Wänden in Großformaten hängen. Die Audiodatei wird in einer Art Box abgespielt, in die sich die Besucher hineinbegeben können. Diese „Box“ befindet sich in der Mitte des Raumes und ist abgedunkelt, sodass die Aufmerksamkeit der Besucher komplett auf den Geräuschen der Audiospur liegen soll.

Link zur ganzen Arbeit: Lena-Sophie Duckart_Rundgang

 

Ich in Fragmenten – Lena Wolters

Studiengang: Kunst, Modul: BM2

Ich habe für meine Reihe Ich in Fragmenten mehrere Collagen aus Selfies von mir angefertigt, welche ich während des Scan-Vorgangs verschoben habe, damit ein verschwommener und verzerrter Effekt zum Vorschein kommt.Hiermit möchte ich den Aspekt aufgreifen, dass ich, wie wahrscheinlich jede oder jeder von uns, sich ständig durch viele verschiedene Selbstdarstellungen inszeniert. Dabei möchte ich nicht zeigen, wie meine Selbstdarstellungen letztendlich aussehen,denn könnte es nicht theoretisch unendlich viele geben?

 

 

 

 

Viale Demir

Studiengang: Kunst, Modul: AM2

In meinen Arbeiten bilden meine hybride Identität, Biografie und die zazaische Sprache die Basis meiner Arbeiten. Mir konnte die Zaza-Sprache meiner Vorfahren nicht vermittelt werden, was das Produkt einer gezielten Assimilationspolitik in Bakur (Osttürkei) ist. Dieses Sprachdefizit versuche ich kritisch mit zeichnerischen Bildstrategien, der systematischen Formanalyse und der Dekonstruktion, zu artikulieren. Ich dekonstruiere kulturell aufgeladene Objekte in ihren Prinzipien und ihren Inhalten. Auf jedem Bildträger sind neue Arrangements und Verschmelzungen zu sehen, die eine biografisch-narrative Funktion einnehmen. Die einzelnen Bilder werden in einer Ensemble-Hängung zu einem Cluster vereint und können wie eine Syntax gelesen werden. Für mich sind diese Formen und Linienführungen ein persönlicher visueller Wortschatz.

Link zur ganzen Arbeit: Viale_Demir

 

to feed – Clara Eisele

Studiengang: Intermedia, Modul: BM4

Eine fotografische Untersuchung des weiblichen Körperszwischen Ästhetik und Ekel, Authentizität und Künstlichkeit, Abstraktion und Mystifizierung.

 

WOVEN COFFEE – Sarah Offermann

Masterarbeit

2021, 130 x 85 x 16 cm, Druck auf Transparentpapier, Holz, Garn mit Audio Datei.

Ich setzte mich in meiner Masterarbeit am Beispiel von Kaffeesatzleserei und Handarbeit kritisch mit Ritualen und Stigmatisierungen weiblicher Traditionen im Wandel der Zeit auseinander. Meine praktische Arbeit WOVEN COFFEE verbindet diese beiden genannten Tätigkeiten in einem Werk. Inspiriert wurde ich durch die Tatsache, dass besonders in der Corona-Pandemie fast vergessene Hobbies und Rituale wie die Handarbeit von Vielen als Zeitvertreib wiederentdeckt wurden. Auch ich persönlich merkte, dass ich mich durch tägliche Rituale im Alltag besser strukturieren konnte. Dazu gehörte unter anderem die morgendliche Tasse Kaffee mit meinem Freund. Kaffee bzw. Kaffeesatz ist daher ein entscheidender Teil meiner Installation. Die abgespielte Audio-Datei ergänzt das plastische Werk um eine auditive Komponente und soll individuelle Interpretationsmöglichkeiten schaffen.

Woven Coffee I:

Woven Coffee II:

Link zur PDF-Übersicht der Arbeit: virtueller Rundgang Sarah Offermann