Schaufenster: Disco Tits (2018) von David Bomke

Mit dem “Schaufenster” geht ein neues Format der Educational Resources on air. Auf dem Monitor auf dem Flur werden nun neben kurzen Videos zum Veranstaltungsangebot des Instituts für Kunst & Kunsttheorie auch Videoarbeiten von Studierenden zu sehen sein, die in den letzten Semestern entstanden sind. Den Anfang macht David Bomke mit dem Musik-Clip “Disco Tits” (2018). Die Arbeit entstand im Seminar Portfolio Methoden Intermedia mit Sandra Schäfer. David schreibt darüber:

Die Prämisse des Projekts ist, dass Gender ein gesellschaftliches Konstrukt ist. Mit diesem Gendernorm-Verständnis spiele ich in meiner Erscheinung. Das Video ist in schwarz-weiß Ästhetik und  soll einen ausgeleuchteten, ausgewaschenen Studioflair wie in Mode Shootings haben. Die Kontraste werden durch schwarz-weiß hervorgehoben und das Expressive der Performance kommt ungehindert zum Vorschein. Es besteht eine Verbindung zu Political Art: jedes Mal, wenn wir gendernonkonform auftreten, ist damit ein politisches Statement gesetzt. Außerdem wird im Rahmen des Stils der Performance und des Songs die Sexualisierung von queeren Menschen in den Medien und der Welt aufgegriffen. Ähnlich wie zu Zeiten von ACT UP (man denke an das pinke Dreieck, das Nazi-Symbol für Homosexuelle in Konzentrationslagern, was mit Silence = Death zum Symbol der queeren Bewegung zu Zeiten der AIDS Krise wurde) wird ein Stigma in etwas zu Feierndes verwandelt. Frei mit Sexualität umzugehen ist kein Laster, sondern eine Bereicherung. Unsere Gesellschaft legt jedoch in vielen Teilen Hyperfokus auf Sexualität mit Scham und Schande. Der gewählte Song thematisiert den Rausch, sexuell und von bewusstseinserweiternden Substanzen, und dient als Grundbaustein der künstlerischen Auslegung. Drogen werden in dieser Performance nicht befürwortet, der Fokus liegt auf der künstlerischen Umsetzung von self-expression. Direkte Inspirationen sind Yanis Marschall für High Heel Dance und genderqueer fashion. Und für die Ästhetik des Videos diente Jaren Merrell, auch bekannt als Shea Couleé, als Director und Star des Musikvideos „Cocky“.
Tags: Queering Normativity, Schaufenster