Gastkünstlervortrag von Robert Klümpen: Das Licht der Bilder

DIE KÜNSTLER SIND ANWESEND
Zeitgenössische Positionen künstlerischer Praxis und Theorie

Do, 03.05.2018 | 18 Uhr
Block C | Studio R 0.319 | Gronewaldstraße 2 | Universität zu Köln
Humanwissenschaftliche Fakultät | Institut für Kunst & Kunsttheorie

Ausstellungsansicht „Vorstellung“, 2016, Oktogon Dresden (Foto: Robert Vanis, Dresden)

In Robert Klümpens oft großformatigen und farbkräftigen Gemälden sind zwei gegensätzliche Impulse in ein spannungsvolles, labiles Gleichgewicht gebracht. Einem virtuosen Schwelgen in der sinnlichen Fülle der malerischen Mittel steht, insbesondere in seinen neuesten Bilder, ein Hang zu fast minimalistischer Reduktion gegenüber. Deutlich erkennbare Motive wie auf den früheren Bildern, etwa Kioskbuden, Straßenlaternen oder Kircheninterieurs, tauchen nicht mehr auf. Übrig bleibt gleichsam nur noch die meist nächtliche Beleuchtung. Das mit unterschiedlichen malerischen Techniken, mit dem Pinsel oder mit der Sprühdose, auf die Leinwand Gebrachte wird zum großen Teil wieder abgerieben oder –gewaschen.
Die stoffliche Präsenz des Bildträgers ist einerseits fast wie eine Barriere betont; andererseits entsteht der Eindruck, dass sich jede greifbare Materialität in einen unbestimmten Tiefenraum auflöst. Die Bilder scheinen von hinten zu leuchten oder ein diffuses Licht ihre Oberfläche zu streifen. Auch zeichenhafte Signets und an Kalligraphien erinnernde Liniengefüge, wie Sprayer diese auf Haus- und anderen Wänden hinterlassen, sind wie in geisterhafte Lichterscheinungen verwandelt.
Ludwig Seyfarth

Robert Klümpen, geb. 1973, hat von 1995 bis 2002 an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei studiert und seither u. a. 2005 den Villa Romana-Preis in Florenz erhalten.
Er hat zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland und ist in wichtigen Sammlungen (u. a. KOLUMBA, Köln) vertreten.
Seit 2014 lehrt er als Professor an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
Er lebt und arbeitet in Köln und Dresden.

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