springschool „how to love?“

howtolove

vom 17. – 21. Mai 2016 am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Univeristät zu Köln

Welche Arten zu Lieben entwickeln sich in Zeiten von radikaler Transparenz, Selbstoptimierung und Selbstdarstellung bis zur kollektiven Erschöpfung? Geht da noch was? Und wie? Wir begeben uns auf die Suche nach poetischen und performativen Antworten.

how to love? ist eine springschool, die im Rahmen des Semesterthemas LIEBE2016 stattfindet und sich an Studierende der Studiengänge Intermedia, Kunstpädagogik, ästhetische Erziehung und an Studierende der Medienkultur- und Theaterwissenschaft der Universität zu Köln wendet.

how to love? ist ein intensives Zusammenkommen auf dem Campus der HumFak während der Exkursionswoche nach Pfingsten. In den Workshops am Vormittag kann sich entweder theoretisch mit Liebe und Kunst auseinander gesetzt, oder aber es können pädagogische Tanz- und Choreographietechniken erlernt werden. Die Nachmittagsworkshops werden von vier Künstler_innen aus den Bereichen Theater, Tanz, Sound- und Videokunst geleitet und bieten die Möglichkeit künstlerisch-forschend Projekte zu entwickeln, die in einer Werkschau zum Abschluss der springschool präsentiert werden.

Vorbereitungstreffen: DI, 12.04.2016 // 17:45 – 19:15 Uhr // Theaterraum 216B / 2.212 / Humanwissenschaftliche Fakultät der Uni Köln / Gronewaldstrasse 2

Das Programm während der Pfingstwoche:

Di – 17.5. Mi – 18.5. Do – 19.5. Fr – 20.5. Sa – 21.5.
10-13h Workshops 1 & 2 Workshops 1 & 2 Workshops 1 & 2 Workshops 1 & 2
13-14h
14-18h Auftaktvorträge Workshops 3, 4, 5, 6 Workshops 3, 4, 5, 6 Workshops 3, 4, 5, 6 Präsentation
19-22h Get-Together Kino

Erwerb 3 cps:

  • Teilnahme am Vorbereitungstreffen
  • Vor- und Nachbereitung der springschool
  • Teilnahme an einem der Workshops

Erwerb 6 cps:

  • Teilnahme am Vorbereitungstreffen
  • Vor- und Nachbereitung der springschool
  • Teilnahme an einem der Vormittagsworkshop 1 oder 2
  • Teilnahme an einem der Nachmittagsworkshops 3,4,5 oder 6

 

workshop 1

how to love? Tanz und Choreographie für alle  – Royston Maldoom

Der praktische Workshop des berühmten internationalen Choreographen und Pädagogen Royston Maldoom fokussiert sich auf das Erlernen choreographischer und tänzerischer Strategien, die ein jeder Tanz- und Theaterpädagoge für den Umgang mit gemischten Laien-Gruppen händeringend gebrauchen kann.

Ziel der gemeinsamen Körper- und Tanzarbeit ist die Förderung von Zusammenarbeit und Integration, die Steigerung der Körperwahrnehmung, die Erforschung des Raumes, die Verbindung von Körper und Geist, das Erlangen von Glaubwürdigkeit im Tanz und die Entwicklung von Ideen mehr aus Beobachtung als aus der Vorstellung heraus.

Der Dozent Royston Maldoom ist u.a. bekannt durch “Rhythem is it!” Der Kinofilm, der Maldooms Arbeit dokumentiert, markierte deutschlandweit eine Erneuerung über das Nachdenken von Tanz und Bewegung in Schulen.

  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Kunst und Kunsttheorie: 14676.0037
  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Medienkultur und Theater: 14227.0604

 

workshop 2

how to love? Liebe in Zeiten der Selbstoptimierung: Theoretische Ansätze und künstlerische Positionen. Lektüreseminar – Aurora Rodonò

Jenseits einer romantischen Liebessemantik, wie man sie aus der Literatur, dem Film und den zahlreichen Love Songs kennt, nimmt das Seminar die Produktion von Gefühlen in den Blick und untersucht die Liebe als soziale und kulturelle Praxis. Ausgangspunkt sind hier die theoretischen Positionen etwa von Alain Badiou (“Lob der Liebe”), Erich Fromm („Die Kunst des Liebens“), Eva Illouz („Der Konsum der Romantik“ und „Gefühle in Zeiten des Kapitalismus“) oder Byung-Chul Han, dessen Buch „Agonie des Eros“ im Zentrum dieses Seminars steht. Vor dem Hintergrund einer Ökonomisierung der Gefühle im Zeitalter des Kapitalismus soll nachgezeichnet werden, wie sich Liebeskonfigurationen im 20. Jahrhundert verändern und welche Transformationen von Liebe die Digitalisierung mit sich bringt. Neben den theoretischen Ansätzen werden wir Bilder der Liebe in den Künsten und insbesondere im Film untersuchen und das Verhältnis von Liebe und Politik reflektieren. Darüber hinaus wollen wir der Frage nachgehen, inwieweit die Liebe als revolutionäre und widerständige Kraft gegen das neoliberale Selbstoptimierungsdiktat fungieren kann und welche Analogien und Wechselwirkungen sich zwischen der „Kunst des Liebens“ und einer künstlerischen bzw. kunstpädagogischen Praxis beobachten lassen.

Die Studierenden werden gebeten, ein Objekt, ein Dokument (etwa einen Liebesbrief) und eine künstlerische Position (quer durch alle Kunstsparten) zum Thema Liebe mitzubringen. Die Lektüre einiger Texte vor Beginn der Spring School ist verpflichtend, ein gemeinsamer Kinobesuch (plus Reflexion) während der Spring School ebenso. Ein detaillierter Lektüreplan wird noch bekannt gegeben.

Aurora Rodonò ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln, freie Kulturschaffende und Drehbuchlektorin/Dramaturgin im Bereich Film & TV. Weitere Infos siehe: http://kunst.uni-koeln.de/2015/10/neuer-mitarbeiterin-am-institut-aurora-rodono/

  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Kunst und Kunsttheorie:14676.0057
  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Medienkultur und Theater 14227.0225

 

workshop 3

how to love? how to touch? – Reut Shemesh

Performers, artist and thinking people are welcome to join us.

In this workshop we will question how our days preseption of love effects our body and the way we interact with other bodies in a public and privet spaces.

We will review at different kind of physical touch, such as; daily physical contact, intimate contact , erotic contact , physical contact as its presented in media and the performance field. Human and nonhuman, auto-touch , physical contact as used for security reasons and physical touch in different cultures, how physical touch in intimate relation is influenced by life style.

This divers observations of physical contact will be introduced through improvisation and diverse movement tasks. We will research and comprehend the relation and the contact between the bodies, the composition and the narration. With guidelines relating to physical qualities, imagination and different states of mind, we will experience and indulge a creative process. A process in which we will be making decisions referring to the relation between the bodies, the composition and our own physical sensation.

By the end of the process we will introduce short presentations based on the mutual experience.

Die Dozentin Reut Shemesh ist eine gefeierte israelische Choreographin und Tänzerin. Mit ihren Arbeiten war sie u.a. am Dance Atelier Rotterdam, Tanzhaus NRW, Suzanne Dellal Center Tel-Aviv, Tanzhaus Zurich und am Lantaern Theater Rotterdam zu sehen: http://www.reutshemesh.com/

  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Kunst und Kunsttheorie: 14676.0035
  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Medienkultur und Theater: 14227.0605

 

workshop 4

how to love? Performative Arbeitstechniken der Stückentwicklung – Daniel Schüssler

Das Theater ist im Wandel. Längst finden Aufführungen nicht mehr nur rein frontal mit einem vorgefertigten Text im Illusionsraum Bühne statt. Das Team wird zum Autor/zur Autorin, Texte werden gemeinsam entwickelt, der Raum zum Publikum geöffnet. Partizipatorische Vorgänge unter der Einbindung von sogenannten „Expert*innen des Alltags“ oder von Publikumsgruppen, die auf die Bühne geholt werden und dort selbst zum Produzenten von darstellerischen Vorgängen werden, sowie die Vermischung verschiedener Sparten werden immer wichtiger. Selbst der für das Theater originäre Raum „Bühne“ wird von den Theaterschaffenden immer öfter verlassen und neue Spielorte, z.B. im öffentlichen Raum, im Netz usw., erobert.

Das bringt neue Möglichkeiten und Herausforderungen für die Theaterschaffenden mit sich. Das Seminar beschäftigt sich mit Techniken der performativen Stückentwicklung und zeigt Wege auf, wie wir an unser Material kommen und daraus darstellende und performative Vorgänge entwickelt werden können. In Kleingruppen kreieren wir Mini-Performances, die sich zusammengesetzt zu einem größeren Ganzen zusammenfügen. Wir erforschen den Utopieraum „Liebe“ als performativen Vorgang mit all seinen Möglichkeiten. Das Material seid Ihr.

Der Dozent Daniel Schüssler ist der vielfach ausgezeichnete Schauspieler, Regisseur und künstlerischer Leiter vom Kölner ANALOG-THEATER: http://analogtheater.de/

  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Kunst und Kunsttheorie: 14676.0038
  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Medienkultur und Theater: 14227.0606

 

workshop 5

how to love? liebe_wagen. Entwicklung einer Sound-Video-Performance – Ludwig Kuckartz

„Erinnere Dich an Deinen ersten Kuss“.  Ludwig Kuckartz setzt die Auseinandersetzung mit autobiographischen Erinnerungen und Geschichten über die Liebe an den Anfang seines workshops. Dabei wird es wahrscheinlich weniger um diesen Kuss gehen als um eine kleine Geschichte, die sich rund um ein wahres Ereignis Deines Lebens spinnt. Deine Geschichte manifestiert sich in einem Gegenstand, einem object trouvé, das Du zum Workshop mitbringst. Gemeinsam vermischt ihr die kleinen wahren Ereignisse und Erzählungen zunehmend mit Fiktion, entwickelt dokufiktive Geschichten, die im Verlauf des workshops an einer gemeinsamen Tafel aufgetischt werden. Denn „Liebe geht durch den Magen“, sagt das Wort.

Unter Anleitung des audiovisuellen Kochs Ludwig Kuckartz entwickeln die Studierenden eine poetische, vielleicht aber auch absurde Performance um einen großen Tisch herum, die den Regeln des PlanB’s gehorcht. Alle speisen gemeinsam: die kleinen, unscheinbaren Geräusche, die dabei entstehen oder bewusst erzeugt werden, werden über Mikrofone aufgenommen, geloopt, mit einfachen technischen Mitteln wie dem Smartphone verfremdet, bis nur noch die reine Seele des Klanges übrig bleibt. In der Auseinandersetzung mit Sprache, Melodie und Inhalt von erzählten Geschichten, der Arbeit mit Sound und Videoarchitektur, entwickeln die Studierenden eine Live-Performance mit einer besonderen Atmosphäre – ein unaufgeregtes, reduziertes Zusammensein aus Licht, Schatten, Ton, Stille, genug.

Der Dozent Ludwig Kuckartz ist freischaffender Video- und Soundkünstler, auf vielfältige Weise arbeitet er an den Schnittstellen von Video zu Audio, von Kunst zu Kommerz bis hinein in die kulturpädagogische Projektarbeit: http://www.ichsehe.com

  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Kunst und Kunsttheorie: 14676.0051
  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Medienkultur und Theater: 14227.0607

 

workshop 6

how to love? C’est à l’amour comme à la guerre – Martin Kloepfer

In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt.

Retten wir den geliebten Menschen, wenn wir hundert dafür opfern müssen? Und wie könnten wir ihn danach noch lieben? Liebe setzt die Paradigmen der Gleichbehandlung aller außer Kraft und widerspricht daher per se unseren moralischen Kriterien, der Vorstellung von Gerechtigkeit. Trotzdem hat sie immer noch so einen verdammt  guten Ruf, auch als Verkaufsargument „Got loved for my shoes K-Swiss“ Hierfür starben hundert Näherinnen in Bangladesch. Aber „I would do anything for love“ Liebe ist grundsätzlich entschuldigt, „Scheißegal, komm lass uns lieben“ und soll uns auch noch trösten, wenn sonst nichts klappt.

Um es klar zu sagen. Liebe ist schön, erzeugt aber auch Leiden, nicht zuletzt bei den anderen. Wie kann man damit leben?

Ziel des Workshops wird es sein, unter den gegebenen Umständen ein oder mehrere brauchbare Liebeslieder zu produzieren ohne zu lügen und am letzten Tag der springschool ein theatrales Konzert zu geben. Musikalität ist hilfreich, aber keine zwingende Voraussetzung, es gilt auch Sprechgesang. Entscheidend ist die Bereitschaft, seine moralischen und sonstigen Unzulänglichkeiten auszustellen, denn das ist die einzige Chance, damit nicht allein zu bleiben und Schönheit im Leiden zu finden. Und das ist vermutlich der Sinn von Theater: Den Fehler zeigen und dabei gewinnen.

Martin Kloepfer ist freischaffender Regisseur und Teil der renommierten Theatergruppe SUBBOTNIK, die seit 2012 erfolgreich unter Zusammenarbeit mit Künstlern aller Sparten genreübergreifend an der Schnittstelle von Musiktheater, Performance, Installation und Live-Hörspiel agiert: https://de-de.facebook.com/subbotniktheater

  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Kunst und Kunsttheorie: 14676.0039
  • Klips-LV-Nummer für Studierende des Instituts für Medienkultur und Theater: 14227.0608

 

Kontakt:

Julia Dick: jdick1@uni-koeln.de

Jane Eschment: jane.eschment@uni-koeln.de