Forschungskolleg AEiT.lab

logo_fokoIILeitung:
Hannah Neumann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Medienkultur & Theater
Julia Ziegenbein, ehem. Wissenschaftliche Mitarbeiterin, jetzt Lehrbeauftragte am Institut für Kunst & Kunsttheorie

Was ist das Forschungskolleg AEiT.lab?

Das Forschungskolleg ist eine im Rahmen des Projekts AEiT transdisziplinär ausgerichtete Plattform zur Förderung aktueller Formen forschenden Lernens im Netzwerk zwischen Lehrenden, Studierenden, AlltagsexpertInnen und potentiellen ProjektpartnerInnen aus Kunst-, Kultur- und Bildungseinrichtungen in Köln und Umgebung. Die intensive Begleitung bei der Konzeption, Produktion und Reflexion von geplanten bzw. laufenden künstlerischen und/oder wissenschaftlichen Studien-Projekten sowie Abschluss-Arbeiten dient der Entwicklung einer eigenen forschenden Haltung.

Was ist die Zielperspektive?

Die TeilnehmerInnen an dem fächerübergreifenden Kolleg erhalten die Möglichkeit, im Rahmen ihres Studienplans ihrem persönlichen Forschungsinteresse durch die Verknüpfung inneruniversitärer Disziplinen und außeruniversitärer Bereiche eine besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Durch die Einbindung von Lehrpersonen aus Kunst, Ästhetischer Erziehung, Intermedia und Medienkulturwissenschaft sowie ExpertInnen aus Kunst, Kultur und Bildung werden Netzwerke aufgebaut, die über die jeweiligen Forschungsprojekte hinausweisen können. Als potentielle MultiplikatorInnen dieses nachhaltig und dynamisch angelegten Entwicklungsprozesses, erweitern die KollegiatInnen bestenfalls auch nach ihrem Studium ihre Kontakte und intervenieren so in die Routinen ihrer künftigen kunst-, kultur- und bildungsbezogenen Berufsfelder.

Was bietet das Forschungskolleg?

  • Lehrveranstaltungen (2 SWS) mit einer Mindestlaufzeit von einem Semester, für die 3 CPs vergeben werden
  • Zeit für intensiven Austausch in Gruppen- und Einzelbesprechungen zur Projektentwicklung
  • Begleitung bei der Entwicklung, Aus- und Aufbereitung sowie Präsentation eigener künstlerischer und/oder wissenschaftlicher Forschungsprojekte (die zum BA oder MA-Abschluss führen können)
  • Raum für die eigene Forschungspraxis durch eine Offene Werkstatt
  • Exkursionen in die Kunst-, Kultur- und Bildungslandschaft
  • Vermittlung von Kontakten zu ExpertInnen des Alltags und potentiellen Projekt-PartnerInnen aus Kunst-, Kultur- und Bildungssektoren zwecks kollegialen, kooperativen und kollaborativen Austauschs

Wie wird im Kolleg forschend studiert?

Studienrelevanten und am Gesamtprojekt AEiT orientierten Interessensschwerpunkten wird praktisch und/oder theoretisch, analog und/oder digital, mit künstlerischen und/oder wissenschaftlichen Mitteln erfindend nachgegangen. Alle im Rahmen des Kollegs erbrachten Leistungen können auf das jeweilige reguläre Studium angerechnet werden.

Wer kann teilnehmen?

Das Forschungskolleg beginnt im Sommersemester 2016 und nimmt pro Semester maximal 25 BewerberInnen aus den Studiengängen Lehramt Kunst und Lehramt Ästhetische Erziehung, Intermedia (HumFak) und Medienkulturwissenschaft (PhilFak) auf. Die Laufzeit der Teilnahme beträgt mindestens ein Semester mit der Option auf Verlängerung.

Was sind die Teilnahmevoraussetzungen?

  • Die TeilnehmerInnen müssen in einem der o.g. Studiengänge eingeschrieben sein
  • Fortgeschrittenes BA- oder beginnendes MA-Studium
  • Spaß am transdisziplinären Austausch zwischen den Studiengängen
  • Interesse an neu zu erkundenden Verbindungen zwischen den aktuellen Künsten (insbesondere bildender und darstellender Kunst), Wissenschaften und Alltagskulturen
  • Freude an kollegialen, kooperativen und kollaborativen Studien-Projektentwicklungen
  • Motivation den bisherigen künstlerischen und/oder wissenschaftlichen Erfahrungshorizont praktisch forschend zu erweitern
  • Neugierde auf die Erarbeitung eines eigenen Forschungsverständnisses zwischen (Studien-) Alltag, Kunst und Wissenschaft

 

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Bewerbungsfrist zur Teilnahme im SoSe 2017: 22. Februar 2017 

 Wie kann ich mich bewerben?

  • 1. Schritt: Gesondertes schriftliches Bewerbungsverfahren:
    Bewerber*innen senden bitte das ausgefüllte Bewerbungsformular als pdf an:
    Hannah Neumann: hannah.neumann@uni-koeln.de
    Stichwort: Forschungskolleg AEiT
    Einsendeschluss: 22. Februar 2017
    Rückmeldung an die BewerberInnen: 1. März 2017
  • 2. Schritt: Bewerbung über Klips 1 oder Klips 2:
    Nach erfolgter Zusage zur Teilnahme bewerben Sie sich bitte außerdem im Rahmen der zweiten Belegungsphase für Veranstaltungen im Sommersemester 2017. Diese läuft vom 17. März bis zum 29. März 2017.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Bei Rückfragen zur Teilnahme melden Sie sich gerne bei Hannah Neumann (hannah.neumann@uni-koeln.de) oder Julia Ziegenbein (ziegenbein.julia@uni-koeln.de)

Projekte der Kollegiat*innen im SoSe 2017:

Nura Afnan-Samandari (BA Kunst, 6. Semester)
Licht, Schatten, Linie, Partizipation – Dinge die mich während des Kunststudiums so stark beschäftigt haben, dass ich mich am Ende dazu entschieden habe, daraus eine Bachelorarbeit zu machen.
Im Laufe des Studiums sind meine Zeichnungen immer abstrakter geworden, bis sie die Ungegenständlichkeit und schließlich den Raum berührten. Ich fing an, mein Skizzenbuch aufzuschneiden, Schatten zu beobachten. Und habe bemerkt, dass eine Zeichnung oder ein Schatten im Raum automatisch auch Betrachter*innen für voll nimmt. Die Zeichnung befindet sich in der Welt der Betrachter*innen, und diese befinden sich wiederum in der Zeichnung. Der Schatten, ein immateriell gewordenes, abstraktes Relikt, hat in diesem Zustand erst die Fähigkeit, die Betrachter*innen wortwörtlich zu berühren und sie als Bildträger zu behandeln. Eine solche Art der partizipativen Rezeption, welche der traditionellen Trennung von Künstler*in, Betrachter*in und Werk mehr als entgegensteht, weckte mein Interesse. Diese anfänglichen Überlegungen wuchsen langsam zu Produktionsanlässen. Es entstand der Wunsch, eine eigene künstlerisches Projekt im universitären Umfeld zu entwickeln, welche die Betrachter*innen involviert – mithilfe von räumlich gewordener Zeichnung und Projektion. Ein weiteres wichtiges Anliegen war, dass die Arbeit eine Offenheit und Produktionsästhetik besitzen sollte, welche zur ständigen Wiederholung und Bedeutungsfindung durch die Betrachter*innen selbst führen würde. Ihre Präsenz, Gefühle und Gedanken würden der absichtlich abstrakt gehaltenen Rauminstallation in einem zeitlosen Prozess ihre Bedeutung verleihen.
Ich fing also an, 2 x 0,7 m große abstrakte Zeichnung anzufertigen. Nach und nach entwickelte sich eine Art visuellen Vokabulars, ähnlich wie Julie Mehretu ihr Werk beschreibt. Formen und Farben begannen sich zu wiederholen und schließlich eine kohärente Werkreihe zu ergeben. Die erste Zeichnung wurde aus Versehen beschädigt, wodurch ein Loch entstand. Als die Zeichnung im Zuge des Werkprozesses mitten im Raum aufgehangen wurde, bemerkte ich, dass dieses Loch Zeichnung und Umfeld direkt miteinander verband. Beispielsweise konnte ein bestimmter Ausschnitt der Umgebung als eigenes Bild begriffen werden, welches sich je nach Betrachter*innenposition verändert. Ich machte also mehr Löcher, bis sich eine bestimmte Transparenz ergab. Als nächstes wurde mit dem Overheadprojektor experimentiert um diese vor weißem Hintergrund zu filmen und später auf die Bestandteile der Installation zu projizieren. Einzelne, in den Zeichnungen vorkommende Formen wurden ausgewählt und aus Holz angefertigt. Somit wurde die Zeichnung tatsächlich dreidimensional. Die Formen wurden wiederum in den Raum gehängt, in Bewegung gesetzt und gefilmt. Der Film wurde schließlich in einer zusammenhängenden Rauminstallation, welche alle Elemente vereinte, projiziert. Zur Installation gehörten zudem Sandkästen. Betrachter*innen, welche die Installation begehen, hinterlassen Spuren und tragen zur Produktion des Werks bei. Die Spuren ähneln zudem den ovalen Formen aus der Zeichnung und der Rahmen der Kästen spiegelt das Format des Papiers wieder.
Ich habe die  Hoffnung, den oder die Betrachter*in in ein künstlerisches Werk zu inkludieren und seine Rolle neu zu definieren, oder zumindest einen ersten Schritt zu wagen in Richtung neuer, partizipativer Rezeptionsmodelle. Die Grenzen zwischen Werk, Betrachter*in und Künstler*in verschwimmen in einer solchen Arbeit. Den viel zu lange passiv und von Institutionen beinahe handlungsunfähig gehaltenen Betrachter*innen sollen hiermit Mittel zur Emanzipation an die Hand gegeben werden.

  
Abbildung: © 2017 Nura Afnan-Samandari

Lisa Anetsmann

Marie Bühler & Ronja Eickmeyer

Daniel Garcia-Gonzalez

Maike Giese

Marie Hanrath

Sharmila Jena

Dilan Mak

Bruno Penzar

Thelmy Daniela Ramirez Suarez

Projekte der Kollegiat*innen im WiSe 2016/17:

Lea Dinger (BA Intermedia 3. Semester)
Im Internet finden wir heutzutage die Antwort auf so gut wie alle unsere Fragen. Stehst du vor einem Problem, bietet dir das Internet mit seinen Foren und sozialen Netzwerken die Möglichkeit, dich mit Menschen, die gleiche Erfahrungen gemacht haben zu vernetzen und auszutauschen, an entsprechende Fachliteratur zu kommen oder dich einfach mittels Unterhaltung von deinem Problem abzulenken. Das Internet ist mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Lebens geworden und unser Leben ein Bestanteil des Netzes. Unsere virtuelle Realität gehört genauso zu unserer Person und unserem Alltag wie jeder andere Bereich unseres Lebens. Dafür, dass das Internet uns viel gibt, geben wir ihm viel von uns zurück. Während wir also die Frage in die Suchzeile unseres Internetbrowsers eingeben, fühlen wir uns in unserem Handeln beobachtet. Alle wissen, dass bei jeder Aktion im Netz Daten gesammelt werden, Rechte an allen Medien in sozialen Netzwerken abgegeben werden und so gut wie jede Kommunikation über elektronische Medien kontrolliert und eingesehen werden kann. Dank Whistleblowern wie Edward Snowden oder Julien Assange ist das Ausmaß dessen kein Geheimnis mehr. So gut wie niemand jedoch unternimmt etwas dagegen. Stattdessen vergraben wir dieses Wissen im Unbewussten und holen es sporadisch hervor, wenn wir unsere Webcam mit einem Pflaster bekleben. Von den technischen Parametern haben wir keine Ahnung und auf die Funktionen des Internets können wir nicht verzichten.
Meine Videoinstallation setzt sich auf abstrakte Weise mit der Ambivalenz der Gefühle in uns auseinander, die durch die oben beschriebene Situation in uns ausgelöst wird bzw. ausgelöst werden kann. Zwei einander gegenüberliegende Videoprojektionen werden im Raum durch eine Klanginstallation miteinander verbunden.

Abbildung: © 2017 Lea Dinger

Carmela Fernández de Castro y Sánchez (BA Lehramt Kunst, 6. Semester)
Im Kunststudium beschäftige ich mich bei meinen künstlerischen Arbeiten mit Dingen, die mich bisher entscheidend beeinflussen bzw. beeinflusst haben und dadurch natürlich auch mit meinen Erinnerungen. Da ich bis zu meinem neunten Lebensjahr in Mexiko gelebt habe, ist dieser Lebensabschnitt angefüllt mit besonderen, teils abgeschlossenen Erinnerungen, die ich mit meinen Arbeiten versuche, am Leben zu erhalten, da diese vergänglich sind. Im Forschungskolleg habe ich, vorbereitend für die praktische Umsetzung meiner Bachelorarbeit, an der Idee und Recherche für eine Installation gearbeitet. Mit der Ausstellung  von „Día de los muertos – Persönliche Erinnerungen vs. aktuelle (digitale) kulturelle Teilhabe“ möchte ich (voraussichtlich im Sommer 2017) einen Erinnerungsraum schaffen, in dem ich versuche, in erster Linie meine Erinnerungen an einen der wichtigsten mexikanischen Feiertage, den Dia de los muertos, darzustellen. Hierzu stelle ich zum Einen einen Totenaltar mit Opfergaben auf – wie etwa unter anderem organische Objekte (wie Blumen und Nahrung), um Gerüche zu präsentieren. Im Kontrast zu dieser physisch-realen Darstellung meiner sehr persönlichen Erinnerung stelle ich einen weiteren Teil meiner Forschungsarbeit aus, der meinen (und für Millionen andere Menschen) aktuellen, medial vermittelten Zugang zu diesem besonderen Tag zeigen kann. Denn in den letzten zwei bis drei Jahren ist der mexikanische Totentag sehr populär geworden. Ob in Hollywood-Filmen, in Musikclips, in Modetrends oder in tausenden Merchandise-Artikeln mit dem Motiv von Zuckertotenköpfen findet man immer mehr Elemente, die sich auf den Dia de los muertos zurückführen lassen. Anhand von einer Flut von Bildern aus dem Internet (überwiegend Screenshots aus Instagram) befrage ich daher zum Anderen die Möglichkeiten und Grenzen von kultureller Teilhabe an geografisch weit entfernt stattfindenden Ereignissen, die uns allerdings hauptsächlich in der virtuellen Welt, also digital repräsentiert „passieren“.


Abbildung: © 2017 Carmela Fernández de Castro y Sánchez

Laura Hommes (BA Lehramt Ästhetische Erziehung, 4. Semester)
Wieso küssen wir uns? Und wie küssen andere? Der Kuss gilt in vielen Kulturen als Ausdruck von Liebe und Freundschaft, wobei die Bedeutung des Kusses andernorts auch eine  ganz andere sein kann. In westlich geprägten Kulturkreisen ist der Kuss meist Ausdruck von Liebe und Zuneigung. In der Kultur der Māori gehört er etwa zum Begrüßungsritual. Nicht nur die Bedeutung des Kusses, auch die Art und Weise des Küssens unterscheiden sich jedoch weltweit. Die Philematologie (von gr. φίλημα, ph.lēma „Kuss“) bezeichnet die wissenschaftliche Erforschung des Kusses bzw. des Küssens, wobei sowohl physiologische als auch soziale und kulturelle Aspekte des Küssens untersucht werden. Dies  war Grundlage für die wissenschaftliche Forschung, die ich im Kolleg zunächst unternahm. Motiviert hat mich dabei das Interesse an der Beantwortung der Frage, ob und wie man Liebe und Zuneigung auch ohne den Kuss im traditionell-westlichen Sinn ausdrücken kann. Meine gefundenen Antworten flossen in eine kunstpraktische Erarbeitung des Themas ein: Ein Kinderbuch für Klein und Groß, das ohne stereotype Geschlechterrollen oder mehrheitsgesellschaftlich dominierte bzw. vermeintlich „leitkulturell“ legitimierte Ein- oder Ausschlüsse auskommt, das alle mit einschließt, niemanden ausgrenzt, das von zwei Fröschen und unendlich vielen Möglichkeiten des Küssens handelt. Arbeitstitel: „Zwei Frösche küssen anders“. Klappentext: „…und manche küssen gar nicht. Irgendwie küssen sie sich nicht aber dann doch. Also küssen sie auch. Nur eben anders.“ Titel, Text und Setzung stehen soweit, aber es wird noch daran rumgetüftelt. Die Illustration muss noch fertiggestellt werden und dann geht das Buch auf den Weg und sucht sich einen Verlag, damit es alsbald in vielen Händen, Ohren und Herzen von Klein und Groß landen kann.

Lisa James (MA Lehramt Kunst, 2. Semester)
Clemens Fieguth, ein Freund von mir, rief mich im Frühjahr 2016 an und erzählte mir von seiner bevorstehenden Abschlussarbeit: Im Rahmen seines Studiums  an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln mit dem Fach Schlagzeug & Komposition ist es ihm möglich, ein interdisziplinäres Abschlusskonzert aufzuführen, das zugleich seine Bachelor Abschlussprüfung darstellt. Er beschloss, ein Konzert mit Musiker*innen, Tänzer*innen, Schauspieler*innen und Bildenden Künstler*innen zu konzipieren, das sich mit dem Komplex „Heimat“ beschäftigt – genauer: Mit seinem Zuhause, dem Haus indem er aufgewachsen ist, das seine Mutter als Architektin entworfen hat, das nun seit Jahren leer steht und verkauft werden soll. Ich sagte zu und arbeitete im Rahmen des Forschungskollegs AEiT an meinem künstlerischen Beitrag zum Interdisziplinären Abschlusskonzert in der Bildenden Kunst. Nach einer fotografischen und zeichnerischen Spurensuche vor Ort in Clemens‘ altem Haus, beschäftigte ich mich mit dem gesammelten Material und es entstand eine dreiteilige Videoprojektion aus digitalen Zeichnungen. Clemens komponierte, basierend auf den Zeichnungen, sein eigenes Stück Vier Wände, das zusammen mit drei anderen Werken von J.S. Bach, A.C. Jobim und E. Kopetzki aufgeführt werden soll. Das Konzert wurde am 17.02.2017 erfolgreich in der Musikhochschule für Musik und Tanz realisiert und besteht aus vier Akten mit dem Zusammenspiel von jeweils einem musikalischen Stück sowie Tanz, Schauspiel und bildender Kunst. Nach jedem Akt wurde eine Wand aus weißen Kartons aufgebaut, auf den Wänden wird meine 3-teilige Videoarbeit projiziert. Am Ende des vierten Akts fielen die Wände auseinander und das Konzert endete. Es wirkten insgesamt 12 Künstler*innen mit, darunter sieben Musiker*innen (Clemens Fieguth: Schlagzeug und Komposition, Larissa Bode: Bass, Sebastian Gokus: Schlagzeug, Charlotte Hahn: Schlagzeug, Danilo Koch: Schlagzeug, Jakob Traxl: Drums, Andreas Triefenbach: Schlagzeug), ein Schauspieler (Björn Bergener), drei Tänzerinnen (Paulina Jürges, Hannah Krebs, Miriam Rieck) und ich selbst als bildende Künstlerin. Die Produktion leitete dabei Emi Noda.
Eine Dokumentation mit Fotografien und einem kurzen Film folgt!

Jan Pfannenstiel

Saliha Shagasi  (MA Lehramt Ästhetische Erziehung, 2.Semester)
Durch die Teilnahme über den Zeitraum von zwei Semestern am AEiT.lab hatte ich die Chance, Unterstützung für mein Forschungsvorhaben zu bekommen, das ich im Rahmen meines Praxissemesters in der Schule verfolgt habe. Zunächst beschäftigte ich mich verstärkt damit, herauszufinden, was mich wirklich interessiert. Nachdem ich zu Beginn mit einer riesigen, kaum untersuchbaren Fragestellung in die Schule gestartet war, erkannte ich, dass es Sinn macht, „Forschung“ kleiner zu denken. Der Begriff beinhaltete für mich bis dato immer eine große, aufwendige Arbeit, die eine hohe Relevanz und eine große Reichweite haben müsse. Ich lernte (zum Glück!), dass es besser ist, nicht zu groß zu denken, da alles andere zum Einen frustrierend, zum Anderen unter Umständen nicht machbar sein könnte. So änderte sich meine eingangs formulierte Fragestellung von „Nimmt die Selbstwirksamkeit von Kindern mit emotional/sozialem Förderbedarf durch die gemeinsame Entwicklung eines Theaterprojekts zu?“ durch die Auseinandersetzung mit qualitativen Forschungsmethoden in der Bildungswissenschaft hin zu einer offener gestellten, aber konkreteren Frage, die sich auf einen einzigen Schüler und eine beobachtbare theaterpädagogische Übung bezog: Was und wenn überhaupt verändert sich in J.´s Selbstwirksamkeitserwartungen durch
–a.) die Wiederholung von Übungen und
–b.) gerade die ausgewählten Übungen (eine „Slow-Motion“-Übung und eine „Just stay and see“-Übung, bei der man eine Minute steht und einen Punkt fixiert und versucht nicht zu lachen).“
Wer näheres Interesse an den Ergebnissen der Arbeit hat, der kann sich gerne bei mir melden: saliha.shagasi@uni-koeln.de.

Tabelle zu beobachteten Verhaltensweisen während der o.g. Theaterübungen

 Jennifer Weidner

Elsa Weiland (BA Medienkulturwissenschaft und Germanistik, 3. Semester)
Ich glaube ich kann gar nicht anders, als politische Kunst zu machen. Wir leben in einer Zeit, in der sich gesamtgesellschaftliche Verhältnisse immer mehr zuspitzen. Wir werden täglich mit Gewalt und Krieg konfrontiert, unser Demokratieverständnis gerät ins Wanken. Man sollte etwas tun. Deshalb habe ich im Rahmen des Forschungskollegs mein erstes Regiekonzept entwickelt, dass sich mit politischer Haltungsfindung auseinandersetzt. Als Grundlage des Stücks dient Stefan Zweigs Novelle „Der Zwang“ (1918), dessen Kernkonflikt beibehalten, jedoch mit Fremdtexten und zusätzlichen Ideen modifiziert wurde. Ferdinand, die Hauptfigur der Novelle, wird als Soldat in den Krieg einberufen. Obwohl er bereits vor einiger Zeit beschlossen hat, das Konzept Krieg abzulehnen und seinen Kriegsdienst zu verweigern, entdeckt er etwas in sich, dass ihn zu zwingen scheint, dem Ruf nachzukommen. Ferdinand steht vor einem Dilemma, dass ihn dazu zwingt, sich von vorgefertigten Meinungen und Wegen zu lösen, um seine eigene Haltung zu finden: Er muss sich entscheiden. Am Ende wird kein glorreicher Held gezeigt, der als moralischer Lehrmeister auffordert, sich zu positionieren, indem man den Kriegsdienst verweigert, sondern vielmehr ein junger Mensch, der versucht herauszufinden, was für ihn „das Richtige zu tun“ bedeutet. In einer Ein-Mann-Tanztheater-Performance sollen die Grenzen des Verstehens und der politischen Haltungsfindung ausgelotet werden. Sobald ein geeigneter Aufführungsort gefunden ist, werden die Probenarbeiten beginnen.

Projekte der Kollegiat*innen im SoSe 2016:

Raphael di Canio (MA Lehramt Kunst, 2. Semester)
Im Rahmen des Forschungskollegs beschäftigte ich mich mit der zukünftigen Ausrichtung der Veranstaltung Performance Garten – einem kuratorischen Projekt, das ich seit drei Jahren leite und ständig weiterentwickle. Seit anderthalb Jahren unterstützt mich zudem Regina Klinkhammer bei der Organisation. Das Format ist als Abendveranstaltung für Interessierte rund um Performance Art angelegt und geöffnet für alle, die etwas zeigen wollen, und alle Neugierigen, die zuschauen möchten.  Die Grundidee dabei ist, sowohl dem Nachwuchs als auch erfahrenen Performance Künstler*innen eine Bühne zu bieten und aktiven Austausch untereinander und mit dem Publikum anzuregen.  Ursprünglich wollte ich nur eine Bühne für das Präsentieren eigener performativer Arbeiten an der Universität zu Köln schaffen. Später wurde aus dieser Idee ein grundlegendes Interesse am Kuratieren performativer Arbeiten. Dabei standen verschiedene Fragestellungen im Mittelpunkt: Welche Räume und Orte stellen potentielle Bühnen für den Performance Garten dar? Gibt es eine thematische Ausrichtung des Aufrufs? Welche Inhalte (bildende Kunst, Tanz, Theater) sollen ausgewählt werden? Nach welchen Kriterien wird eine Auswahl getroffen? Wie gelangt man an Fördermittel? Wie kann eine von Institutionen unabhängige Kuration aussehen? Gibt es eine politische Ausrichtung der Veranstaltung? Innerhalb des Kollegs interessierten mich neben der praxisorientierten kuratorischen Ausrichtung des Performance Gartens, auch eine eigenaktive theoretische Weiterbildung zum Thema Performance Art und die Ausweitung eigener performativer Ansätze innerhalb des Performanceduos einfachzwei. Durch neue Impulse im Kolleg fiel die Entscheidung, den Performance Garten themengebunden (z.B. sound vs. silence) stattfinden zu lassen, wir stießen auf die Örtlichkeit Moltkerei Werkstatt, wo der nächste Performance Garten im Anschluss stattfand, und erhielten weiterführende Literaturtipps zum Thema. Seit 2017 hat sich das Kurationsteam erneut vergrößert. Die Ausdehnung des Formats hin zu einem mehrere Tage andauernden Festival ist geplant. Weitere Informationen unter: www.facebook.com/performancegarten/

Clara Dorn (MA Lehramt Kunst, 2. Semester)
Im Forschungskolleg stellte ich erste Überlegungen zu meiner theoretischen Masterarbeit im Bereich der Kunstpädagogik an, die den bisherigen Arbeitstitel „Decolonizing Art Education“ trägt. Diese kreisen um die Frage, wie Kunstunterricht so gestaltet werden kann, dass er einer Schülerschaft in der heutigen kulturell heterogenen Gesellschaft gerecht wird. Denn im schulischen Kontext wird bei den vermittelten Inhalten meist von einem eurozentrischen Kunst- und Kulturbegriff ausgegangen. Diese Problematik wird insbesondere dann deutlich, wenn Kunstunterricht mit der Kunstwelt verglichen wird, in der die explizite Einbeziehung nichteuropäischer Perspektiven mittlerweile zur Normalität gehört. Ausgehend von Theorien der Postcolonial und Cultural Studies, der interkulturellen Pädagogik und dem Vorbild der Kunstwelt, will ich in meiner weiteren Vorgehensweise bereits vorliegende Entwürfe auf eine Kunstpädagogik übertragen, die die eurozentrische Perspektive verlässt, hegemoniale Wissensproduktion kritisch hinterfragt und die es schafft, den starren Kanon des heutigen Kunstunterrichts zu durchbrechen.

Susanne Giershausen (BA Lehramt Kunst, 5. Semester)img_2807-2
Was ist es, das uns im öffentlichen Raum leitet? Aus-gehend von dieser Frage versuche ich im Rahmen des Forschungskollegs den öffent-lichen Raum zu erfahren, und zwar auf eine andere Weise, wie ich es sonst gewohnt bin. Sie soll sich von der Art, alltäglich durch den öffentlichen Raum geleitet zu werden, unter-scheiden. Inspiriert durch Begegnungen mit dem Zirkus, führt dieses Erfahren in die Richtung des Performierens artistischer Aktivitäten. Nicht nur Reaktionen der Außenwelt auf das artistische Verhalten zeigen, dass etwas im Raum verändert wird, sondern auch meine eigenen Reaktionen. Die Athmo-sphäre verwandelt sich. Menschen öffnen oder verschließen sich. Menschen interessieren sich, ärgern sich, erfreuen sich. Egal wie, was und wer: es passiert etwas. Bei mir passiert in solchen Momenten viel: Die Aufregung, mich im öffentlichen Raum anders zu verhalten. Die Angst vor Reaktionen. Die Freude über die Reaktionen. Die Freude am Machen selbst. Als nächsten Schritt möchte ich eine Gruppe finden, und mich gemeinsam mit ihr im Raum noch mehr so zu verhalten, dass etwas passiert. Mit uns. Mit allen. Mit mir.
Abbildung: © Susanne Giershausen

Vivien Grabowski (MA Lehramt Kunst, 1. Semester)
In Kooperation mit Studierenden arbeite ich an einer mehrteiligen Rauminstallation, die von jenem Gefühl der Überwältigung handelt, das in der ästhetischen Theorie »erhaben« genannt wird. Die Arbeit THE SUBLIME IS REALLY NOW wird im Rahmen Sublima16 (28./29. Oktober 2016) gezeigt. Dabei birgt der Titel bereits die beiden Blickwinkel, unter denen das Sublime hier erscheint: Pocht die sloganartige Formulierung einerseits auf der Gegenwart des Erhabenen, so nimmt sie doch gleichzeitig Bezug auf Barnett Newmans prominenten Essay von 1948 »The Sublime is Now«. Die Rehabilitierung dieses zeitweise eingestaubten Begriffs hat ihrerseits eine lange Tradition. In Form von Video- und Sound-Arbeiten inszeniert THE SUBLIME IS REALLY NOW zum einen historische Formulierungen des Erhabenen, die heute zum Kanon der philosophischen Ästhetik zählen. Zum anderen begegnen aktuelle Formen und Artikulationen dessen, was Kant, Schiller oder Adorno als das Erhabene zu fassen gesucht haben. So changiert das Projekt zwischen ästhetischer Theorie und künstlerischer Praxis.


Abbildung: © Vivien Grabowski

Vivienne Hampf (BA Lehramt Kunst, 5. Semester)
In der digitalen Gesellschaft läuft ein Großteil der Kommunikation über Messenger-Dienste, E-Mail, etc., wodurch es alltäglich geworden ist, auch persönliche Gefühle per Smartphone zu kommunizieren. Im Rahmen des Forschungskollegs und unter dem Semesterthema LIEBE2016 befasste ich mich mit diesem Phänomen. Daraus entstand meine Installation GÜTIGE SEELE, ICH MACHE SCHLUSS MIT DER LIEBE. IN EWIGER, welche bei der Ausstellung Sublima16 zu sehen sein wird. Die Arbeit nutzt den Deckmantel der Kunst, um sich persönlich dem Thema Liebe zu stellen, indem Liebesbriefe nicht handschriftlich, sondern digital übers Smartphone an einen Drucker gesendet werden und von dort in einen verschlossenen Plexiglaswürfel gelangen. Die Anonymität und die Einbettung in eine Installation soll Betrachter*innen dazu animieren, Briefe an vergangene oder heimlich Angebetete zu richten. Mit dem Wissen, dass die Briefe die eigentlichen Empfänger*innen niemals erreichen, können Texte entstehen, die man in der Realität nie wagen würde abzuschicken bzw. es ist zu spät diese überhaupt zu verschicken. Auch eine Ode an die Liebe selbst ist möglich. Die Briefe werden anschließend als Standardpaket an das Postfach 1008 geschickt. Fakt: Das Wiener Postamt 1008 mit Postfach 555 führt direkt in den Papierschredder. Die Sendungsverfolgungsnummer kann an die Besucher*innen verschickt werden. Die Installation im Rahmen der Sublima16 bietet die Chance, das zu sagen, was schon immer hätte gesagt werden müssen. Die Liebe als Motiv ist für uns alle allgewärtig und immer aktuell, gleichgültig wie oft sie thematisiert wird.

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Abbildung: © 2016 Vivienne Kampf

Daniela Hohenberger (BA Lehramt Kunst, 1. Semester)
& Anna Schwoebel (BA Intermedia, 3. Semester)
Bei einem Videowalk erhalten Besucher*innen einer Ausstellung einen Tablet-PC oder ein Smartphone, auf dem ein zuvor produzierter Film läuft, der auf ungewöhnliche Weise durch die jeweilige Location führt. Hierbei überlagern sich nicht selten die Ebenen gegenwärtiger, physischer Realität, Erinnerung und virtueller Realität bzw. Fiktion – wie etwa im Falle des bei der documenta13 gezeigten Videowalks Alter Bahnhof von Janet Cardiff und George Bures Miller.
Inspiriert von dieser Arbeit haben wir einen siebentägigen Workshop unter dem Titel A Poem is a City konzipiert, in dem die Teilnehmer*innen die Möglichkeit geboten werden soll, eigene poetische Videowalks durch die Kölner Innenstadt zu entwickeln und umzusetzen. Um das Workshop-Konzept im kleineren Rahmen in der Praxis zu testen, führen wir aktuell einen Videowalk-Workshop mit acht Schüler*innen einer 6. Klasse der Kopernikusschule in Köln-Porz durch. Über einen Zeitraum von 15 Wochen hinweg wird ein Videowalk auf dem Gelände der Schule erarbeitet, der als Intervention fungieren soll, die neue Blickwinkel auf das Gelände und die Institution Schule eröffnet. Da die Schüler*innenschaft der Schule und insbesondere der Projektgruppe sehr diverse kulturelle Hintergründe hat, geht es darum, sich im Videowalk mit Fragen nach Heimat und Identität zu beschäftigen. Die genaue Ausrichtung des Themas bzw. mögliche Unterthemen und die kreative Umsetzung des Walks soll von den Schüler*innen maßgeblich mitgestaltet werden, indem sie selbst künstlerisch tätig werden und ihre Talente und Interessen einbringen. Um das Projekt pädagogisch zu fundieren, haben wir uns bei der Unterrichtsplanung an der kunstdidaktischen Konzeption der Ästhetischen Forschung von Helga Kämpf-Jansen (2001) orientiert.

apoemisacity1Abbildung: ©  2016 Daniela Hohenberger & Anna Schwoebel

Eva Hegge (BA Lehramt Kunst, 3. Semester)
Im Kolleg habe ich eine erste Idee für einen neuen Film vorgestellt. Es sollte um eine Familie gehen, die sich nach außen einigermaßen zusammenreißt, um in der Welt draußen mitzuspielen, hinter verschlossenen Türen aber auf einem verschrobenen, unpassenden Leben beharrt. So ungefähr. Die Idee hat sich seitdem verändert, es geht immer noch um außen und innen, um den Versuch mitzuhalten, um Anspruch und Wirklichkeit, aber in einem weniger konkreten Setting. Weil ich die Arbeit in diesem unfertigen Zustand nicht zerreden oder zu früh festtreten will, hier nur ein kurzer Teaser:  Es kommt Flötenmusik darin vor, ein Text über das Schreiben, Aquarelle und vielleicht eine Katze…

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Abbildung: © 2016 Eva Hegge

Julia Christina Hess (BA Medienkulturwissenschaft, 3. Semester)
Die Aufführung ist geschafft! Um mich herum sind stolze Eltern und Kinder, die gemeinsam bei Kaffee und Hochzeitstorte den Abschluss unseres Ferienprojektes an der GGS Porz feiern. Zwei aufregende Wochen sind vorbei, ein Wechselbad der Gefühle auf Seiten der Betreuer*innen, der Kinder und mir, die gerade ihre ersten praktischen Erfahrungen als Spielleiter*in sammelt. Geplant war die Adaption des Liedes Die Vogelhochzeit in einer Mischung aus Schauspiel, Tanz und Gesang. Dieses erste, eigenverantwortliche, Praxis-Projekt wurde für mich zu einem Labor, in dem ich meine praktischen Kenntnisse in den Bereichen Schauspiel und Tanz, sowie den theoretischen Input aus meinem Studium zusammenführen und abgleichen wollte. Zur Vorbereitung habe ich viel gelesen, zu Theaterpädagogik, Ausdruckstanz, Interkulturalität und zur Umsetzung von Theaterprojekten mit Kindern im Grundschulalter, doch erst in der Interaktion mit den Teilnehmer*innen wurde mir bewusst, dass die Situation in der Praxis oft nicht der entspricht, die in der Theorie beschrieben wird. So wurde letztlich eine ganz eigene Interpretation der Kinder der Vogelhochzeit präsentiert –  ohne Schauspiel und Gesang, dafür geprägt von Ausdruckstanz und Improvisation. Schon an dieser Stelle wird mein Fazit aus diesem ersten, eigenen Projekt deutlich: Man kann noch so viel planen – erst mit der jeweiligen Gruppe und im entsprechenden Rahmen wird deutlich, was jede/r Einzelne mitbringt, erwartet und umsetzen möchte. Kinder lassen sich von ihren Gefühlen leiten, sie brauchen gerade in den Ferien den Freiraum und das Gefühl, selbstbestimmt zu handeln und sich nicht, wie normalerweise im Rahmen der Schule, nach den Vorgaben der Erwachsenen richten zu müssen.

jhess_fokoAbbildung: © 2016 Julia Christina Hess

Chrisitina Kaczor (BA Lehramt Kunst, 7. Semester)
Mein Projekt knüpft an meine Bachelorarbeit an, in der ich mich mit der kunstdidaktischen Konzeption Ästhetische Forschung von Helga Kämpf-Jansen (2001) auseinandersetzte und diese auf Chancen und Grenzen für den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt emotionale/ soziale Entwicklung hin befragte. Das Konzept der Ästhetischen Forschung verlangt jeder/m Forschenden neben der Herstellung von individuell sinnvollen Verbindungen zwischen Alltag, Kunst und Wissenschaft einen besonders hohen Grad an (Selbst-)Reflexion ab. Weiterhin werden viele Grenzerfahrungen gemacht, die unter anderem Frustrationen hervorrufen können, bevor es schließlich zu einem bildenden Aha-Erlebnis kommt – oder eben nicht. Im Rahmen des Forschungskollegs habe ich mir vorgenommen, den Ansatz der Ästhetischen Forschung selbst in der Praxis zu erproben, bevor ich mich zusammen mit einer Schulklasse ins kalte Wasser werfe. Anlass für meine Forschung waren zunächst folgende Fragen: Was hat der Förderschwerpunkt emotionale/ soziale Entwicklung mit mir zu tun? Was habe ich eventuell mit zukünftigen Schülerinnen und Schülern gemeinsam? Inwiefern sind wir verschieden? Was motiviert mich, mit ihnen zu arbeiten und welche Vorannahmen über sie habe ich eigentlich? Ausgehend von diesen grundlegenden Überlegungen entwickelte ich Fragebögen anhand derer ich erst einmal in Erfahrung bringen wollte, wie andere (meine Freunde und Bekannten) mich sehen, welche vermeintlichen Eigenheiten angeblich „typisch“ für mich sind, wer ich in ihren Augen bin und auch, was das genaue Gegenteil von mir sein soll. Dies geschah anonym, sodass die Beantwortung der Fragen möglichst unverblümt ablaufen konnte. Die Auswertung war aufregend und erkenntnisreich. Sie hat mich darin motiviert zukünftig, mittels Performances und Fotografie (zunächst in Orientierung an Cindy Shermans A Play Of Selves) eigene und fremde Bilder meiner Identität aufzuspüren, künstlerisch zu arrangieren und zu untersuchen. Weitere Selbstversuche werden mich auf dem Weg zu einer professionellen Haltung als Kunstpädagog*in im Bereich der Sonderpädagogik begleiten.

Abbildung: © 2016 Christina Kaczor

Tobias Linden (MA Medienkulturwissenschaft, 1. Semester )
Mein Projekt für das AEiT-Forschungskolleg, welches gleichzeitig mein kommendes Dissertationsprojekt in ca. einem Jahr darstellt, trägt den Arbeitstitel Zauberplakate um 1900. Ein Medium zwischen Okkultismus und Moderne. Es widmet sich der Erforschung von Werbematerialen aus dem 19. Jahrhundert, die von Bühnenmagier*innen beispielsweise für ihre Auftritte in Varieté Shows oder auch als Solokünstler*innen in eigenen Theatern verwendet wurde sowie in der öffentlichen Wahrnehmung mit diversen anderen Werbemedien und Freizeitvergnügungen in Konkurrenz standen. Eine Konkurrenz bildeten die spiritistischen und okkultistischen Bewegungen, die keine reine Show propagierten, sondern vorgaben ‚echte‘ Magie zu wirken und Geister in ihren Séancen beschwören zu können. Diese medialen Bedingungen wirken sich wiederum auf die von mir zu untersuchenden Sujets auf diesen Plakaten der „Säkularen Magie“, der Magie als Bühnenshow, aus. Neben der Aufnahme zeitgenössischer Diskurse – die Stellung der Frau im Verhältnis zum Mann, dem Exotismus und Orientalismus, oder aber auch der Darstellung von Technik – soll sich die Betrachtung dieser Plakate vornehmlich auf die kontraintuitive Verwendung von Teufeln und Dämonen konzentrieren, die in gehäufter Form als Bildinhalte dieser Werbung zu finden sind. Die dahinter stehende Frage ist so simpel, wie gleichsam schwer zu beantworten: Wieso verwenden säkulare Magier*innen, die dezidiert Tricks anwenden und nicht in der Tradition‚ „echter“ Magie stehen, zur Bewerbung ihrer Shows religiöse sowie okkultistische Symbole und Figuren? Die Antwort könnte einfach lauten: zur Anziehung von Publikum und um den spiritistischen Séancen nicht nachstehen zu müssen – jedoch greift diese Antwort geistesgeschichtlich und im historischen Kontext gesehen zu kurz und bedarf einer tieferen kunst- sowie medienhistorischen, aber auch kulturellen Analyse dieses Phänomens im 19. Jahrhundert. Einige interessante Zauberplakate finden sich in der Alma Conjuring Collection: Online Archiv der State Library Victoria.

Laura Müller (MA Lehramt Kunst, 3. Semester)
Ich habe am Forschungskolleg teilgenommen, um in diesem meine teils theoretische, teils praktische Masterarbeit im Studiengang Kunst Lehramt (Gymnasien, Gesamtschulen)  über die Selbstdarstellung von sog. „digital native“-Künstler*innen zu konzipieren. Denn in aktuellen Ausstellungen ist mir aufgefallen, dass diese häufig Instagram und Selfies als künstlerisches und feministisches Ausdrucksmittel nutzen. Inwiefern sich diese Generation feministischer Künstler*innen von ihren Vorgänger*innen unterscheidet und in welchem Verhältnis die aktuellen künstlerischen Diskurse mit den theoretischen stehen, untersuche ich derzeit im theoretischen Teil meiner Masterarbeit. Dazu möchte ich mich allerdings auch auf künstlerischer Weise mit diesem Thema auseinandersetzen und arbeite am kunstpraktischen Teil meiner Arbeit, der auch im Oktober in der Ausstellung Sublima16 zu sehen sein wird. Die Arbeit greift dabei die typische Instagram-Ästhetik auf, besteht in ihrer Materialität jedoch aus teilweise bestickten Textilien und rekurriert so auf die häufig den Frauen zugewiesene textile künstlerische (Hand-)Arbeit. Auf dem Foto ist der untere, gestickte Teil der Arbeit zu sehen, der in Hashtags einen Textauszug des britischen Kunsthistorikers John Berger wieder gibt.

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Abbildung: © 2016 Laura Müller

Rachel Müller (BA Medienkulturwissenschaft, 7. Semester )

Sina Marie Nolte (BA Intermedia, 5. Semester)
Im Wintersemester 2015/2016 wurde ich durch eine Vorlesung zum Thema „Filmmusik“ auf das Thema „Gewalt im Film“ aufmerksam, mit dem heutzutage jede/r von uns sofort konfrontiert ist, sofern wir entsprechenden Zugang zu Gewaltdarstellungen haben. Ob durch Film, Fernsehen, Internet oder in Form von Fotos vermittelt – wir neigen dazu, die allgegenwärtige Präsenz des Bösen zu akzeptieren, ohne nach dem „Warum“ zu fragen. Manch eine/r ist sogar regelrecht fasziniert von blutigen Splatterfilmen, gewalthaltigen Computerspielen und Co. Obwohl oder gerade weil ich persönlich die Begeisterung für gewalthaltige Medien nie wirklich teilen konnte, stellt das Phänomen der Ästhetisierung von Gewalt in den Medien die Grundlage meines Projektes dar. Ich nähere mich diesem Themengebiet über die Kriegsfotografien von Christoph Bangert, die in dem Buch War Porn abgedruckt wurden. Voyeuristisch, entmenschlichend, pornografisch – diese Schlagworte kommen einem in den Kopf, wenn man das Buch das erste Mal in der Hand hält. Doch dahinter steckt sehr viel mehr. Es ist der journalistische Auftrag, der Bangert antreibt. Krieg ist alltäglich, genauso wie viele andere Themen, über die tagtäglich berichtet wird. Deshalb muss auch der Krieg dokumentiert werden. Doch viele Bilder müssen zensiert und so einem breiten Publikum vorenthalten werden. Und genau hier entsteht meiner Meinung nach der spannende Disput: Wir verdrängen die reale Gewalt, sind aber fasziniert von der Gewalt in medialer Form. Den Fokus meiner Arbeit richte ich demnach auf die Rezipient*innen. Dabei stehen Fragen nach dem gesellschaftlichen Nutzen von Kriegsfotografie, der Diskrepanz zwischen realer und medialer Gewalt sowie der Darstellbarkeit von Krieg mittels Fotografie im Mittelpunkt. Gegebenenfalls kommt neben der theoretischen Erarbeitung des Themas auch eine praktische Auseinandersetzung in Frage. Dieser Aspekt ist momentan jedoch noch offen und wird sich erst im Zuge der theoretischen Ausarbeitung konkretisieren.

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© Kehrer Verlag Heidelberg

Johanna Xenia Rafalski (MA Medienkulturwissenschaften/ Medienpsychologie, 1. Semester)
Was haben König Heinrich IV. von England und Wilhelm II. von Preußen gemeinsam? Warum sprießen im 19. Jahrhundert plötzlich mittelalterliche Bauten in Zentraleuropa aus der Erde? War Shakespeare in Wirklichkeit ein Deutscher? Wann ist wessen Regierung legitim?
Ich studiere Medienkulturwissenschaften im Verbund mit Medienpsychologie und habe innerhalb dessen meinen persönlichen Schwerpunkt während des gesamten Bachelorstudiums auf die Theaterwissenschaften gelegt. In meiner Abschlussarbeit beschäftige ich mich nun mit einer Theaterinszenierung Max Reinhardts am Deutschen Theater Berlin im Jahr 1912, nämlich William Shakespeares historischem Doppeldrama König Heinrich IV. und sehe mich auf einmal mit ganz großen geschichtlichen und politischen Fragen konfrontiert. In der Theater-wissenschaftlichen Sammlung, die der Universität zu Köln angegliedert ist, werden zum Glück die dazugehörigen Kostümentwürfe von Reinhardts Chefausstatter Ernst Stern aufbewahrt und mir dankenswerterweise zu Analysezwecken zur Verfügung gestellt – dabei handelt es sich um 42 wunderschöne, kleine Gemälde. Warum aber gerade dieses Theaterstück? Der Schlüssel zu allen vier Epochen – der Lebzeiten Heinrich IV., Shakespeares, Reinhardts und der unsrigen – ist die Neuverhandlung der Machtverhältnisse innerhalb Europas. Dieses doch sehr umfassende Thema habe ich durch Beratschlagung im Forschungs-kolleg passend zum erlaubten Umfang meiner Arbeit eingrenzen können, sodass sie nun den Titel trägt Wie sich Macht kleidet. Dabei nähere ich mich nicht nur dem weitaus weniger als Max Reinhardt bekannten, aber mindestens genauso spannenden Ernst Stern an, sondern erweitere zusätzlich meinen Horizont auch noch auf dem Gebiet der Kleidungskunst um ein kleines Stück. Die Antwort darauf, was König Heinrich IV. denn nun anders kleidet als seine Widersacher, gibt es ab Oktober 2016 in meiner Bachelorarbeit zu lesen.
Die vier betreffenden Epochen im Überblick:

Einblick in Ernst Sterns Entwürfe zur Inszenierung ‚König Heinrich IV.‘.
Quelle: Theaterwissenschaftliche Sammlung, Universität zu Köln.

Lennart Speer (BA Lehramt Ästhetische Erziehung, 4. Semester )
Die meisten Menschen verbringen einen Großteil ihrer Zeit, ihres Tages und schließlich ihres Lebens in Arbeitswelten. Verschiedene Arbeitsumgebungen, Arbeitsräume und Arbeitsabläufe. Wo arbeiten wir? Wie arbeiten wir? Wieso arbeiten wir? Wie sehen Menschen ihre Arbeitswelt oder wie wollen Sie selbst in ihr gesehen werden? Was treibt uns an? Selbstverwirklichung im Beruf? Arbeiten um zu leben? Mit meinem Projekt Arbeitswelt setze ich mich künstlerisch-forschend mit diesen Fragen und der Thematik Arbeit auseinander ohne gezwungenermaßen Antworten darauf finden zu wollen. Inspiriert durch die Videoinstallation Eine Einstellung zur Arbeit von Antje Ehmann und Harun Farocki auf der Ruhrtriennale 2014 im Museum Folkwang war meine ursprüngliche Idee, Einwegkameras weltweit zu verschicken. Menschen sollten damit ihre Arbeitswelt dokumentieren. Hierbei sollte der Fokus sowohl auf kulturelle, als auch gesellschaftliche Aspekte gelegt werden können. Dieser erste Entwurf wurde im Laufe des Forschungskollegs weiterentwickelt, sodass ich nun mit GIFs (Graphics Interchange Format) arbeiten möchte. Die Digitalisierung durch Smartphones ist global und in den letzten Jahren weit vorangeschritten. Diesen weltweiten Werkzeugen zur GIF-Erstellung möchte ich mich durch deren Benutzer bedienen. Ein Arbeitsauftrag könnten lauten: „Erstelle ein GIF von einer üblichen Arbeitstätigkeit in der dazugehörigen Arbeitsumgebung“. Als Endprodukt stelle ich mir eine digitale Bidler-Sammlung in Form einer Internetseite vor. Diese könnte auch nach Erstellung interaktiv und offen für Jeden und Jede weiter mit Inhalt gefüllt werden.

screenshot_eine-einstellung-zur-arbeit© www.eine-einstellung-zur-arbeit.net

Jakob Sponholz (BA Lehramt Kunst, 7. Semester)
In meinem Bachelorarbeitsprojekt Die Heterogenität urbaner Inneneinsichten – eine fotografische Annäherung beschäftige ich mich seit einem halben Jahr mit jungen Erwachsenen und ihrem – häufig ersten – selbst geschaffenen Lebensraum. Zum Ende des Projekts werde ich 18 Personen und ihre Lebenssituation portraitiert haben – ohne sie jedoch selbst abzubilden. Ich möchte mit meinen Arbeiten einen Einblick in die Vielfalt der Wohnsituationen und -konzepte dieser Personengruppe geben und mich dem Verständnis des Wohnens dieser Menschen annähern. Ich portraitiere die Personen, die in diesen Räumen leben, arbeiten, schlafen und essen gewissermaßen durch das Medium ihrer Räumlichkeiten. Beim Fotografien der Lebensräume wird der Fokus auf die Eigenheiten menschlichen Wohnens gelegt, so dass ggf. erfahrbar werden kann, dass jeder Raum ein Leben bzw. eine individuelle Biografie transportieren kann. Es lassen sich in den Lebensräumen aber durchaus auch überraschende „Allgemeinplätze“ beobachten – wie zum Beispiel das IKEA-Regal oder die Möbel, die zuletzt im Besitz der Oma waren. Und vielleicht lassen die Fotografien von diesen vielschichtig mit Persönlichkeit gefluteten Orten erahnen, in was für einem Zeitkomplex die Lebensräume konzipiert sind und wie eine mögliche Zukunft der Zimmer, Küchen und Bäder aussehen könnte.

img_3350Abbildung: © 2016 Jakob Sponholz

Alina Warnecke (BA Intermedia, 5. Semester)
In Köln Zollstock wurde Anfang des 20. Jahrhunderts die Kleinsiedlung am Kalscheurer Weg unter geringsten Bauauflagen, mittels weniger verfügbarer Ressourcen errichtet. Von Handwerker*innen, über Künstler*innen bis hin zu weiteren Akademiker*innen wohnen inzwischen in der Siedlung. Sie bietet Platz für Menschen, die sich ein Stück alternativen Lebensraum erobern wollen. Entgegen Abrissvorhaben, partieller Bebauung und anderweitigen Flächennutzungsplänen der Stadt Köln konnte die Existenz der Siedlung bis heute gesichert werden, indem die Siedler*innen eine Genossenschaft gründeten. Trotz städtisch verordneten baulichen Auflagen und Erschließungsmaßnahmen, wurde Wert drauf gelegt, den Facettenreichtum der vertretenen Baustile als Merkmal der Siedlung weiterhin zu erhalten. Das von mir erstellte Archiv Kleinsiedlung am Kalscheurer Weg umfasst über 400 Fotos. Mit einer Untergliederung in 13 Kategorien wird die Kleinsiedlung dokumentarisch erfasst. Die einzelnen Kategorien setzten sich aus eigens gefertigten Fotografien aus dem Jahre 2016, sowie Bildern des Fotografen Carl Brunns und des Architekten Prof. Ludger Bergraths aus dem Jahr 1998 zusammen. Durch die Form des Archivs soll neben dem spezifischen Charakter der Siedlung der in vielerlei Hinsicht aufgeladene historische Hintergrund der Siedlung dargestellt und reflektiert werden.

awarnecke_fokoAbbildung: © 2016 Alina Warnecke

Lisa Warring (MA Medienkultur/Kunstgeschichte, 2 . Semester) 
In meinem Projekt befasse ich mich mit dem Kuratieren und der Vermittlung von Kunst. Den Fokus meines Projektes habe ich nach einigem Probieren auf die Besucher*innen gelegt. So stellten sich mir die Fragen: Wie agiert der/die Besucher*in in und mit der Ausstellung? Wie nimmt er/sie die Kunst wahr und wie rezipiert er/sie sie? Wie verändert der/die Besucher*in selbst die Ausstellung und ihren Raum? Meine Fragen erforsche ich durch praktische Arbeiten; hierbei verwende ich das Medium der Fotografie. Theoretische Ansichten sollen in einem weiteren Schritt miteinbezogen werden. Jedoch möchte ich in diesem Projekt ganz bewusst die Theorie hinten anstellen und so eine neue Herangehensweise ausprobieren. Im Gegensatz zu Fotograf*innen, die „reine“ Ausstellungsarchitektur fotografieren, möchte ich den Rezipient*innen als Individuum zeigen. So soll den Sichtweisen der Ausstellungs-besucher*innen Individualität zugestanden werden; die Fotografien sollen Besucher*innen nicht mehr als eine einheitliche Masse zeigen. Seit etwa einem halben Jahr beschäftige ich mich nun ganz bewusst mit diesem Projekt, welches ich in der nächsten Zeit weiterführen möchte. Die Fotografien sollen mir nun als Grundlage für weitere theoretische Überlegungen dienen.

lwarring_fokoAbbildung: © 2016 Lisa Warring

Jasmin Woock (BA Medienkulturwissenschaft, 5. Semester )
Während meiner Teilnahme am Forschungskolleg im Sommersemester 2016, habe ich mit meinen Recherchen für meine Bachelorarbeit zum Thema O.S. I love you – Prothesenliebe im Zeitalter künstlicher Intelligenz begonnen. Die Menschen erschaffen sich seit Urzeiten Hilfsmittel zur Erleichterung ihrer Arbeit im Alltag. Dabei versuchen sie diese Werkzeuge stetig zu verbessern und weiterzuentwickeln. Heutzutage zählen nicht nur ein Messer oder ein Hammer zu den menschlichen Hilfsmitteln, sondern auch das Smartphone oder der Computer und der Forschungsdrang der Menschheit reißt nicht ab. Ziel des derzeit populärsten Forschungszweigs der Informatik ist, möglichst menschenähnliche Computer zu schaffen, die autonom Aufgaben ausführen, sozial handeln und empathisch auf den Menschen reagieren können. Für ein solches Vorhaben muss der Computer ein Mindestmaß von einem simulierten Bewusstsein besitzen. Science-Fiction Filme beschäftigen sich deswegen immer häufiger mit der Thematik einer Liebesbeziehung zwischen Mensch und Computer. In meiner Bachelorarbeit werden exemplarische Voraussetzungen für eine mögliche Zukunft mit Roboter-Mensch-Beziehungen untersucht. Anhand einzelner Beispiele soll nachvollzogen werden, wie der Mensch von der Erfindung eines reinen Hilfsmittels zur Erleichterung seines Alltags, zu dem Impuls gelangt möglichst menschenähnliche Roboter zu entwickeln, die möglicherweise auch als zukünftige Lebenspartner dienen können. Dabei soll geklärt werden, ob es tatsächlich möglich ist, dass ein Mensch sich in der Zukunft in seine eigenen Hilfsmittel verlieben kann. Verschiedene Zukunftsvisionen in Science-Fiction Filmen zeigen uns jedenfalls, dass eine Gefahr besteht, dass der Mensch ganz unterbewusst seine Mündigkeit, auf Grund einer starken Faszination, an seine eigenen Erfindungen abgibt.

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