Documenta 14: Kooperation mit National Museum of Contemporary Art, Athens (EMST)

Sie wird die »größte Spielstätte der documenta 14 in Athen« und wichtiger »Gastgeber der Ausstellung« sein: Das National Museum of Contemporary Art, Athens (EMST). Das gaben Katerina Koskina (Leiterin des EMST) und Adam Szymczyk (Künstlerischer Leiter der documenta 14) bekannt. Die Zusammenarbeit mit dem Athener Museum wird auch in Kassel sichtbar sein. Das Fridericianum zeigt große Teile der Sammlung des National Museum of Contemporary Art, Athens (EMST).

Als tertium comparationis beider Institutionen nannten Katerina Koskina und Adam Szymczyk die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit: »Im Zentrum der Zusammenarbeit steht ein gemeinsames Anliegen: Wie werden Kunst und ihre Institutionen öffentlich und zu einem Teil des Gemeinwohls?« Seit seiner Gründung im Jahr 2000 sammelt das National Museum of Contemporary Art, Athens (EMST) Kunst aus den 1960er-Jahren bis zur Gegenwart. »In den letzten Jahren wurden die Werke aus der wachsenden Sammlung durch Ausstellungen in zahlreichen temporären Ausstellungsorten wie Megaron – The Athens Concert Hall, Athens Conservatoire und im öffentlichen Raum kontextualisiert – ein wichtiger Schritt, um das Museum und seine Sammlung trotz der Herausforderungen, mit denen es sich konfrontiert sah, öffentlich zu machen. Währenddessen wurden Vorbereitungen für einen Umzug in den ständigen Sitz des Museums in der ehemaligen Fix-Brauerei an der Syngrou Avenue getroffen. Dieser Umzug fand 2015 statt. Mit dem Programm EMST in the World wurde der Plan, diese zentrale öffentliche Institution vollständig zugänglich zu machen – das Gebäude, die Sammlung und die Ausstellungen für all jene zu öffnen, die in Athen leben oder die Stadt besuchen – in die Tat umgesetzt.« In Kassel haben sich seit der Wende 1989/90 für die documenta die »ideologischen Fundamente als westdeutsche Institution« verändert: Seither stehe jeder künstlerische Leiter vor der Notwendigkeit »globale Kunst einzubeziehen… Für die documenta ist die Frage, was sie für die Öffentlichkeit heute auf allen Ebenen – der künstlerischen, politischen und finanziellen – bedeutet, entscheidend geworden. Adam Szymczyks Vorschlag, die documenta 14 in Athen und Kassel zu veranstalten, befragt die Stellung dieser Institution, indem die Rolle der Gastgeberin, die so sehr zur Gewohnheit geworden ist, umgekehrt und stattdessen die Ausstellung in einem Kontext entwickelt wird, in welchem sie selbst Gast ist und ihre Visitenkarte die Einladung zu einem gemeinsamen Von Athen lernen darstellt…«

Eine vollständige Liste der Ausstellungsorte in Athen und Kassel will die documenta-Leitung in Kürze veröffentlichen. Mit einer offiziellen Künstlerliste darf man in den nächsten Wochen allerdings noch nicht rechnen. Die Namen der insgesamt 150 teilnehmenden Künstler werden wie gewohnt bis zur Ausstellungseröffnung unter Verschluss gehalten. Spekulationen finden sich im Netz aber schon jetzt (hier).

Zum Pressebericht (7.3.17): http://u-in-u.com/de/documenta/2017/press-2017-03-07/

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