Gastvortrag von Martina Leeker am 1.2.17: Kulturen bilden. Methoden Kultureller Bildung in digitalen Kulturen

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Kunstpädagogische Positionen
Mi, 01.02.2017 | 16 Uhr
Institut für Kunst und Kunsttheorie | Block B | Theaterraum
R 2.212 | Gronewaldstraße 2 | Köln

Kritik, eine prominente Aufgabe ästhetischer Auseinandersetzung, ist in digitalen Kulturen einmal mehr in eine Krise geraten. Sie ist problematisch geworden, da Standorte für Kritik sowie die Möglichkeiten zur Veränderung prekär geworden sind. So sind z. B. die algorithmischen Prozesse innerhalb der sich selbst steuernden Geräte und Netzwerke, die überall aktiv sind und menschliche Agierende umfänglich vereinnahmen und verfolgen, sowie die Kontrolle gesellschaftlicher, ökonomischer oder klimatischer Prozesse durch Simulationen nicht mehr gänzlich nachvollziehbar und die erhobene Menge an Daten nur noch maschinell auszuwerten. Es steht allerdings in Frage, ob Kritik nur ob der technologischen Bedingungen erschwert oder dieser Umstand auch diskursiv erzeugt wird. Aus welchen Gründen und mit welchen Effekten werden Kritik ebenso wie Methoden derzeit vor allem in den Medien- und Kulturwissenschaften problematisch und in Frage gestellt?

Im Vortrag werden ausgehend von dieser Lage Methoden und Möglichkeiten einer performativen Kritik vorgestellt und analysiert. Es geht dabei zunächst vor allem darum, sich performend, etwa durch Zuspitzungen, Übertreibungen, Ekstasen oder Grenzüberschreitungen, einen Einblick in die subjektbildenden und gouvernementalen Wirkungen der technologischen und diskursiven Erzeugung digitaler Kulturen zu verschaffen. Ist das Gewordensein verhandelt, kann performend und Kulturen bildend über andere Denk- und Handlungsoptionen spekuliert werden.

Martina Leeker, ist Thea­ter- und Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin so­wie Thea­ter­ma­che­rin, Be­reich Wis­sen­s-Per­for­man­ces, und Ku­ra­to­rin für trans­dis­zi­plinäre und in­ten­ven­tio­nis­ti­sche wis­sen­schaft­li­che For­ma­te.

Seit 2013 ist sie Senior-Researcher im Di­gi­tal Cul­tu­res Re­se­arch Lab (DCRL) an der Leu­pha­na Uni­ver­sität Lüneburg, Schwerpunkt Re-thin­king Me­thods. Von 2002–2010 war sie Ju­ni­or­pro­fes­so­rin für Thea­ter und Me­di­en an der Uni­ver­sität Bay­reuth; dort Auf­bau und Lei­tung des Di­gi­ta­len Stu­di­os für Per­for­man­ces mit Me­di­en so­wie für Me­di­en­kunst. Gast­pro­fes­su­ren an der Bau­haus-Uni­ver­sität Wei­mar für „Künst­li­che Wel­ten“ so­wie an der Uni­ver­sität der Künste Ber­lin für Thea­terpädago­gik und Ver­glei­chen­de Dra­ma­tur­gie. Von 2011 – 2012 war sie Fel­low am „In­ter­na­tio­na­len Kol­leg Mor­pho­ma­ta: Ge­ne­se, Dy­na­mik und Me­dia­lität kul­tu­rel­ler Fi­gu­ra­tio­nen“ an der Universität Köln.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Art and Technology, Kybernetisierung, Digitale Kulturen, Theater und Medien, Kritik, Interventionen, Künstlerische Forschung. Vgl. auch: http://projects.digital-cultures.net/dcrl-experiments-interventions/

Tipp: Der Besuch der Vorträge kann als Studienleistung in Klips angerechnet werden.

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