Gastvortrag von Jan Grünwald am 23.11.16: Im Zweifel für den Zweifel – über Versuche, Störungen, Memes und Bottleflips

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Kunstpädagogische Positionen
Mi, 23.11.2016 | 16 Uhr
Institut für Kunst und Kunsttheorie | Block B | Theaterraum
R 2.212 | Gronewaldstraße 2 | Köln

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Mein Vortrag ist ein Plädoyer für den Zweifel, der engagierten Pädagog*Innen und/oder Wissenschaftler*Innen ein treuer, jedoch nicht immer willkommener Begleiter ist. Anstatt den Zweifel als ein zu überwindendes Übel zu sehen, auf dem Weg zu Können, Wissen und Weisheit, verstehe ich ihn als Produktivkraft, auf die es sich einzulassen gilt. Für Lehrende kann es sinnvoll sein, sich auf Pfade zu begeben, die ihnen selbst nicht vertraut sind (die Un-Möglichkeit von Vermittlung); Bereiche der ästhetischen Produktion zu erforschen, die sich dem eigenen, kontrollierten Zugriff entziehen (widerspenstiges Material, mediale Störungen); oder Phänomene mit einzubeziehen, welche die Subjektivierung über die ästhetische Produktionen nicht mehr unterstützen (digitale Artefakte wie Memes). Es ist gerade im Zeitalter der Digitalität wichtig, einen Raum zu eröffnen, in dem es möglich ist, sich auszuprobieren, zu experimentieren und dabei auch zu scheitern. Ansonsten bleibt Bildung weiterhin ein starreres Festhalten an bestehenden Machtverhältnissen, am hierarchischen Prinzip des Schulmeisters, das es zu überwinden gilt. Der Zweifel als Werkzeug für ein zeitgemäßes Lehren und Lernen weist über das Systems Schule hinaus zu einem Lernen, das bereits ohne Bücher, Lehrer*Innen und Institutionelle Rahmung innerhalb der Digitalität stattfindet und den aktuellen Anforderungen immerwährender Veränderungen entspricht.

Dr. Jan G. Grünwald arbeitet an der Leibnizschule in Offenbach. Sein Referendariat absolvierte er am Goethe Gymnasium in Frankfurt am Main. Vorher Vertretung der Professur für Didaktik am Institut für Kunstpädagogik der Justus- Liebig-Universität Gießen (2013/14) und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Neue Medien am Institut für Kunstpädagogik der Goethe Universität Frankfurt (2005-2013). Seine Arbeitsschwerpunkte sind Bildkulturen, Räume, kritische Kunstvermittlung, Gender Studies, geschlechtsspezifische Widerstandsstrategien und Web 2.0.

Autor von „Male Spaces – Bildinszenierungen archaischer Männlicheiten im Black Metal“. Co-Autor von „Flickernde Jugend – Rauschende Bilder. Netzkulturen im Web 2.0.“. Kommendes Buch zur Mobilität von Bildern.
http://jangruenwald.tumblr.com

Preview der immermittwochs-Veranstaltungen im Wintersemester 2016/17

  • Mittwoch, 23.11.2016, 16:00 Uhr Vortrag von Paul Willemsen, Labor für Kunst und Forschung
  • Mittwoch, 30.11.2016, 19:00 Uhr Vortrag von Thomas Huber: Das Ladenschild, DIE KÜNSTLER SIND ANWESEND, externe Veranstaltung im Kunstmuseum Bonn
  • Mittwoch, 30.11.2016, 16:00 Uhr Vortrag von Johanna Steindorf, Labor für Kunst und Forschung
  • Mittwoch, 07.12.2016, 16:00 Uhr Vortrag von Ruth Kunz, Kunstpädagogische Positionen
  • Mittwoch, 07.12.2016, 18:00 Uhr Vortrag von Hans-Peter Webel, DIE KÜNSTLER SIND ANWESEND
  • Donnerstag, 08.12.2016, 18:00 Uhr Vortrag von Jakob Kolding, Labor für Kunst und Forschung
  • Mittwoch, 11.01.2017, 16:00 Uhr Vortrag von Ulrich Schötker, Kunstpädagogische Positionen
  • Mittwoch, 11.01.2017, 18:00 Uhr Vortrag von Heike Kathi Barath, DIE KÜNSTLER SIND ANWESEND
  • Mittwoch, 18.01.2017, 16:00 Uhr Vortrag von Martina Leeker: Kulturen bilden. Methoden Kultureller Bildung in digitalen Kulturen, Kunstpädagogische Positionen
  • Mittwoch, 18.01.2017, 18:00 Uhr Vortrag von Anna Dietz und Katharina Jahnke, Saloon Arts Education
  • Donnerstag, 19.01.2017, 18:00 Uhr Vortrag von Romana Schmalisch, Labor für Kunst und Forschung

Tipp: Der Besuch der Vorträge kann als Studienleistung in Klips angerechnet werden.

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